between appropriation and interventions. Realitäten, Bedingungen, Normen, Positionen

9. März bis 21. April 2013

Ein Ausstellungsprojekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, kuratiert von Harald Theiss mit freundlicher Unterstützung des Italienischen Kulturinstituts Berlin/Kulturabteilung Italienische Botschaft und der Norwegischen Botschaft in Deutschland.
Welche Rolle spielen öffentliche Räume, aber auch die gesellschaftlichen sozialen und kulturellen Räume? Auf welche Weise finden Aneignungsprozesse statt und welche Wahrnehmungen, Handlungen oder auch Interpretationen sind entscheidend? Welche Transformationen vollziehen sich und wie werden Realitäten dieser gegenwärtigen Räume kritisch betrachtet oder sogar neu gestaltet?
Der zugrunde liegende oft definierte Raum, bzw. das Terrain, in das eingegriffen wird, ist sowohl ein relationaler gesellschaftlich konstruierter als auch ein objektiver öffentlicher Raum. Als Ergebnis von gesellschaftlich wirtschaftlicher Produktion mit seinen vorhandenen Strukturen und infrastrukturellen Einrichtungen wird er für Akteure eine Möglichkeit der Aneignung oder eine Barriere. Die Folge ist eine Sensibilisierung gegenüber dem Realraum und damit auch der eigenen Körperlichkeit.
Dieser definierte Spiel- Nutzungsraum ist gekennzeichnet von einer ständigen Dualität, dem Verhältnis des Individuums und der Gesellschaft, welches sich im Raum widerspiegelt und diesen durch Aneignungsprozesse verändert. Damit wird etwas aktiv durchdrungen und nicht nur passiv übernommen. Sich etwas „zu eigen“ machen, bedeutet, es nicht nur zu gebrauchen, sondern es auch zu verändern und es zu prägen. Dieses führt gleichzeitig zu einer Transformation vom gegenwärtigen Raum und deren Individuen. Der Aneignungsprozess verändert beides.
Die auferlegten und neu erschaffenen Bedingungen bilden ein alltägliches Spannungsfeld mit unterschiedlichen Interaktionen und Markierungen, welche der Ausstellungsraum between appropriation and interventions gemeinsam mit den eingeladenen Künstlern nicht nur zu bespielen, sondern vor allem das Verhältnis zwischen Vorgegebenem und Gestaltbarem raumübergreifend untersuchen möchte.
Die in der Ausstellung gegenübergestellten Arbeiten beleuchten ein breites Feld künstlerischer Positionen, welche, ausgehend von einem interdisziplinären Diskurs, möglicherweise dem Betrachter Vertrautes anders bebildern, sichtbar bzw. erfahrbar machen und damit auffordern, über Vorhandenes weiterzudenken.

KünstlerInnen:

Isabelle Arthuis (BE/FR), Gaëlle Boucand (DE/FR), Sebastian Denz (DE), Larissa Fassler (CAN), Philipp Fürhofer (DE), Cyprien Gaillard (FR), Christine de la Garenne (DE), Tamara Grcic (DE), Eva Grubinger (A), Mattias Härenstam (NO/SE), Moritz Hirsch (DE), Carsten Höller (DE), Noel Jabbour (PS), Christina Kubisch (DE), Aage Langhelle (NO), Nicolas Moulin (FR), Nina Mücke (DE), Grazia Toderi (IT), Andreas Sell (DE), Mona Vatamanu & Florin Tudor (RO), Corine Vermeulen (NL/USA)