Podiumsdiskussion zum Auftakt von DAS HAUS DER 28 TÜREN. „Neues Europa, Festung Europa? Wenn Kunst die Politik treffen will“

24.7.14, 19 Uhr

Im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung zum Auftakt des Projekts DAS HAUS DER 28 TÜREN wird die Frage behandelt, welches Verhältnis die zeitgenössische Kunst zur zunehmenden Abschottung Europas im Hinblick auf Migration hat. In welchem Verhältnis steht hier Kunst und Politik? Der Kunstbereich wird häufig mit der Hoffnung verknüpft, durch ästhetische Mittel eine eigene Sprache der Kritik zu finden und auf Möglichkeiten gesellschaftlicher Emanzipation zu verweisen. Vor diesem Hintergrund lässt sich fragen, wie künstlerische Strategien genutzt werden können, um politische Themen auf die Tagesordnung zu bringen und gesellschaftliche Verhältnisse in den Blick zu nehmen. Gleichzeitig gilt es, sich mit der Gefahr der Instrumentalisierung von künstlerischer Praxis auseinanderzusetzen. In den letzten Jahren scheint eine kritische Perspektive auf gesellschaftliche Verhältnisse geradezu als Qualitätsmerkmal für künstlerische Produktion zu gelten. Dennoch – oder gerade deshalb – scheint dieser Bereich besonders anfällig dafür, in den herrschenden Diskurs, integriert zu werden, den kritisch zu reflektieren doch die Absicht war. Politische Kunst wird zunehmend eingeebnet, ästhetisiert und es wird ihr der politische Stachel gezogen. Sie wird vielmehr zum Standortfaktor, zur nationalen Marke oder zum Duktus kreativer Individualität einzelner Kulturschaffender. Wie kann eine künstlerische Praxis einer solchen Vereinnahmung und Entpolitisierung entgegenwirken? Welche Strategien ermöglichen ein kritisches Eingreifen in herrschende Verhältnisse? Kurz: wo treffen sich Kunst und politisches Handeln?

Gäste:

Brigitta Kuster (Künstlerin/Autorin), Jens Meinrenken (Kunsthistoriker), Deniz Utlu (Autor) und Alekos Hofstetter (Künstler). Moderation: Helga Dressel (Co-Kuratorin DAS HAUS DER 28 TÜREN) Musik von E-mos¸ & Ina Performance von dem Impulse–Refugee Club Berlin. Zu sehen ebenfalls: BEWEGUNG NURR, „Talos“, 2014, Videoinstallation