Zum Artikel springen

mariannenplatz 2
10997 berlin
u-bahn kottbusser tor

tel.:030/90298-1455
fax: 030/90298-1453
e-mail


öffnungszeiten:
täglich: 12 - 19 uhr
führung auf anfrage

eintritt frei


Aktuelle Ausstellung:

LOCATE ME

22. Mai bis 08. August 2010
Sonderöffnungszeiten am 10.+11. Juni: 10 bis 22 Uhr

Eröffnung: Freitag, den 21. Mai 2010, ab 19 Uhr: Begrüßung durch Dr. Jan Stöß, Bezirksstadtrat für Bildung und Kultur

KünstlerInnen der Ausstellung: Aram Bartholl, Gaspar Battha, Tjorg Douglas Beer, Julius von Bismarck/Benjamin Maus, Yasmine Chatila, Andreas Nicolas Fischer, Robert Heel, Dirk Holzberg, Annja Krautgasser, Lea Asja Pagenkemper, Desiree Palmen, Pony Pedro (Mark Thomann, Sebastian Wagner, Franziska Werner), Willy Sengewald/TheGreenEyl, Eva Alexandra Stueben, tat ort (Berlinger & Fiel), Alexa Wright/Alf Linney, Jens Wunderling, Special: The Product (Patrick Kochlick & Dennis Paul)


Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien konzipiert von Florina Limberg und Daniela Walz

„Locate Me“ ist ein Funktionsbefehl, dem immer eine Frage vorausgeht: nämlich die nach dem Standort und dem eigenen Standpunkt. Die Verortung des Ichs im urbanen Raum erfährt durch mobile Mediennutzung – durch GPS und den damit verknüpften Web 2.0-Angeboten – neue Aufmerksamkeit. Suchanfragen und Interaktionen im Netz lassen dabei eine virtuelle Oberfläche der Stadt entstehen, die neue Strategien der Raumerschließung provoziert. Die Ausstellung „Locate Me“ untersucht die Auswirkung neuer Kommunikationstechnologien auf tradierte Raumkonzepte. Sie ist ein Erfahrungsbericht junger zeitgenössischer KünstlerInnen über die digitale Stadt.
Gerade in einer Metropole wie Berlin sind Einfluss und Auswirkung der mobilen Internettechnologie in der alltäglichen Auseinandersetzung mit dem Stadtraum gut zu beobachten. Strategien des Virtuellen werden immer mehr zu Instrumenten der realen Raumerfahrung. Die zeitgenössische künstlerische Produktion thematisiert diese sich durch neue Technologien bedingte Veränderung der Stadt und der Stadterfahrung auf vielfältige Weise. Bei „Locate Me“ geht es nicht nur um räumliche Orientierung. Vielmehr geht es um eine allgemeine Verortung des Individuums innerhalb eines sich im Wandel befindenden Raumkonzeptes. Dies zeigt und vermittelt die Ausstellung durch künstlerische Arbeiten, die mit ganz unterschiedlichen Medien und künstlerischen Ansätzen gleichzeitig auch auf die Kulturgeschichte des Raums verweisen.
So dokumentieren die Zeichnungen von Dirk Holzberg und die plastische Arbeit von Andreas Nicolas Fischer die Fortbewegung im urbanen Raum mit Hilfe von Ortungsverfahren, während Tjorg Douglas Beer, Eva Alexandra Stueben und Lea Asja Pagenkemper sich malerisch mit ihrer Verortung im geographischen Stadtgefüge oder mit dem Kommentieren des Stadtraumes durch Graffiti – analog zum Tagging im Social Web - auseinandersetzen. Jens Wunderling bringt in seiner Arbeit zeitgleich im Netz gepostete Bilder und Textnachrichten mit denselben geografischen Koordinaten zusammen. Die Künstler Willi Sengewald (TheGreenEyl) und Aram Bartholl untersuchen das „disconnected/dislocated sein“, indem sie durch kleine Eingriffe Nutzer vom Zugang zu ihren Funknetzen trennen. Die Künstlergruppe Pony Pedro holt das Prinzip der Plattform „Rotten Neighbour“ mit performativen Interventionen zurück in die reale Stadt. Robert Heel und Annja Krautgasser thematisieren in ihren audiovisuellen Arbeiten auf unterschiedliche Weise Bewegungen, Wege und Fahrten durch die Stadt und Julius von Bismarck fängt mit Hilfe neuer Technologien die Stimmung auf den Straßen Berlins ein.
Auch die Besucher dürfen aktiv werden! Die Designer-Künstler-Gruppe The Product wird ein spezielles Tool Kit bereitstellen, mit dem der urbane Raum markiert werden kann. Die Tags können dabei im Netz geposted, kommentiert und von anderen Nutzern lokalisiert werden.
Die Ausstellung wird von einem vielfältigen Begleitprogramm aus Führungen, Diskussionen und künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum begleitet, unter anderem in Zusammenarbeit mit den Künstlergruppen TheGreenEyl und Invisible Playground.

Begleitprogramm:

Donnerstag, 27. Mai, 19 Uhr
* The Adaptability of Art- Mimesis as Tactic. Gespräch mit Desiree Palmen
Die drei Photoarbeiten von Desiree Palmen in der Ausstellung Locate Me entstanden im Jahr 2002 innerhalb der Serie STREETWISE, ein Projekt für Straßenüberwachungskameras in Rotterdams so genannten „Risiko-Vierteln“. In dem Künstlergespräch The Adaptability of Art – Mimesis as Tactic thematisiert Desiree Palmen, wie ihre Arbeiten gerade in der Idee des Beobachtens entstehen.


Donnerstag, 03. Juni, 19 Uhr
* Are you Human? Gespräch mit Aram Bartholl
Mit seine Installationen, Workshops und Performances thematisiert Aram Bartholl seit einigen Jahren das Verhältnis von Datenwelten zu unserem alltäglichem Lebensraum: In welcher Form manifestiert sich die Netz-Daten-Welt in unserem Alltag-Lebens-Raum? Was kommt aus dem Cyberspace zurück in den physischen Raum? Wie beeinflussen die digitalen Neuerungen unser alltägliches Handeln? Häufig werden in diesen Arbeiten bestimmte Regel und Funktionsweisen des digitalen Raumes als Objekte oder Funktionen in den physischen Raum übertragen. Aram Bartholl spricht über seine neusten Arbeiten und das Verhältnis der On- und Offline Alltagskultur im Zeitalter von Facebook, Twitter, Google und co.


Freitag, 18. Juni, und Samstag, 19. Juni, 15-18 Uhr
* Biotop Bethanien. Workshop mit Verena Kuni. Samstag, 19. Juni: ab 19 Uhr Open Lab
Anmeldung unter: bethanien[at]kunstraumkreuzberg.de
Unter einem Biotop versteht man einen Lebensraum, den verschiedene Lebewesen miteinander teilen und gemeinsam nutzen. In diesem Sinne ist jede Stadt ein Biotop, das seinerseits wiederum zahlreiche spezifische Biotope umfasst, in denen unterschiedliche Arten in Lebensgemeinschaften koexistieren. Dass die jeweiligen Konstellationen und Konditionen solcher lokaler Lebensgemeinschaften nicht allein von biologischen Faktoren bestimmt werden, liegt auf der Hand.
Wie sich urbane Biotope aus interdisziplinärer Sicht untersuchen lassen, welche Werkzeuge, Methoden und Verfahren zum Einsatz kommen können und welche weiterführenden Perspektiven sich hieraus für eine Auseinandersetzung mit der Stadt als Lebensraum und Handlungsfeld ergeben, wird der Workshop am Beispiel des Biotops Bethanien untersuchen.
Die TeilnehmerInnen werden gebeten, eigene Werkzeuge ihrer Wahl (Papier, Stifte, Foto/Video-Kameras, Audio-Aufnahmegeräte, GPS-Navigatoren usw.) sowie ggf. Bestimmungsbücher, Karten etc. zum Workshop mitzubringen.
Am 19.6.2010 können ab 19.00 Uhr im „Open Lab“ die Ergebnisse des Workshops mit den Teilnehmern öffentlich erörtert und diskutiert werden.


Donnerstag, 24. Juni und 05. August, 19 Uhr
* Ausstellungsführung mit Florina Limberg und Daniela Walz


Donnerstag, 01. Juli, 19 Uhr
* Verortungen. Über Zusammenhänge von Identitäten, Orten und neuen Medien.
Vortrag von Prof. Dr. Susanne Hauser
Die Frage, wie sich eine zunehmende Beweglichkeit von Menschen, Informationen, Waren und Kapital auf Raumproduktion generell, auf die Rolle von Orten und Identitäten im Besonderen auswirkt, stellte sich zuerst in den 1980er Jahren. Es war die Rede von einer Delokalisierung, „Entankerung“ und „Entbettung“ sozialer Prozesse und davon, dass die Bedeutung von Orten aller Art, von Städten oder auch markanten Plätzen, im Verschwinden begriffen sei. Einige der Thesen haben sich bestätigt, doch gleichzeitig entwickelten sich zahlreiche neue Praktiken der Verortung. Der Vortrag berichtet aus einigen Städten und stellt politische wie ästhetische Strategien vor, die heute mit den Beziehungen von Ort, Identität und Medien umgehen.


Donnerstag, 29. Juli, 21-23 Uhr
* Leave-A-Comment Toolkit. Secret-Tour mit Patrick Kochlick und Dennis Paul. Anmeldung unter: The Product


Samstag, 07. August, 10-18 Uhr und Sonntag, 08. August, ab 16 Uhr
* Macht Spiele! Mit Berlin Invisible Playground
Street Games Design Workshop. Street Games zwischen Kunstraum Kreuzberg und Kottbusser Tor
www.machtspiele.org