2002 Programm:


THE MISFITS 
26. Oktober bis 23. November 2002


KünstlerInnen
: Tanja Dabo, Tomislav Gotovac, Aleksandar Battista Ilic, Sanja Ivekovic, Ivana Keser, Denis Kraskovic, Andreja Kuluncic, Kristina Leko, Vlado Martek, Dalibor Martinis, Mladen Stilinovic
KuratorInnen: Kathrin Becker, Tihomir Milovac

Eine Ausstellung der Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH im Auftrag des Auswärtigen Amtes und des Ministeriums für Kultur der Republik Kroatiens im Rahmen der Kroatischen Kulturwochen in Berlin

Ausstellung: Die Besonderheit der geopolitischen Lage Kroatiens und des ehemaligen Jugoslawiens – im Irgendwo zwischen (politischem und geographischem) Ost und West – hat im Laufe der vergangenen 50 Jahre auf dem Gebiet der Kunst Eigenheiten zu Tage gefördert, in denen sich die zeitgenössische kroatische Kunst trotz ihrer grundlegenden Ähnlichkeit mit westeuropäischen Erscheinungen von diesen unterscheidet. Hervorgerufen durch die Besonderheiten einer lang andauernden Existenz unter den Bedingungen einer „Pseudo-Demokratie“ in einem rigiden Gesellschaftssystem, in dem die Freiheit des Einzelnen wie auch der gesamten Gesellschaft eingeschränkt war, haben die Künstlerinnen und Künstler auf die gesellschaftlichen Gegebenheiten reagiert und Kritik an denselben geübt. Ihre Absichten haben sich in unterschiedlichen Formen manifestiert, in direkten öffentlichen Provokationen, künstlerischen Aktionen und subtilem „Widerstand“ gegen gesellschaftliche und politische Normen. 
Auch die jüngeren geschichtlichen Ereignisse der letzen 15 Jahre haben sich auf das Kunstgeschehen ausgewirkt, dazu gehören der Fall der Berliner Mauer, die Erlangung der Unabhängigkeit Kroatiens, der Krieg, der Übergang zu Demokratie und freier Marktwirtschaft und die Vorbereitungen zum EU-Beitritt. Die Tradition eines kritischen Verhältnisses zur gesellschaftlichen Wirklichkeit setzt sich auch in der unmittelbaren Gegenwart fort, nur haben die ehemals eng umrissenen Grenzen eine bedeutende Ausweitung erfahren: Heute nehmen sich die Künstlerinnen und Künstler nicht nur aktueller lokaler, sondern auch globaler Themen an, wie beispielsweise der Weltwirtschaft, Ökologie, Minderheitenrechte und anderer ethischer Fragen unserer Zivilisation. 
Die Vorgehensweisen sind individuell von Künstler zu Künstler verschieden; aber das sie verbindende Element ist der Standpunkt, dass ein Kunstwerk nicht nur als Artefakt geschaffen wird, sondern dass verschiedene Beziehungen, Relationen, neue Verhaltensformen und das Eindringen von Störfaktoren in die traditionellen, gewohnten modernistischen Konventionen von Produktion, Präsentation, Rezeption und Konsum von Kunst untersucht werden. 


Sarajevo Selbstporträt 1991-1999 – Bilder aus Sarajevo von neun bosnischen Fotografen
14. September bis 20. Oktober 2002


KünstlerInnen: Kemal Hadic, Danilo Krstanovic, Milomir Kovacevic, Nermin Muhic, Mladen Pikulic, Ninah Pusija, Damir Sagolj, Sahin Sisic, Dejan Vekic, die Dia-Show „Warshots 1999“ von Matthias Wähner (D)

KuratorInnen: Stuart Alexander, Leslie Fratkin

Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V.

Ausstellung: 10 Jahre nach Ausbruch des Krieges in Bosnien vereint die Ausstellung Arbeiten von neun bosnischen Fotografen, die mit völlig unterschiedlichen Perspektiven und Bildsprachen ihre sehr subjektiven Eindrücke wiedergeben und dabei sowohl von der Unmöglichkeiteines normalen Lebens als auch von der Notwendigkeit eines Alltags unter Bedrohung durch Raketenwerfer und Heckenschützen erzählen. Die Bilder in der Ausstellung stehen in der Tradition der klassischen narrativen Sozial- und Pressefotografie und erlauben, anders als in den nachrichtenorientierten Printmedien und der dort notwendigen Reduktion, durch großzügig angelegte Zyklen einen tieferen Einblick in die Wirklichkeit einer Gesellschaft im Kriegszustand.
Viele der Fotografen arbeiteten und arbeiten immer noch für die unabhängige Tageszeitung Oslobodjenje, die 1992 von der BBC zur weltbesten unabhängigen Tageszeitung ernannt wurde und unter vielen anderen Auszeichnungen den Preis der französischen Journalistenorganisation „reporters sans frontières“ erhalten hat. 
Zu der Ausstellung ist im amerikanischen Verlag Umbrage Editions das Buch „Sarajevo Self-portrait“ erschienen.

Veranstaltungen:Zusätzlich zur Ausstellung beschäftigt sich ein Rahmenprogramm sowie ein Medienraum mit der propagandistischen Nutzung von Fotografie für die Durchsetzung politisch-militärischen Handelns. Es fanden Gespräche mit bosnischen Fotografen, Vorträge, ein Podiumsgespräch zum Thema „Krieg gegen Jugoslawien – eine humanitäre Intervention der NATO?“ und eine Filmreihe, gezeigt im Filmrisz, statt.


Station – Die Projektgalerie Expo 3000
20. Juli bis 1. September 2002


KünstlerInnen: Felix Carl, Tamara Trölsch, Annette Stieger, Kristofer Paetau, Vicky Martini, Mario Asef, Michaela Luxenberger, Thomas Volkwein, Tia Schmidt, Reinhard Hölker, Raphael Grisey, Fred Bouchet, Ben Cottrell, Mariola Gröner, Natascha Rossi, Nine Budde, Matthieu Husser, Thomas Lannes, Tim Coe, Yannick Mauny

Kurator: Spunk Seipel in Zusammenarbeit mit Stéphane Bauer.

Ausstellung: Die Projektgalerie Expo 3000 bestand zwischen September 1999 und Juni 2002. Die Ausstellungen fanden im Wochenrythmus statt. Ziel war es, möglichst vielen Künstlern ein Forum zu bieten und die Kommunikation unter ihnen zu fördern. Die Ausstellung spiegelt gleichzeitig die Rolle Berlins für viele Künstler: Die Stadt ist oft nur eine Station in ihrem Leben und künstlerischen Wirken. Sie kommen aus ganz Deutschland, oft auch aus dem Ausland hoerher, nutzen die Freiräume und kehren dann zurück in ihre Heimat. Selten werden diese Künstler vom Berliner Kunstbetrieb wahrgenommen und als eine wichtiger Bereicherung für den Kunstbetrieb gesehen. Die Ausstellung soll auch eine Dokumentation von aktuellen künstlerischen Positionen dieser auf Zeit „Zugezogenen“ sein und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Diesem temporären Prinzip war die Galerie Expo 3000 verpflichtet.


Over the moon. Große Gefühle zwischen Inszenierung und Authentizität.
18. Mai bis 30. Juni 2002


KünstlerInnen: Bigert & Bergström, Birgit Brenner, Laura Bruce, Piotr Dluzniewski, Kerstin Drechsel, Martin Eder, Valérie Favre, Ulrike Feser, Undine Goldberg, Oliver Harrison, Gerd Holzwarth, MK Kähne, David Krippendorff, BjØrn Melhus, Maya Roos, Diego Schindler-Castro, Cornelia Schmidt-Bleek
KuratorInnen: Stéphane Bauer, Kathrin Becker, Laura Bruce

Ausstellung: Unsere Auseinandersetzung mit der Welt wird zunehmend medial geprägt. Gefühle, emotionale Reaktionen, Bedürfnisse auch Freiheit, Geborgenheit und Liebe erscheinen nur glaubhaft, wenn sie Formen und Ausdrucksweisen annehmen, die medialen Vorbildern entsprechen. Ziel der Ausstellung ist es, Arbeiten zu versammeln, die die Gradwanderung „großer Gefühle“ zwischen Inszenierung und Authentizität untersuchen.

Veranstaltungen: Die Eröffnung wurde von K.R.Y.- Androgenius Blues begleitet und von zwei Veranstaltungen, „The Dialectics of the Pop Ballad“ und 
„Quit Storm – Soullegenden und die Revolution der Leidenschaft“.