2004 Programm:


Believe it or not
16. Oktober bis 28. November 2004


KünstlerInnen: Cisca Bogman, Filipa César, Beate Engl, Miklos Gaál, Alexander Györfi, Alen Hebilovic, Martin Kaltwasser, Dagmar Keller/Martin Wittwer, Eva Könnemann, Susanne Kutter, Caroline Labusch, Joep van Liefland, Thomas Michalak, Heiner Mühlenbrock, June Bum Park, Oliver Pietsch, Jens Reinert, Matthias Röhrborn, Sabine Schirdewahn, Corinna Schnitt

KuratorInnen: Claudia Burbaum, Oliver Pietsch, Matthias Röhrborn. 

Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien mit freundlicher Unterstützung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. 

Ausstellung: Wie wahr ist die Wirklichkeit? Wie wirklich ist die Wahrheit? Die Frage nach der Wirklichkeit hat wieder verstärkt Einzug in den aktuellen Kunstdiskurs gehalten. Gefragt wird in Ausstellungen und Magazinen nach der Wahrheit in künstlerischen Arbeiten, vor allem in solchen, die sich dokumentarisch oder sogar objektiv geben. Diese zur Zeit aktuelle Debatte um den Realismusbegriff greift die Ausstellung auf, um sie anhand von Themen weiterzuführen, deren Alltäglichkeit nur scheinbar banal ist. Dies nehmen KünstlerInnen als Ausgang für ihre Arbeiten, in denen sie spektakuläre Momente innerhalb des Alltäglichen aufzeigen und die Grenze zur Fiktion überschreiten. „Believe it or not“ bündelt aktuelle künstlerische Positionen, die die Realität des Alltäglichen auflösen und sich dem Spannungsfeld zwischen Realität und Fiktion widmen.


Goldrausch 2004
28. August bis 3. Oktober 2004


Künstlerinnen: Carla Åhlander, Barbara Breitenfellner, Anja Corcilius, Ina Geißler, Geka Heinke, Farida Heuck, Mona Jas, Anja Kempe, Susanne Kutter, Inken Reinert, Janine Sack, Kathrin Schiffbauer, Alexandra Schlund, Judith Siegmund, Anke Westermann

Kuratorinnen: Hannah Kruse, Birgit Effinger 

Eine Ausstellung des Goldrausch-Frauennetzwerkes mit Unterstützung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. 

Ausstellung: Die Ausstellung Goldrausch 2004 hat Ausschnitte aus der Produktion der diesjährigen Künstlerinnen gezeigt. Die ausgestellten Positionen umfassen Malerei, Fotografie, Film, Rauminstallation und partizipatorische Arbeitsweisen. So divers die Medien sind, so weit gespannt sind auch die thematischen Schwerpunkte. Sie reichen von der beobachtenden Bestandsaufnahme bis zur Abhandlung kunstimmanenter Fragestellungen, von der Auseinandersetzung mit urbanem Raum, Architektur und Migration, Medientheorie, Identitätspolitik und Popkultur bis zum Angebot an die Besucher, an Kunstwerken mitzuwirken. Mit Präzision und Humor visualisiert die Ausstellung in der Vielfalt künstlerischer Medien, Methoden und Anliegen ein überzeugendes Spektrum gegenwärtiger Kunstproduktion in Berlin. Sie stellt künstlerische Positionen dar im Spannungsverhältnis zwischen autonomer künstlerischer Praxis und der Auseinandersetzung mit den realen Bedingungen unserer Welt. Die Werke der diesjährigen Teilnehmerinnen wurden von den Jurorinnen Beatrice von Bismarck, Christine Hohenbüchler und Kathrin Peters ausgewählt.

Veranstaltungen: Im Rahmen der Ausstellung fande Dia Vorträge, eine Buchpräsentation von Judith Siegmund, Performance und ein Kinoabend mit Beiträgen der Künstlerinnen im Kino Arsenal statt.


Stefanie Bürkle: Zwischenstädte
Karen Kipphoff: Öffentliche Plätze/Öffentliche Körper

12. Juni bis 25. Juli 2004


Künstlerinnen: Stefanie Bürkle, Karen Kipphof

Eine Doppelausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.

Ausstellung: Zum ersten mal wird der Versuch unternommen zwei Einzelausstellungen zu kombinieren. Stefanie Bürkle hat sich mehrere Jahre mit dem Raum zwischen den Städten beschäftigt: Einkaufszentren in der Provinz, Reihenhäuser, Autobahnraststätten, etc. Karen Kipphoff ihrerseits beschäftigt sich seit ein paar Jahren mit den Repräsentationsfunktionen von zentralen öffentlichen Plätzen in Großstädten (Berlin, Bukarest, Moskau, Montreal, etc.). Beide Ausstellungen werden sich so mit zeitgenössischen Mitteln dem Thema Stadt annähern und Stoff für Debatten und Diskussionen liefern.
 
Stefanie Bürkle: Zwischenstädte 
Zwischen Stadt und Land liegen die mittelgroßen Städte in Deutschland. Von 1998 bis 2002 hat die Künstlerin Stefanie Bürkle Deutschland bereist. Eine künstlerische Bestandsaufnahme von mehr als 30 Orten in Fotografie und Malerei entfaltet ein Panorama des städtebaulichen Alltags an Orten, die niemand kennt (außer denen, die dort zuhause sind) und wo niemand hin will (außer denen, die dort schon sind und diese Stätten Heimat nennen). Es sind Städte mit ca. 20.000 bis 120.000 Einwohnern, in denen sich der Alltag zwischen Eigenheim und Fußgängerzone abspielt. Bürkles Arbeiten fokussieren die Nicht-Orte innerhalb der Städte – die Stadtbrachen, vergessene Parks, blinde Flecken und Zwischenräume – die gerade wegen ihrer gegenwärtigen Undefiniertheit Nischen für die modernen Nomaden bieten. Stefanie Bürkle lenkt unseren Blick in die Nebenstraßen der Fußgängerzonen, hinter die Sehenswürdigkeiten aus den Hochglanzprospekten der Fremdenverkehrsämter auf das, was man so selten sieht, weil es perfekt getarnt ist – die Normalität. „Zwischenstädte“ ist eine Momentaufnahme 24 mittelgroßer Städte in Deutschland

Karen Kipphoff: Öffentliche Plätze/Öffentliche Körper
Denkmäler und Plätze strukturieren nicht nur den öffentlichen Stadtkörper, sie stehen selbst als Baukörper für eine bestimmte Haltung und drücken die herrschenden Vorstellungen von Kultur und Macht ihrer Zeit aus. Wer große gesellschaftliche Macht besitzt, der bestimmt auch, wie das Stadtbild auszusehen hat. Im 20. Jahrhundert wurde dies beispielsweise durch die monumentale Architektur und Kunst in den nationalistischen, autoritären und totalitären Kulturen Deutschlands, Russlands und Rumäniens sichtbar. Um Platz für öffentliche Bauten, Prachtstraßen und Denkmäler zu schaffen, wurden die historischen Orte, die von weniger mächtigen Menschen geschaffen wurden, verdrängt oder vernichtet.
Mittlerweile spielen im digitalen Zeitalter figurative Denkmäler und öffentliche Plätze eine immer geringere Rolle für das gesellschaftliche Leben. Die Mächtigen dieser Welt beweisen ihre Stärke über ihre Präsenz in den Medien und zunehmend weniger durch repräsentative Bauten. 
Neben Panoramafotografie hat Karen Kipphoff eine Reihe neuer Arbeiten (interaktive Projektionen, Videoarbeiten und Drucke von urbanen Szenen aus Moskau, Bukarest und Berlin) gezeigt, die zwischen 2002 und 2004 entstanden sind. In diesen Arbeiten wurden folgende Fragen untersucht: Wie gehen die Verantwortlichen mit dem Legat der jeweiligen Monumente, der Architektur und dem Stadtbild um? Welche Geschichten erzählen die öffentlichen Plätze? Welche Rolle spielen Menschen in den inszenierten Stadträumen? Stets geht es bei Kipphoff um die Frage, wie sich Debatten über Nation und Identität nach den politischen Verwerfungen seit 1989 im aktuellen Stadtbild manifestieren.

Veranstaltungen: Innerhalb der Ausstellung stellte Stefanie Bürkle ihr Buch „Eiscafe Venezia“ vor und es fanden Vorträge, eine Performance von Karen Kipphoff und jeden Mittwoch Führungen durch die Ausstellung statt.


When love turns to poison
20. März bis 9. Mai 2004


KünstlerInnen: Françoise Cactus, Frank Gaard, Thomas Hauser, Beth Love, Stu Mead, Matthias Seidel

Kurator: Stéphane Bauer

Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.

Der Ausstellung „When love turns to poison“ dient als Ausgangspunkt und als Anregung für ihren Titel eine Zeichnung des Künstlers Frank Gaard. Auf dieser Zeichnung sind eine Unterhose, Hände, die mit dem Finger zeigen, überzeichnete Porträts, die Aussprüche „when love turns to poison“ und „dream“ und auf dem Höschen der Name „Victorine Meurent“ zu sehen. Victorine Louise Meurent war das Lieblingsmodell von Édouard Manet, dem bedeutenden impressionistischen Maler. Sie posierte für die beiden skandalträchtigen Bilder „Déjeuner sur l‘herbe“ und „Olympia“. Victorine Meurent und vor allem die „Olympia“ bildeten den Ausgangspunkt zahlreicher theoretischer, literarischer und künstlerischer Auseinandersetzungen. Immer wieder wurden beide Werke als wichtige Referenzpunkte in den Debatten um Kunst, Sexualität und bürgerliche Identität herangezogen. Die Ausstellung „When Love Turns to Poison“ versucht die hier thematisierten Fragen ganz direkt – jenseits der theoretischen und akademischen Diskurse – aufzunehmen. Es sind Fragen nach dem Verhältnis von Modell und Maler, den Fantasmen und dem Rollenbild der Frau, der künstlerischen Darstellung von sexuellen Wünschen und Fantasien und nach den psychologischen Abgründen verbotener, tabuisierter, angstbeladener, sexueller Praktiken. Dass diese Fragen auch mit Humor aufgegriffen werden können, zeigen besonders die Arbeiten von Frank Gaard oder die Installation von Skip Hunter & Ella Verparajugs. 

Veranstaltungen: Es fand eine Lesung von Françoise Cactus in der Volksbühne statt und kurzfristig auf Grund der Skandalisierung eine Podiumsdiskussion zum Thema BILD-MACHT- REZEPTION. Kunst im Regelwerk der Medien. Dieses Thema wurde am 9. Dezember 2005 noch einmal aufgearbeitet behandelt.


Trendvision 2004 – Mode_Kunst_Installation
17. Januar bis 29. Februar 2004


KünstlerInnen: +laboratorium (Dk), Art Point (Ru), Manuel Bonik (D), Anne Dettmer (D), Amit Epstein (Il), Undine Goldberg (D) Nina Hein (D), Ivana Helsinki (Fi), It’s fashion darling (Dk), Andrea Kroth (D), little red riding hood (D), Tatjana Lyng & Sonja Thomsen (Dk), membran (D), ping pong (Ch), pureculture (LV), Bettina Saul (D), Florinda Schnitzel (D), Jacqueline Steinmetz (D), Treuka (D), van reimersdahl (D), VBL (It, GB, D), Henrik Vibskov (Dk)

KuratorInnen: Nina Hein und Ane Løkken

Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.Ausstellung: Die beiden Modemacherinnen und Künstlerinnen aus Friedrichshain Nina Hein (Die Profis) und Ane Lokken (Trendvision) werden mit diesem Ausstellungsprojekt das Verhältnis von Kunst und Mode thematisieren.
Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen in der Mode, auf der Grenzlinie zwischen Kunst und Kleid, sind Künstler und Modedesigner eingeladen, die sich im Experiment mit textilen Materialien, Körperlichkeit und Formsprache begegnen. Es werden innovative Präsentationsformen und Begegnungen mit der Mode vorgestellt, die weit über herkömmliche Darstellungsformen hinausgehen. Die sechswöchige Ausstellung wird durch eine Medienlounge ergänzt, in der ein breites Spektrum digitaler Arbeiten nicht nur der der beteiligten Künstler gezeigt wird. 

Veranstaltungen: Parallel zur permanenten Ausstellung wurden Fotoshootings, Music evenings, Lesungen und Diskussionen angeboten.

Projektraum des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien:

Parallel zu diesen Ausstellungen und Veranstaltungen im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien wurden 2004 zusätzlich temporär und unregelmäßig die ehemaligen Räume der Namik-Kemel-Bibliothek im Bethanien als Projektraum genutzt werden.


3 Termine im Jahr
Kanakwood. Salon für Urbane Postmigranten Vibes: Kurzfilme, Gespräch und DJ’s

Mittwochs, jeweils ab 19 Uhr


Initiatoren: Jale Arikan, Giò Di Sera, Nermin Uçar, Shermin Langhoff. 
Eine Veranstaltungsreihe des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. 

Ereignis: Nach Hollywood und Bollywood, kommt nun auch Kanakwood! Inspiriert von der Salonkultur Berlins, ist der Salon gedacht als Forum für Filmemacher, Musiker, Tänzer, Literaten und bildende Künstler, die sich im Rahmen von urbaner, postmigrantischer Kultur bewegen. Langfristiges Ziel ist dabei – neben Austausch und Auseinandersetzung – ein produktives Netzwerk zur gegenseitigen Unterstützung zu bilden.


Oder/Odra – Das ATA-Carnet verliert seine Gültigkeit…
16. Oktober bis 7. November 2004


Die Ausstellung die in Kooperation mit der Galeria Amfilada aus Szczecin/Polen und dem kunstbauwerk e.V. Tabakfabrik Vierraden an der Oder realisiert wird, versammelt acht Polnische und Deutsche KünstlerInnen, die zunächst auf einem Symposion in Vierraden zusammenarbeiten werden, um anschliessend sowohl in Szczecin als auch in Berlin auszustellen. Es werden Raumbezogene Arbeiten entstehen.


Schwestern im Westen / _geduldet – Fotografie, Dokumentation & Diskussion
19. Juni bis 04. Juli 2004


Ausstellung: Bei dem Fotoprojekt Schwestern im Westen handelt es sich um eine Portraitserie von der jungen Lette-Absolventin Verena Jaekel über 17 junge, muslimischen Frauen aus Berlin. Die Intention dieser Arbeit ist es, junge Muslime einmal anders zu zeigen, als sie sonst in den Medien dargestellt werden. Diese Frauen tragen das Kopftuch aus freiem Willen, selbstbewusst und aufgrund ihres religiösen Glaubens. Ihre Entscheidung wird jedoch nicht immer geachtet oder akzeptiert, sondern vielmehr mit Misstrauen und Unverständnis betrachtet. Verena Jaekel geht es darum das Klischee zu hinterfragen, dass Frauen, die ein Kopftuch tragen, dies nur unter Zwang tun und entweder unterdrückte Opfer oder fanatische Fundamentalistinnen sind. Obwohl die Idee dieser Arbeit schon lange vorher bestand, gewinnt sie durch die zur Zeit geführte Kopftuchdebatte aber auch durch die seit dem 11. September anhaltende Islam-Feindlichkeit an Aktualität.


5 x 1 = 6 x 5
27. März bis 11. April 2004


Künstlerinnen: Stefka Ammon, Heike Gallmeier, Annette Gödde, Anna Krimerman, Annette Ruenzler, Petra Spielhagen. 
Ausstellung: Die Künstlerinnen wechseln für dieses Projekt zwischen der gewohnten Position des „Regisseurs„ hinter der Kamera und der des Modells. Fünfmal wurde jede Einzelne von ihren Kolleginnen inszeniert, womit jede der sechs die fünf anderen ins Bild setzte. Die so entstandenen 30 Fotografien werden nun im Projektraum des Kunstraums Bethanien präsentiert.


„I’m trying to tell you I love you“
7. bis 22. Februar 2004


KünstlerInnen: Nine Budde, Andrea Büttner, Maurice Doherty, Cornelia Erdmann, Martin Esteves, Justin Hansch, Franz Höfner, Teresa Luzio, Natascha Rossi, Harry Sachs, Annekatrin Schreiber, David Sherry, Shannon Stratton, Leonie Weber
Konzept: Ryan Weber

Ausstellung: Die Künstler wurden gebeten, den Ausstellungstitel mit einer neuen, speziell für dieses Projekt geschaffenen Arbeit zu interpretieren. Diese Interpretationen reichen vom einfachen Akt des Wartens auf eine geliebte Person bis hin zur Dokumentation der schmerzvollen Erfahrung der Beendigung einer Liebesbeziehung.