2008 Programm:


Anonyme Zeichner Nr. 9
20. Dezember bis 21. Dezember 2008


Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien nach einem Konzept von Anke Becker zum Jahresabschluss – anstelle von Jahresgaben.

Ausstellung: Bereits acht Male hat die Künstlerin Anke Becker ihr Projekt der „Anonymen Zeichner“ realisiert. 2008 wird das Projekt erstmals im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien stattfinden und dient auch zu dessen Unterstützung. Über Mailinglisten, lokale, bundesweite und auch international Aufrufe werden KünstlerInnen oder Menschen, die einfach gerne zeichnen, bis zu drei Zeichnungen einzureichen. Eine dieser Zeichnung wird dann anonym ausgestellt und zum Verkauf angeboten. Jede Zeichnung wird unabhängig von Format, Material und vor allem der Urheberschaft für 150 Euro verkauft. Von diesem Erlös werden 100 Euro an die KünstlerIn überwiesen und 50 Euro erhält der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien als Spende für die Realisierung der Ausstellung und für die Unterstützung zukünftiger Projekte. Erst nach dem Verkauf einer Zeichnung wird dem Käufer mitgeteilt, wer der/die KünstlerIn ist. Durch die Kontakte von Anke Becker und des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien werden sich sehr namenhafte, aber auch unbekannte KünstlerInnen, Autodidakten bis hin zu Kindern ausgestellt. Damit stellt das Projekt immanente Prinzipien der Autorenschaft, der Qualität, der Originalität, der Herkunft und der Vermarktung in Frage. 


Goldrausch 2008
25. Oktober bis 7. Dezember 2008


KünstlerInnen: Elena Bajo, Anke Becker, Claudia Chaseling, Kerstin Gottschalk, Angela Köntje, Mareike Lee, Nicole Messenlehner, Rebecca Michaelis, Katja Pudor, Nadine Reschke Kindlimann, Sandra Truté, Miriam Visaczki, Ester Vonplon, Claire Waffel und Sinta Werner zeigen neue Arbeiten.

KuratorInnen: Birgit Effinger, Hannah Kruse

Eine Ausstellung des Goldrausch-Frauennetzwerkes mit Unterstützung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.

Ausstellung: Das Spektrum der ausgestellten Arbeiten umfasst unter anderem Malerei und Installationen, Zeichnung, Fotografie und Film, Toninstallation, performative Skulpturen und partizipative Projekte.
Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt gegenwärtigen künstlerischen Arbeitens und bildet den Abschluss des einjährigen Professionalisierungs-Stipendiums. Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt unterstützt die Durchsetzung herausragender künstlerischer Positionen von Frauen und bringt profilierte Künstlerinnen am Beginn ihrer Karriere zusammen. Im Programm eignen sie sich berufsspezifisches Wissen an und entwickeln neue Vermittlungsansätze. Zur Ausstellung erscheinen Einzelkataloge der beteiligten Künstlerinnen.

Veranstaltungen: Goldrausch 2008 umfasst Workshops, Gastgespräche, Performances und Filmvorführungen. 


CAIROSCAPE
30. August bis 12. Oktober 2008


KünstlerInnen: Mona Abaza, Tamim Al Barghouti, Doa Aly, Gilles Aubry, Claudia Basrawi, Nermine El Ansari, Sherif El Azma, Khaled El Hagar, Hala El Koussy, Rana El Nemr, Shady El Noshokaty, Haytham El Wardany, eps51, Tamer Ezzat, Ganzeer, Maia Gusberti, Khaled Hafez, Hermann Huber, Iman Issa, Nadja Kamel, Ahmed Khaled, Susanne Kriemann, Maha Maamoun, Hany Rashed, Mahmoud Refat/100copies, Christoph Oertli,Katarina _evic, Samuli Schielke, Randa Shaath, Steffen Strohmenger

KuratorInnen: Marina Sorbello, Antje Weitzel

Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und in Zusammenarbeit mit diversen Kooperationspartnern. 

Ausstellung: Die aktuelle öffentliche Wahrnehmung und Berichterstattung über die so genannte „islamische Welt“ und den „arabischen Kulturraum“ ist vielfach beherrscht von vereinfachenden Polarisierungen. Cairoscape nimmt die Stadt Kairo als Ausgangspunkt, um Möglichkeiten zu eröffnen, über die heutige Welt jenseits des Paradigmas „Orient – Okzident“ zu sprechen und über unsere imaginären, mentalen Grenzen nachzudenken. 
Im Vordergrund stehen dabei die unabhängige Kunst- und Kulturszene Ägyptens, die sich in den letzen Jahren von staatlicher Kontrolle und Förderung emanzipiert hat. Ausgehend von der arabisch-afrikanischen Megalopolis Kairo entwarfen die eingeladenen Künstler und Künstlerinnen in ihren teils eigens für Cairoscape realisierten Arbeiten unterschiedlichste Sichtweisen des Lebens in einer modernen Metropole und wiesen auf Phänomene aktueller Urbanisierung und Translokalität hin. Das Projekt setzte Kairo als exemplarischen Betrachterstandpunkt und als Fallbeispiel für eine kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart und der Zukunft des Mittelmeerraums ebenso wie Europas. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der ägyptischen Kulturszene entwickelt und resultierte aus einer intensiven Recherche vor Ort.

Veranstaltungen: Ein Filmprogramm, Konzerte, Performances, Diskussionen in Kooperation mit dem Zentrum moderner Orient und der Literaturwerkstatt Berlin, Workshops mit Jugendlichen und eine Publikation gaben Einblick in die zeitgenössische ägyptische Kulturproduktion.


ROTES HAUS. Repräsentanten der Nacht.
5. Juli bis 17. August 2008


KünstlerInnen: Bianca Regl, Sonja Pushmann, Willi Tomes, Cornelius Perino, Andrea Heyer, Maryna Markova, Chris, Dreier, Kerstin Buchwald, M. Minette Dreier, Xenia Fink, Maura Rougieux, Sonja Nilsson,, Harri Schemm, Ben Webb, Jenny Tall Kroftova, Maria Tokyo, Kilian Davy Beaujards, Steffen Geisler, Queen Barbie, Mounty R.P. Zentara, Peter Rochow, Third Leg

Kuratorin: Lena Braun

Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.

Die interaktive Ausstellung „Rotes Haus“ nahm sich wie Otto Dix, Conrad Felixmüller, George Grosz, Ludwig Meidner und Lyonel Feininger zu Zeiten des Expressionismus, die Großstadt zum Thema. Meidner sagte 1914: „Malen wir das Naheliegende, unsere Stadt-Welt, die tumultuarischen Straßen, die Eleganz eiserner Hängebrücken, die Gasometer… die Koloristik der Autobusse und Schnellzuglokomotiven, die wogenden Telefondrähte… und dann die Nacht… die Großstadtnacht“. Die Expressionisten sahen die Großstadt als gesellschaftlichen Lebensraum, thematisierten Architektur in ihrer ganzen Brisanz und sahen den Mensch nicht als Individuum, sondern in seiner Funktion als gesellschaftliches Wesen. Die Künstler versuchten den „Moloch“, dem sie selbst erlagen, objektiv darzustellen. Bars, Bordelle und alle Formen von großstädtischen Vergnügen wurden selbst genossen. Die gesellschaftskritischen Abbilder entstammten eigenen Beobachtungen.
Das Treiben in den Tempeln der Nacht, das düster-grelle Straßenbild Berlins ist heute anders und anders motiviert, aber auch heute sind sie da: die Masken, der Mob, die Mitläufer, die Voyeure und die drastischen Bilder.
Lena Braun, Künstlerin, Selbstdarstellerin, Inszeniererin und Nacht-Legende Berlins und insbesondere von Kreuzberg inszenierte gemeinsam mit rund 20 KünstlerInnen und DarstellerInnen ein furioses Bild: das Rote Haus als Sinnbild für die Berliner Nacht.


HACK.Fem.EAST. Frauen und Technologie in Netzwerken
10. Mai bis 22. Juni 2008


KünstlerInnen: Gaby Bila-Gunther (RO/DE), Helena Bozic (SI), Andreea Carnu (RO), Anetta Mona Chisa (RO/CZ), Alla Georgieva (UA/BG), Marina Griznic (SI), Ana Hoffner (RS/DE), Janez Jansa (SI), Kitch™ (SI), Katja Kobolt (SI), Anna Krenz (PL/DE), Dunja Kukovec (SI), Erika Katalina Pasztor (HU), Nada Prlja (BA/UK), Lala Rascic (HR), Joanne Richardson (RO/DE), Boryana Rossa (BG), Selena Savic (RS/NL), Zvonka Simcic (SI), Tina Smrekar (SI), Son:DA (SI), Starke (BA), Lucia Tkacova (SK), Mare Tralla (EE/UK), Miss Information und ihre Telekommunisten (NET), DMedia (RO), Ladyfest RO, Indymedia RO, Kanak Attak (DE), FAQ Network (Balkans)

KuratorInnen: Tatiana Bazzichelli, Gaia Novati

Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und mit freundlicher Unterstützung des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa).

Das Ausstellungsprojekt HACK.Fem.EAST stellt experimentelle und künstlerische Praktiken von in digitalen Netzwerken tätigen Künstlerinnen und Aktivistinnen in Osteuropa in Berlin vor.
Im Fokus der Ausstellung steht, eine sich im Grenzbereich zwischen Hacking, Kunst und Aktivismus bewegende Medienpraxis zu präsentieren, die von einer internationalen Gegenkultur und Avantgarde vorangetrieben wird: Hauptprotagonisten sind Frauen bzw. Projekte, in denen Frauen eine wichtige Rolle spielen.
Ziel ist es, eine Netzwerk-Plattform, die in fünf Elementen erfolgt: die Ausstellung, Workshops (Free Space), eine Konferenz, eine Publikation im Zeitungsformat und einem eigenen zusammenführenden Web-Auftritt. Elf bestehene Netzwerke bilden die Grundlage der Ausstellung und zeigen in den unterschiedlichen Räumen des Kunstraumes Kreuzberg/Bethanien ihre Arbeit, Strategien und Ziele in Form von Installationen, Dokumentationen und Präsentationen. Hierdurch entsteht ein „Netz der Netzwerke“, das sich in Form von Videoscreenings, Installationen, Computerdarstellungen und Dokumenten visualisiert.

Veranstaltungen: Während der Ausstellung wurde wöchentlich ein Workshop (Free Space) von den Aktivistinnen angeboten. Zudem fand eine Konferenz statt und ein integraler Bestandteil des Projektes war ein Web-Auftritt.
In Kooperation mit der taz erschien eine sogenannte NGO-Zeitungsbeilage in einer Auflage von 30.000 Exemplaren. 


GLOBAL ALIEN: Congress of Culture
1.März bis 27. April 2008


KünstlerInnen: Jae Hyun (Lee) Yoo, Alex Gerbaulet, Jakob Schaible, Youngjoo Cho Ingirafn Steinarsson, Thorbjørn Reuter Christiansen, Lizza May David, Christoph Mayer Chm, Insa Breyer, Namsee Kim, Kaoru Yoneyama

KuratorInnen: GLOBAL ALIEN

Ein Ausstellungsprojekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: GLOBAL ALIEN ist ein Netzwerk von KünstlerInnen und TheoretikerInnen aus Deutschland, Korea, Island, Dänemark, Japan, Österreich und den Philippinen, das die Mechanismen der Globalisierung untersucht und befragt. Die Ausstellungsprojekte wurden und werden in verschiedenen Ländern gezeigt. Sie beziehen sich direkt auf jede Umgebung und inszenieren ihren Inhalt entsprechend immer wieder neu. Dabei bleibt der Fokus auf dem ‚globalen Fremden’, der kulturelle und nationale Grenzen überschreitet und damit eine Begegnung mit dem ‚fremden’ Menschen ermöglicht. Das Fremde ist bestimmt durch die Grenzen, die das Bekannte vom Unbekannten trennt. 
Auf der einen Seite treiben die Mechanismen der Globalisierung die Aufhebung von Grenzen im wirtschaftlichen Sektor voran auf der anderen Seite werden sie wiederum verfestigt. Während in einem „globalen“ Maßstab die Welt zusammen wächst, findet auf einem „menschlichen“ Maßstab eine Zersplitterung statt. Global Alien setzt dagegen mit einem Lebensgefühl: einer Verbindung von Menschen überall auf der Welt, die entwurzelt und auf der Suche nach neuen Bezugsrahmen sind.
Ziel ist ein Austausch verschiedener Kulturen, die sich einen lokalen Zusammenhang produktiv aneignen. Im Mittelpunkt steht die Frage,wie könnte eine globale Kultur aussehen, die ihre eigene Veränderung akzeptiert und die Spannung von Bewahrung und Transformation in sich vereinen kann.

Veranstaltungen: Zur Ausstellung Congress of Culture im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien fanden verschiedene Workshops zum Begriff des „Fremden“ und zur Repräsentation exotischer Figuren und Symbole in der europäischen Kultur statt. Zudem wurde eine internationale Filmreihe gezeigt.