In Search of Europe. Auf Augenhöhe in einer ungleichen Welt? Künstlerische Projekte im Rahmen eines Forschungsprozesses

2.11.13 – 12.1.14

Ein Projekt der Forschergruppe „Europa finden: Vermessungen des Möglichen in Afrika und im Nahen Osten“ am Zentrum Moderner Orient, kuratiert von Daniela Swarowsky und gefördert durch den BMBF, die Ifa und das Auswärtige Amt/ Subsahara.
„In Search of Europe?“ (ISOE) ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von sechs Forschenden am Zentrum Moderner Orient in Berlin mit sechs Künstler/innen, die aus den Ländern der Forschung kommen. Die Arbeiten gehen aus vielfältigen Perspektiven der Frage nach, inwiefern Europa heute noch ein Maßstab ist, an dem sich Menschen in anderen Teilen der Welt messen. War es jemals das Vorbild, als das es sich gerne sieht? Die Ausstellung zeichnet ein differenziertes Bild einer Welt, die nicht einfach zweigeteilt, sondern von gegenseitigen Verflechtungen, Blicken und Beziehungen geprägt ist.
Die Exponate der Ausstellung, sieben Auftragsarbeiten, geben ganz bewusst eine polyphone Antwort auf diese Fragen. Zwölf Ölbilder mit dem Titel „Alignment of values“ des mosambikanischen Künstlers Gemuce stellen unterschiedliche Situationen von Verhandlungen zwischen zwei Welten dar. Die letzten Bilder dieser Serie werden während des Eröffnungswochenendes von Gemuce in Interaktion mit dem Publikum fertiggestellt. Das ägyptische Künstlerkollektiv Iskanderiyan Standards präsentiert einen Wandcomic über die Suche nach ‚dem Anderen‘ in Alexandria sowie ein handgemachtes Buch mit literarischen Statements zum Thema. Auf den Spuren reisender osmanischer Intellektueller um die Jahrhundertwende erschließt die in Berlin lebende Esra Ersen Erinnerungslücken über die gemeinsame Geschichte der Türkei und des Balkans in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.
Mohamed Abdelkarem zeigt eine Dia- und Video-Installation rund um die umstrittene Figur des islamistischen Ideologen, Autoren und Intellektuellen Sayyid Qutb anhand dessen Amerikareise in den 1940ern. Charlotte Menin verleiht mittels der audio-visuellen Installation “Yacine’s Stimmen” dem illegal in Marseille lebenden algerischen Dichter Yacine mehrere Stimmen. Das Künstlerduo Bofa da Cara (Nastio Mosquito und Pere Otin) präsentiert eine Videoinstallation mit dem Titel „My European Mind“, in dem ein Afrikaner den Europäern einen provokanten Coachingvortrag zum Thema Re-branding Europe hält. Schließlich reflektiert Anissa Michalon fotografisch die Verbundenheiten und Erinnerungen westafrikanischer Bewohner mit und über das von ihnen für Jahrzehnte bewohnte alte Gastarbeiterwohnheim (foyer Hautepoule) in Paris, das umgebaut werden soll.
Forschungsmaterialien, Dokumentationen der Zusammenarbeit und Materialien der in 2012 abgehaltenen ISOE Pre-Events in Alexandria, Paris und Dakar verbinden sich mit den Kunstwerken zu einem Ganzen. 

Ausstellungsbeteiligte: 

(Künstler) Abdelkarem, Mohamed, Bofa da Cara, Ersen, Esra, Gemuce, Iskanderiyan Standards, Menin, Charlotte, Michalon, Anissa (Wissenschaftler) Dr. Gräf, Bettina, Diaz, Vanessa, Dr. Graw, Knut, van Mende, Leyla, Dr. Mbodj, A?ssatou, Dr. Schielke, Samuli, (Kurator) Swarowsky, Daniela.

Begleitprogramm:

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Rahmenprogramm aus Vorträgen und Debatten mit den beteiligten Forscher/innen, Künstler/innen, Gästen, Filmvorführungen sowie einem Kunstvermittlungsprogramm, bestehend aus diversen Führungen und Workshops. 
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.