2005 Programm:


Goldrausch 2005
5. November bis 11. Dezember 2005


Künstlerinnen: Ina Bierstedt, Daniela Comani, Christel Fetzer, Agnes Hardy, Gabriele Heller, Sylvia Henrich, Annette Hollywood, Susanne Huth, Karin Kasböck, Iris Kettner, Caroline Lund, Ulrike Mohr, Anne-Britt Rage, Marlies Roth, Romana Schmalisch

Kuratorinnen: Hannah Kruse, Birgit Effinger
Die teilnehmenden Künstlerinnen sind ausgewählt von Beatrice von Bismarck, Monica Bonvicini und Kathrin Peters.

Eine Ausstellung des Goldrausch-Frauennetzwerkes mit Unterstützung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. 

Die Ausstellung des Goldrausch Künstlerinnenprojektes demonstriert die wachsende Diversifizierung künstlerischer Praxis: Die Arbeiten der fünfzehn Künstlerinnen verbinden verschiedene künstlerische und wissenschaftliche Disziplinen, Recherchemodelle und Fragestellungen. Dabei bestimmt die Heterogenität der künstlerischen Verfahren und Ausdrucksweisen den Charakter dieser Ausstellung. So unterschiedlich die Werke sein mögen, eines ist allen teilnehmenden Künstlerinnen gemeinsam: Sie beschäftigen sich intensiv mit unterschiedlichen Aspekten ihres Berufsfeldes. Die Ausstellung markiert den Abschluss des einjährigen Postgraduierten Kurses, in dem profilierte Künstlerinnen am Beginn ihrer Karriere arbeitsfeldspezifisches Fachwissen erwerben. Goldrausch 2005 animiert die Besucher nicht nur zum Nachdenken über die Subjektivität der eigenen Wahrnehmung, sondern auch zur Auseinandersetzung mit aktueller Kunstproduktion in Berlin. 

Veranstaltungen: Begleitet wurde die Ausstellung von einer Gesprächsrunde zu dem Thema Auswahlprozesse und Positionierungsstrategien im Kunstbetrieb und Führungen durch die Ausstellung von beteiligten KünstlerInnen.


BILD – MACHT – REZEPTION
9. Dezember 2005, ab 21 Uhr


Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
Ereignis: Im April 2004 hat die Boulevardpresse in Berlin mit einer massiven Skandalisierungsstrategie versucht, die Schließung der Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien „When love turns to poison“ und den Rücktritt der politisch zuständigen Bürgermeisterin zu erwirken. Der Vorwurf lautete: Verbreitung und Verharmlosung von Pornografie und Pädophilie.
Ein Jahr nach dem „Skandal“ haben wir anhand einer Publikation, einer Konferenz und einer begleitenden Aktion des Künstlers Wolfgang Müller und der Künstlerin Françoise Cactus die Mechanismen und Hintergründe des Skandals analysiert und reflektiert. Mit der Aufarbeitung haben wir versucht, die politischen, gesellschaftlichen und kunstwissenschaftlichen Dimensionen der Skandalisierungen zu behandeln. Die Ausstellung sollte hierbei einen Reflektionshintergrund und den Anlass bilden.


Backjumps – The Live Issue #2. Urbane Kommunikation und Ästhetik
20. August bis 16. Oktober 2005


KünstlerInnen: Akim & Zast/Berlin, alëxone/Paris, ASH/Kopenhagen/Paris, Brom/Berlin, Delta/Amsterdam, Downey & Darius Jones/New York, DRAMA/Berlin, Elk/London, freaklüb/Barcelona, HESHT/Berlin, Hnt/Paris, HuskMitNavn/Kopenhagen, Idee/Berlin, IEPE/Rotterdam/Berlin, Influenza/Rotterdam, Jay1/Paris, JR/Paris, Jonone/Paris/New York, Lokiss/Paris, The London Police/Amsterdam, Peter Michalski/Dortmund, Mode2/London, Neon/Berlin, Nina/São Paulo, Nomad & Miss Riel/Berlin, Os Gemeos/São Paulo, Pike & Nug/Stockholm, PIPS:lab/Amsterdam, Stephen ESPO Powers/New York, Ramm:ell:zee/New York, Roger/Berlin, Same/Metz, Stephen Schuster/New York, Richard Schwarz/Berlin, Shek/Berlin, Skki/Paris/New York, SPAIR/Berlin, STAK/Paris, Storm/Berlin, swoon/New York, Teach/London, TRY

Kurator: Adrian Nabi 

Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und in Zusammenarbeit mit diversen Kooperationspartnern. 

Ausstellung: Backjumps – The Live Issue #2 geht 2005 einen Schritt weiter. Diesmal wird nicht nur der Ausstellungsraum zu einer Live-Ausgabe des Magazins. Für den Zeitraum von zwei Monaten wird die Stadt stärker in das Projekt mit eingebunden und so zu einem lebendigen Magazin. Mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien als zentralem Ausstellungsort werden parallel zum Art Forum und Kunstherbst über 40 internationale Street Art KünstlerInnen von New York bis São Paulo ihre Arbeiten in Berlin ausstellen. Ganze Fassaden werden von KünstlerInnen bespielt. Dezentralisierte Ausstellungsräume und die „City of Names“, eine „Stadt aus Holz“, auf dem Mariannenplatz erweitern das Spektrum.
Die Mixtur aus bekannten KünstlerInnen und neu dazu gewonnenen AkteurInnen ermöglicht es, eine qualifizierte Auseinandersetzung über aktuelle Tendenzen und Entwicklungen von Street Art zu führen. 
Im Kreuzberger Wrangelkiez werden in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Brandwandfassaden durch KünstlerInnen des Projekts gestaltet. Parallel zu Backjumps im Rahmen des Projektes „Räume und Schatten – zeitgenössische Kunst aus Südostasien“ des Hauses der Kulturen der Welt wird der indonesische Straßenkünstler Eko Nugroho mit Jugendlichen eine Fassade des renovierten Nachbarschaftszentrums in der Cuvrystraße gestalten. Ebenso wird im Görlitzer Park die „Station Park“ mit Außenmalereien in das Projekt einbezogen, in der Görlitzer Str. 49: HuskMitNavn/Kopenhagen, Oppelner Str. 3: Os Gemeos/São Paulo und in der Wrangelstr. 62: The London Police/Amsterdam.

Veranstaltungen: Die Eröffnung wurde durch eine Aftershowparty erweitert, bei „City of Names“ gab es eine Demonstration sowie Performance, ein „Freestyle BBQ“ im Lovelite mit Performance, Filmprogramm und Party, Gespräche im Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien, einen Dia-Vortrag, Workshops, City Walks, eine Veranstaltung beim Berliner Kunstsalon beim Stand des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und Live Pilotsendungen im Hebbel am Ufer (HAU1).
Weitere Informationen unter: www.backjumps.info21. 


Trial of Power
Mai bis 3. Juli 2005


KünstlerInnen: Martin Dammann, Felipe Dulzaides, Gerdine Frenck, Caroline Hake, André Korpys und Markus Löffler, Bettina Lockemann, Aernout Mik, Thomas Moecker, Cornelia Renz, Eliezer Sonnenschein

Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Zusammenarbeit mit Maik Schlüter.

Ausstellung: „Politik ist Besitz“, behauptete Norman Mailer 1968 und meinte damit, dass jede politische Handlung von privaten Interessen bestimmt wird. Politische Handlungen sind mit der Machtfrage eng verknüpft. Macht ist die Grundlage aller Gesetze und gesellschaftlichen Absprachen. Daraus resultieren für die politischen Vertreter gewichtige Befugnisse, wie z.B. die Möglichkeit Gesetze zu verabschieden und diese durch Administration und Polizeiarbeit zu kontrollieren. Wenn aber der Demokratiebegriff auf einer abgehobenen Repräsentanz beruht, droht der Machtanspruch schnell zum Selbstzweck zu werden, der ein verantwortungsvolles politisches Gestalten ersetzt. Der Widerstreit zwischen Egoismus und öffentlicher Verantwortung, prägt die politische oder soziale Handlung. Macht und Missbrauch scheinen einander zwangsläufig zu bedingen. Die Verschränkung von privaten Interessen, politischen Konzepten und psychologischen Abgründen veranschaulicht die Komplexität eines essentiellen Phänomens. Die Ausstellung geht gesellschaftlichen Tendenzen von Macht und deren Konsequenzen nach. Auch in scheinbar unschuldigen Medien oder Segmenten des sozialen Lebens gibt es Gewalt und Hierarchien, finden sich eindeutige Konnotationen von Überwachung, Ausgrenzung und gezielter Einflussnahme. Die medienübergreifende Darstellung des Themas durch Fotografie, Video, Skulptur und Installation bis hin zu Malerei und Zeichnung, verdeutlicht das große Spektrum künstlerischen Ausdrucks und die unterschiedlichen Lesarten der Künstler und Künstlerinnen.

Veranstaltungen: Innerhalb der Ausstellung fand ein Vortrag, Führungen und das Ereignis „Open Bethanien“ mit Kurzfilmen, Lesung und DJ´s statt.


19. März bis 8. Mai 2005
Du bist hier (pour l’instant)


KünstlerInnen: Pierre Ardouvin, Neal Beggs, Emmanuelle Bodevin, Jean-Charles Eustache, Christelle Familiari, Benoît Lecarpentier, Georgia Nelson, Marion Robin

Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, in Zusammenarbeit mit l‘ AFAA – Bureau des Arts Plastiques/Französische Botschaft, auf Vorschlag von Christelle Familiari. 

Ausstellung: Kann eine Stadt der Motor künstlerischen Schaffens sein? Dies ist die Ausgangsfrage, der sich die französischen KünstlerInnen stellen, die zum überwiegenden Teil für eine Weile in Berlin gelebt haben. Der Focus des Interesses richtet sich auf die jeweilige Wahrnehmung der Stadt durch die KünstlerInnen. Sie macht Überschneidungen sichtbar und läßt Dialoge entstehen. Dabei treffen unterschiedliche Arbeitsweisen aufeinander. Der Blick auf die Stadt und die daraus gewonnenen Eindrücke sind jeweils mit der persönlichen Geschichte eng verbunden. Dadurch beeinhaltet die Ausstellung sehr gegensätzliche Arbeiten. Die Präsentationen beziehen sich auf die historische Komponente der Stadt und setzten sich mit den für Berlin typischen Veränderungen und Transformationen auseinandner.


ganztägig Female Hip Hop – Female Flava
5. März 2005


KünstlerInnen: Melbeatz, Pyranja, moanne81, Karin Offenwanger (Subotage), Caynd, Fresh Fluke u.v.a.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und De:Bug, Zeitschrift für elektronische Lebensaspekte. 

Ereignis:Female HipHop ist ein internationales Netzwerk für Frauen im HipHop, das neben einer offenen Datenbank und einem Magazin im Internet, an einer Publikation in De:Bug arbeitet, die die vielfältigen Positionen von Frauen im HipHop darstellt und analysiert. Im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien realisiert Female HipHop eine ganztägige Veranstaltung. 
Veranstaltungen: Es fanden Workshops für Breakdance, DJing, MCing, Produktion, HipHop-Business und Graffiti & Streetart, ein Filmprogramm, Diskussionen und eine abschließende Party statt.


hack.it.at – Hacktivismus im Umfeld von Netzkunst und Medien in Italien
15. Januar bis 27. Februar 2005


KünsterInnen: Asbesto (Freaknet.org), Betty (Sexyshock), Federico Bucalossi (Nothuman), Diana McCarty (Bootlab), Franca Formenti (Video), Tina Lorenz (Chaos Computer Club), Alessandro Ludovico (Neural), Sebastian Lütgert (Textz.com), Fabrizio Manizza (Disco Volante TV), Miss Riel, Nomad , Cornelia Sollfrank (Old Boys Network), Tommaso Tozzi (Hacker Art), Agnese Trocchi (Candida TV), Giacomo Verde (Eutopie) 
KuratorInnen: Tatiana Bazzichelli, Alexandra Weltz

Eine Veranstaltung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Zusammenarbeit mit dem italienischen Kulturinstitut Berlin und der Bundeszentrale für politische Bildung. 
In Partnerschaft mit dem Kunstmagazin U-Spot, der Zitty, der taz, Jungle World und Data-Recovery, der Universität „La Sapienza“, Rom, Fakultät für Kommunikationswissenschaft des anthrophologischen Instituts und der „Bevilacqua La Masa“ Stiftung (Venedig). 

Ausstellung: Das Projekt hack.it.art im Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien in Berlin ist eine Ausstellung und eine Veranstaltungsreihe über technologischen, künstlerischen und politischen Aktivismus in Italien. Es untersucht den weiten Komplex von Aktivitäten, die seit den 80ern alternativ zum traditionellen Kunstbetrieb entstanden und zu einem Netzwerk gewachsen sind. Da diese Aktivitäten nicht immer als „Kunst“ identifiziert werden können, sollten sie eher als „Praktiken“ oder als „Aktivismus“ bezeichnet werden. 
Technologischer, künstlerischer und politischer Aktivismus sind in Italien eng verbunden. Sie existieren in einem Netzwerk, das sich über das ganze Land erstreckt und zu dem Kollektive, Aktivisten und Künstler gehören. 
Die Ausstellung stellt ein weit verbreitetes Phänomen vor, welches sich die Schaffung unabhängiger und freier Kommunikation zum Ziel gesetzt hat, und zeigt der deutschen Öffentlichkeit die Vielfalt des italienischen Medien- und Netzaktivismus. Ziel ist es, einen Einblick in die sehr heterogene und in Deutschland bisher wenig beachtete italienische Szene zu geben und Anknüpfungspunkte sowohl im Bereich Kunst als auch Politik anzubieten sowie die Zusammenarbeit und Vernetzung von italienischen und deutschen Projekten und Aktivisten.

Veranstaltungen: Die Eröffnung wurde begleitet von der Performance von SuperfactoryTM/Pi-radio und Displaced Dilemma, DJ/VJing Nikky und Francesco „Warbear“ Macarone Palmieri, PHAG OFF und Bernardo Santarelli. Zudem fanden Workshops in Kooperation mit Transmediale/ Club Transmediale sowie Panels zu Themen wie „die Zukunft des Hacktivismus“ statt.


DISOBEDIENCE – Ziviler Ungehorsam
15. Januar bis 27. Februar 2005


Beteiligte: Alterazioni Video, Argentina Arde, Delphine Bedel, Franco Berardi (Bifo), Beth Bird, Black Audio Film Collective, Jota Castro, Comunitaria TV, Critical Art Ensemble (CAE), Marcelo Expósito, Harun Farocki, Ronith Gitelman & José Ignacio Lezcano, Alberto Grifi, Grupo de Arte Callejero (GAC), Guerrillavision, Indymedia, kanalB, Makrolab, Gianni Motti, Paper Tiger TV, Margit Czenki/Park Fiction, Radek Community, Oliver Ressler, Pierre-Olivier Rollin, Paula Roush (msdm), Paola Salerno, Hito Steyerl, Socialist Resistance, Sven’t Jolle, The Yes Men, Tute Bianche, Andrei Ujica, Ultra-red, Ambrogio Vitali/Radio Alice, Videoteppisti, Paolo Virno, Peter Watkins, Wayruro

Kurator: Marco Scotini als Zusammenarbeit der PLAY-gallery for still and motion pictures, des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und der transmediale 05.

Disobedience ist eine Ausstellung und Videostation über die Beziehung zwischen künstlerischen Praktiken. Als heterogenes und sich ständig wandelndes Archiv konzipiert, versteht sich das Projekt als Wegweiser durch die Geografien des zivilen Ungehorsams: von den sozialen Kämpfen in Italien im Jahr 1977 bis zu den jüngsten globalen Protesten vor und nach Seattle. Das Projekt versteht sich aber auch als ein Atlas der Pluralität der Widerstandstaktiken: von der direkten Aktion und der Gegeninformation zum Bio-Ungehorsam. Indem verschiedene Zeichen und Situationen in Bewegung gesetzt werden, präsentiert sich Disobedience als eine Verknüpfung offener Themenkreise, an deren Definition Künstler, Aktivisten, Filmemacher, Philosophen und politische Gruppierungen mitgewirkt haben. Die Ausstellung widmet sich außerdem der Beziehung zwischen Kunst und Aktivismus im Post-Kommunismus, der weltweiten Bewegung gegen den Neoliberismus, der Besetzung des öffentlichen Raums, den Forderungen nach sozialer Wohnungspolitik, den Kämpfen für die Bürgerrechte sowie den Culture-Jamming-Praktiken. 


Kurds On the Map – Eine Kartographie kultureller Identitäten in Europa
15. Januar bis 27. Februar 2005


Ein Beitrag der ON – Berlin Agentur. Projekt des Osservatorio Nomade (ON) in Zusammenarbeit mit Mythos-Film und YXK-Berlin – StudentInnen aus Kurdistan e.V.

Ausstellung: Rome_venice_berlin. Am 25. September 2004 reisten mehr als 100.000 Kurden aus allen Teilen Europas nach Gelsenkirchen, um am 12. Internationalen Kurdischen Kulturfestival teilzunehmen. Aus allen Richtungen sind sie angereist, um wenige Stunden gemeinsam zu feiern, zu erinnern und zu protestieren. ON hat diese Bewegung von drei Städten aus begleitet (Berlin, Venedig, Rom). Im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien soll diese kartographische Aufzeichnung fortgesetzt werden und in ein „live-mapping“ übertragen werden. ON wird gemeinsam mit YXK-Berlin – StudentInnen aus Kurdistan e.V. jeden Mittwoch von 14 bis 19 Uhr die Arbeit der Agentur fortsetzen.