1999 Programm:


Die imposante Landschaft
30. Oktober 1999 bis 2. Januar 2000 


Künstler und Künstlerkolonien im Riesengebirge im 20. Jahrhundert 

Eine Ausstellung der Gesellschaft für interregionalen Kulturaustausch e.V.

Ausstellung: „Die imposante Landschaft“, das ist das im Südwesten Polen gelegene Riesengebirge, gleichzeitig der Titel einer von Deutschen und Polen gemeinsam vorbereiteten Ausstellung, die sich den Künstlern dieser ehemals deutschen, heute polnischen Region und deren Werken widmet.
Die Ausstellung stellt Werke von über 120 deutschen und polnischen Künstlern sowie Künstlergruppen aus diesem Jahrhundert vor. Sie gibt auf 150 Tafeln und einer einführenden Ton-Dia-Schau Hintergrundinformationen. Zur Ausstellung erschien ein Katalog mit Beiträgen von 32 deutschen und polnischen Wissenschaftlern mit 400 Seiten und ebenso vielen Abbildungen.


Sommerfest im Bethanien
28. August 1999


Mit Stereo Total, Andreas Dorau, Aziza A, Die Tödliche Doris, Party, etc… zusammengestellt von Stéphane Bauer


Die tödliche Doris – Kunst
28. August bis 17. Oktober 1999


Kurator: Martin Schmitz in Zusammenarbeit mit Stéphane Bauer. 
Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur und dem Kunstfonds Bonn.

Eine Ausstellung des Kunstamt Kreuzberg/Bethanien. 

Ausstellung: Die Tödliche Doris macht alles anders als die anderen, hieß es im Feuilleton der 80er Jahre. Schrott oder das Intelligenteste, was es gibt, vermutete damals die Presse. Das legendäre Künstlertrio „Die Tödliche Doris“ wurde vor annähernd 20 Jahren in Berlin gegründet. In sieben Jahren traten Käthe Kruse, Wolfgang Müller und Nikolaus Utermöhlen unter diesem Namen künstlerisch in Erscheinung. „Die Tödliche Doris“ kreierte ein konzeptionelles Gesamtkunstwerk aus Malerei, Film, Fotografie und Performance. Die documenta in Kassel, das Museum of Modern Art in New York, Museen, Galerien, und Veranstalter in Tokio, Paris, Amsterdam oder Warschau luden die Künstlergruppe zu Konzerten und Ausstellungen ein.
Als Teil des Konzeptes löste sie sich 1987 auf und hinterließ zahlreiche Schallplatten, CDs, Filme, Videos und bisher selten gezeigte Kunstwerke.
„Die Tödliche Doris“ muss als wichtiger Schlüssel zur Kunst der 80er Jahre jenseits der wilden Malerei betrachtet werden. Sie blieb jedoch wenig erforscht und obwohl das Trio immer wieder auch international in Erscheinung trat, entzog es sich erfolgreich und kritisch dem damaligen Kunstbetrieb. Die Ausstellung „Die Tödliche Doris – Kunst“ zeigt zum ersten Mal in diesem Umfang Doris als „bildende Künstlerin“ und beleuchtet somit ihre Strategie zum Gesamtkunstwerk. Es erschien im Martin Schmitz Verlag ein 128 seitiger Katalog.

Veranstaltungen: Es fand beim Sommerfest „Die tödliche Doris wird gecovert“, sowie drei Gespräche und „Das Büro der Tödlichen Doris: Sprechzeiten in der Ausstellung“ jeweils Sonntag statt.


Vortrag: Was ist politische Kunst?
6. Mai 1999


Konzeption: Stéphane Bauer, Leonie Baumann, Michaela Schweiger

Veranstalter: Interflugs HdK-Berlin, Kunstamt Kreuzberg/Bethanien, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. 

Ereignis: Diskussion zwischen Holger Kube Ventura, Claudia Wahjudi und Albert Eckert.
Während der gesellschaftliche Umbau zu fragilen und deregulierten Lebenspraxen führt, wird die Kunstgruppe zum Modell, um das soziale Netz zu stabilisieren und das Politische diskursiv zu halten. 
Wer heute in Kunstprojekten politische Positionen artikuliert, provoziert Fragen nach ästhetischer Umsetzung, erreichen von Adressaten und politischer Wirksamkeit. Diese Fragen greifen wir auf. Holge Kube Ventura untersucht die diskursive Teilhabe von Kunstgeschichte und Kunstkritik an der vertexteten Praxis politischer Kunst. Claudia Wahjudi spricht über das Wechselverhältnis zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen und Kunstkontext.


Rosa für Jungs – Hellblau für Mädchen
1. Mai bis 13. Juni 1999


KünstlerInnen: Janine Antoni, Gabriele Basch, Ericka Beckman, Helena Bergman und Cecilia Bergman, Catherine Bourdon, Ellen Cantor, Alyssa DeLuccia, Die Tödliche Doris, Dominic Eichler, Manfred Erjautz, Assaf (Safy) Etiel, Ueli Etter, Peter Friedl, Claudia Hart, Yu Hirai, Carsten Höller, Fabrice Hybert, Christiane John, Mike Kelley / Paul McCarthy, Christine Kriegerowski, David Krippendorff, Inez van Lamsweerde, Pia Lanzinger, Hanna Lentz, Zbigniew Libera, Ma Liuming, Britta Lorch, Sally Mann, Isa Melsheimer, Dörte Meyer, Tracey Moffatt, Christoph Oertli, Susanne Paesler, Claudia Reinhardt, Trudie Reiss, Heli Rekula, Hunter Reynolds, Ginger Roberts, Matthias Röhrborn, Ugo Rondinone, Aura Rosenberg, Mike Sale, Anne Schneider, Annika Ström, Ingo Taubhorn, Giuliano Vece, Daniel Zander 

Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V.

Ausstellung: 50 Künstler spüren der Geschlechterrolle in der Gegenwart nach. 
Rosa für Mädchen, hellblau für Knaben, das sind die bis heute geltenden Eckdaten, die das Babyalter bestimmen. Solche und andere Prägungen in der Kindheit und deren Auswirkungen auf spätere Lebensphasen sind die thematischen Eckpfeiler der Ausstellung. Die im Titel vorgenommene Umkehrung der Farbkodierung aber macht deutlich, dass die ausgestellten Werke Festgelegtes in Frage stellen. Der Begriff der Kindheit wird als projektives Konstrukt vorausgesetzt. Identität als Konstruktion innerhalb normativer Grenzen.

Veranstaltungen: Begleitet wurde die Doppelausstellung von einem umfangreichen Kinoprogramm im Babylon Mitte und im Moviemento.


Pleasure Principles (props), pearls vol. VI- dirty windows
23. März bis 18. April 1999


KünstlerInnen: Eva Bertram, Walter Dahn, Kerstin Drechsel, Klaus W. Eisenlohr, Marietheres Finkeldei, Jan Lilienthal, Felix Müller, Birgit Nowocien, Johannes Oberthür, Laura Padgett, Rocco Pagel, Carola Scheil, Constanze Schweda, Petra Seelenmeyer, Dirk Sommer, Markus Strieder, Luc Wolff

Kurator: Dirk Sommer

Ausstellung: Seit 10 Jahren stellen – von dem Künstler Dirk Sommer initiiert und organisiert – in drei Schaufenstern im U-Bahnhof Kurfürstendamm regelmäßig Künstlerinnen und Künstler Arbeiten aus, die sie für diesen eigenwilligen und zugleich höchst öffentlichen Raum konzipiert haben. Aufmerksam auf die Arbeit dieser Projektgalerie soll die Ausstellungsreihe „pearls“ machen: in diesem Jahr zum ersten Mal im Bethanien! 17 Künstler und Künstlerinnen haben sich dem „Lustprinzip“ gewidmet und zeigen neue Arbeiten.


Wir leben zwischen Wänden
16. Januar bis 28. Februar 1999


KünstlerInnen: Irina Baschlakow, Ursula Döbereiner, Taewoo Kang, Achim Kobe, Elke Marhöfer, John Miller, Birgit Schlieps, Katharina Schmidt, Brian Reffin Smith

Kurator: Stéphane Bauer

Ausstellung: Diese „Künstlerausstellung“, d.h. von den Künstlern selbst erarbeitete und erstrittene, verweist auf Felder aktueller Auseinandersetzung um neuere künstlerische Produktion, insbesondere einer Auseinandersetzung um das Verhältnis zwischen Malerei und neueren Medien. Neuere Medien – unter den Aspekten der Inhaltlichkeit und der technischen Reproduzierbarkeit der von ihnen generierten Bilder – stehen im Zentrum der Fragen der an der Ausstellung beteiligten Künstler. Gerade deswegen oder dem zum Trotz wird es in dieser Ausstellung kaum oder keine Neueren Medien wie Videoproduktionen, Computerinstallationen oder Internetarbeiten geben. Malerische Positionen überwiegen! „Wir leben zwischen Wänden“ kann so als nüchterne Zustandsbeschreibung und Feststellung gelesen werden: jenseits der Versprechungen und Erwartungen bleiben Bilder und Sprache. Diese gilt es zu untersuchen.