Poröse Stadt – Grenzgänge des Urbanen

29.8. – 25.10.20

Die Ausstellung PORÖSE STADT eröffnet ein Feld, in dem soziale Identität, gemeinschaftliches Bewohnen von Stadt, individuelle Erfahrung und politisches Handeln nicht als im Stadtraum getrennte Bereiche verstanden werden. Vielmehr sind sie von permanenten Durchdringungs- und Übertragungsprozessen geprägt. Die künstlerischen Arbeiten reflektieren das Bewohnen der Stadt Berlin als poröses und prekäres Beziehungsgeflecht zwischen Innen und Außen, Gesellschaft und Individuum, Architektur und gelebter Erfahrung – entgegen einer Fixierung räumlicher Funktionen und Bedeutungen.
Berlin gilt in der öffentlichen Wahrnehmung als „Stadt des Wandels”, der „Improvisation”, als Ort räumlicher Anarchie, stetiger Unbeständigkeit und sozialer Vermischung: „Nichts ist in Berlin so beständig wie die Veränderung.” Hypermodernisierung und Tradition scheinen hier seit Jahrzehnten zu koexistieren – und sind zu Identität und Markenzeichen geworden. Jenseits der Kommodifikation dieser Widersprüchlichkeiten im Stadtmarketing fragt das begleitende Veranstaltungsprogramm mit 11 geladenen Gästen nach den politischen Potentialen solcher Überlagerungen im Stadtraum. Forscher*innen zu Stadt und Gesellschaft, Akteur*innen der Stadtpolitik als auch Kulturschaffende diskutieren das Verhältnis von Wohnungs-/Städtebau und sozialer Utopie, geteilten Räumen politischer Imagination als auch der Rolle von Kulturinstitutionen in der Produktion von Ausschlüssen.

Künstlerische Leitung: Caroline Adler und Eylem Sengezer
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds