Programm der vergangenen Jahre:
Als pdf-Ansicht, bitte klicken: 1998 – 2010
2011
05. November 2011 bis 15. Januar 2012
Let the Rythm Hit 'Em
Eine Ausstellung initiiert und realisiert von Matthias Mayer in Zusammenarbeit
mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, gefördert von der Kulturverwaltung
des Landes Berlin. Mit freundlicher Unterstützung des Institut Français
Berlin, des Office for Contemporary Art Norway OCA, von Thomann, Cine-plus,
boesner, PAM/events Veranstaltungstechnik, Museum Mitte und dem Theaterhaus
Mitte
KünstlerInnen: Oni Ayhun/Mar Ritt, David Blandy, Matthew
Burbidge/Sonja Ostermann, Diego Castro, Sophie Clements, Die Tödliche
Doris, Jérôme Chazeix, Jan Christensen/Anders Fjøsne/Marcel
Dickhage, Frederik Foert, Ingo Gerken/Matthias Meyer, Hellmut Hattler, Max
Hattler, Eno Henze, annette hollywood, Hervé Humbert/Michael Dillon/Manuel
Poletti, Patrick Jambon, Jakob Jensen, Uwe Jonas, Khan, Franziska Lantz,
Julia Lazarus, Arto Lindsay, Matthias Mayer, Noriko Okaku, Kirsten Palz/Jens
Christian Madsen/Jeroen Jacobs, Daniel Permanetter, Katrin Plavcak/Johanna
Kirsch/Rudi Fischerlehner, Reto Pulfer, Egill Sæbjörnsson, Scanner,
Marc Schamuthe, Theodor Storm, Veronika Schumacher, Michael Witte, Ina Wudtke
Wie sehr sind bildende KünstlerInnen beeinflusst von aktueller Musik
oder wie verbunden sind Musiker mit visueller Gestaltung? Im Jahr 1990 erschien
das Album „Let the Rhythm Hit 'Em“ des Hip-Hop-Duos Eric B &
Rakim mit gleichnamigem Titelsong. Die Ausstellung setzt den Songtitel von
Eric B & Rakim (Übersetzung: „Lass sie den Rhythmus spüren“)
sprichwörtlich in Bezug zur bildenden Kunst – auf das Leben der
Künstler und ihre Arbeiten.
Initiator Matthias Mayer hat die Ausstellung zusammengestellt mit Werken
von WegbegleiterInnen und wichtigen ProtagonistInnen, deren Arbeiten im
Grenzbereich zwischen Musik und bildender Kunst changieren.
Bei der Perfomance scheinen sich Musik und visuelle Gestaltung am unmittelbarsten
miteinander zu verbinden bzw. auszutauschen. Funktioniert Musik ohne Live-Performance?
Wie funktioniert Performance ohne Musik? Wie sind Bild und Ton miteinander
in Beziehung gesetzt? Neben der „Partyloader-Performancestage“
im Kunstraum Kreuzberg wird das Performanceprogramm in einer Kooperation
mit WestGermany/Büro für postpostmoderne Kommunikation fortgesetzt.
Begleitprogramm:
Freitag, 04.11.2011, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien ab 19.00 Uhr
Eröffnung und Begrüßung durch den Bezirksstadtrat für
Bildung und Kultur
Performanceprogramm, DJ's:
Patrick Jambon „hot air“, Hervé Humbert „Grand
Opening“, David Blandy „The White and Black Minstrel Show“,
Khan „Angels of Light (Flash/Flesh)“, DJ Hobby DJ vs. Sporty
Jack, „Electro Funky“
WestGermany/Büro für postpostmoderne Kommunikation ab 23.00 Uhr
Konzertperformance, DJ's (Einlass ab 22.00 Uhr):
Theodor Storm, DJ Hobby DJ (rare groove) + Marc FM (electro/house)
Samstag, 05.11.2011, WestGermany/Büro für postpostmoderne Kommunikation
ab 20.00 Uhr
Musik- und Videoperformances:
Max Hattler „Remixing the past", Max Hattler + Noriko Okaku „/\/\/\“,
Scanner „Unto the edges“, Oni Ayhun + Mar Ritt
Freitag, 18.11.2011, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien ab 20.00 Uhr
Party: “Schneegestöber“ hosted by Jonas im Wal, The Freddo
and Mo Magic
Freitag, 16.12.2011, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien ab 20.00 Uhr
Ausstellungsgespräch, Screening, DJ:
„Gekerbter Klang – glattes Bild?“, Anna Bromley (Lautstrom/reboot
fm) und Matthias Mayer im Gespräch mit Wolfgang Müller (Die Tödliche
Doris) anhand von Videofilmen der Gruppe „Die Tödliche Doris“,
Sporty Jack (80ies Independent)
Sonntag, 15.01.2012, Finissage Kunstraum Kreuzberg/Bethanien ab 19.00 Uhr
Perfomances, DJ:
Patrick Jambon „hot air“, Franziska Lantz „This drum beats“,
Reto Pulfer „Geschichten mit der elektrischen Gitarre“, Sporty
Jack „The Planet Funk“
10. September bis 23. Oktober 2011
Chicks on Speed – Cultural Workship Now!
Ausstellung – Performances – Workshops – Talks
Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und der Chicks on Speed gefördert
durch den Hauptstadtkulturfonds.
Mit CULTURAL WORKSHIP NOW! präsentieren die CHICKS ON SPEED zum ersten
Mal in Deutschland großflächig ihre Arbeit – von den Anfängen
in den 90er Jahren bis zur Gegenwart. CHICKS ON SPEED sind Pionierinnen
der interdisziplinären Künste: sie verwischen die Grenzen von
Kunst, Mode, Musik, Technologie und Performances und bündeln diese
Formen zu neuem Ganzen.
Der Kunstraum Kreuzberg wird zum Headquarter, zum Arbeits- und Begegnungsraum
diverser Künstler, um die Weichen für die kulturelle Produktion
der Zukunft zu stellen. Dabei steht neben der Ausstellung konkreter Objekte,
Installationen und Video-Arbeiten auch die Präsentation und Produktion
neuer Performances im Fokus.
Das CULTURAL WORKSHIP ist eine Kunst-Arche-Noah, die den Geist der Warhol´schen
Factory atmet und den gemeinsamen Exzess-Prozess huldigt.
CHICKS ON SPEED sind das elektrisierende Zentrum für ihre Devise von
ART, MUSIC, FASHION, ACTION! In den 15 Jahren seit der Gründung des
Kollektives sind die intensiven Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern
fester Bestandteil der künstlerischen Praxis der Gruppe. Diese fluktuierende
Struktur bildet sich auch in der Ausstellung CULTURAL WORKSHIP NOW! ab:
langfristige Wegbegleiterinnen wie A.L. Steiner, Kathi Glas, Douglas Gordon,
Deborah Schamoni und Anat Ben-David sind ebenso vertreten wie temporäre
Kooperationspartner beispielsweise Jeremy Scott und Karl Lagerfeld. Zum
Kosmos der CHICKS ON SPEED gehören neben diesen alten Hasen auch Künstlerinnen
wie Kroot Juurak, Vladimir Karaleev, Johnny Dogday, Christophe Coppins,
Max Kibardin, Bifacco, Alex Posada and Hangar.org, Nadine Jessen, Juliana
Solmsdorf, Sophie von Hellermann, Australian Tapestry Workshop, Boris Edelstein
Modul8, Jasmina Machina, u.a.
Neben dieser Ausstellung, die die Vielfalt des künstlerischen Feldes
der CHICKS ON SPEED absteckt, findet vom 14.-17.9. eine Reihe von Performance-Music-Lecture-Abenden
in den Räumen der ehemaligen Kapelle (Studio 1) statt:
Programm, jeweils 20 Uhr im Studio 1, Eintritt 5,-/10,-:
Mittwoch, 14.09.11: Theremin Tapestry
(live music, performance and lecture)
Anat Ben-David Jerusalem/London, Dorit Chrysler Graz/New York, Jasmin Guffond
NZ/Berlin, with Brass Players: Hilary Jeffery, Melissa Logan, Gaelle Scali.
Donnerstag, 15.09.11: The Naked Performers go Bollywood
(performance, theory lecture and Djing/Bollywood Party)
Mit Chicks on Speed (Alex Murray-Leslie & Melissa Logan), Kroot Juurak,
Anat Ben-David, Christin Zarzinsky and the great DJ Maral Salmassi
Freitag, 16.09.11: Venus Goddess Inventor
(performance, theory lecture and video screening)
Mit Kathi Glas, Alex Murray-Leslie and Anat Ben-David, Christin Zarzinsky,
Kroot Juurak, Ester g. Mecias, Meritxell Romanos
Samstag, 17.09.11: Wrectangle: sometimes a cigar box is not just a cigar
box
(theory and practice mash up, performance, music, party)
Chicks on Speed (Alex Murray-Leslie & Melissa Logan), A.L. Steiner,
Kroot Juurak, Nadine Jessen, Jasmine Guffond, Andreas Krach, Ester g. Mecias,
Meritxell Romanos, Christin Zarzinsky
02. Juli bis 28. August 2011
NOMADIC SETTLERS – SETTLED NOMADS
KünstlerInnen: Yasmin Alt (Deutschland), Lars Bjerre
(Dänemark), Marcio Carvalho (Portugal), Rudy Cremonini (Italien), Dalila
Dalléas (Frankreich/Algerien), Yingmei Duan (China), Roberto Duarte
(Chile), Juan Duque (Columbien/Belgien), Antje Engelmann (Deutschland),
Surya Gied (Deutschland/ Südkorea), Michael á Grømma
(Dänemark), Satch Hoyt (UK), Lan Hungh (Taiwan), Paul Huf (Deutschland/
Mexico), Bruno Jamaica (Portugal), Essi Kausalainen (Finnland), Leena Kela
(Finnland), Magda Korsinsky (Deutschland/ Tschechien), Christina Kyriazidi
(Griechenland), Cyrill Lachauer (Deutschland), Microclimax (Frankreich),
Christoph Ndabananiye (Ruanda/ Deutschland), Inês d'Orey (Portugal),
Soavina Ramaroson (Madagaskar), Joris Vanpoucke (Belgium), Michael Zheng
(USA/China
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von Bonaventure
S. B. Ndikung, Simone Kraft und Pauline Doutreluingne
Die internationale Gruppenausstellung NOMADIC SETTLERS – SETTLED NOMADS
erforscht zeitgenössisches Nomadentum und beschäftigt sich mit
den komplexen Inhalten menschlicher Siedlungspolitik. Das Konzept von Nomadentum,
Migration und Besiedlung wird dabei auf eine Metaebenen gehoben, die sich
vom Physischen in das Imaginäre erstreckt, von der Existenz hin zur
Nicht-Existenz und dabei dennoch fest auf dem Boden der Tatsachen verankert
bleibt.
HEIMAT
Ist Heimat der Geburtsort oder der Wohnort? Spielt das soziale Zuhause,
die Freunde, die Familie, die Traditionen und Gebräuche nicht mindestens
eine ebenso bedeutende Rolle?
REISEN/MIGRATION
Durch das Reisen und die Begegnung mit anderen Orten, Ländern und Kulturen
öffnet sich der Blick für das Andere sowie das Eigene: „Erst
die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat haben“ (Theodor Fontane).
Auch heute bestimmt das Nomadentum nach wie vor den globalen Alltag. Jobnomaden
sind gezwungen, der Arbeit und dem Geld hinterherzuziehen. Sie verlassen
ihre Familie, ihr soziales Umfeld, ihre vertraute Umgebung.
NOMADIC SETTLERS – SETTLED NOMADS hat 26 internationale Künstler
eingeladen, mit fulminanten Beiträgen und Positionen einen Kommunikationsprozess
zwischen Künstler und Werke anzustoßen und zwischen dem Eigenen
und dem Fremden, zwischen Altem und Neuem zu vermitteln.
Begleitprogramm:
Freitag, 01.07.2011 und Sonntag, 28.08.2011, während Eröffnung
und Finissage: Márcio Carvalho On Nomadic, Issue 2: Here after there
Freitag, 01.07.2011 bis Freitag, 08.07.2011, 20:00 Uhr: Christina Kyriazidi
No mad S
Samstag, 09.07.2011, 20:00 Uhr: Leena Kela Departure
Freitag, 12.08.2011 bis Freitag, 19.08.2011, während der Öffnungszeiten:
Duan Yingmei Body Dialogue with Fairy Tailes
Mittwoch, 17.08.2011, 14-18:00 Uhr: Workshop für Kinder
Samstag, 13.08.2011, 20:00 Uhr: Essi Kausalainen Migrations (Being on the
Move)
Sonntag, 28.08.2011, während der Finissage: Lan Hungh I´m here
to hear; I´m here to dare
07. Mai bis 19. Juni 2011
URBAN NOISE
KünstlerInnen: Diana Artus, Jakob Kolding, Eiko Grimberg,
Stephanie Kiwitt, Christine Schulz, Tomek Mzyk und Korpys/Löffler
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von Maik Schlüter
Urban Noise: Architektur und soziales Geschehen, Alltägliches
und Repräsentatives, Gegenwärtiges und Historisches, Funktionales
und Dekoratives, Offizielles und Inoffizielles. Was sich in Begriffen leicht
fassen und trennen lässt, ist in Wirklichkeit verschränkt, verschwommen,
wandelbar und je nach Perspektive sichtbar oder unsichtbar. Noise ist nicht
nur Lärm, Geräusch oder Ton, sondern auch ein Rauschen, eine kaum
wahrnehmbare Frequenz, die Stimmungen und Sichtweisen unterschwellig beeinflusst.
Es geht nicht um Konspiration oder Manipulation, vielmehr stehen Tatsachen
des sozialen Lebens im Mittelpunkt, die sich verselbstständigen, unklar
werden und mehr Bedeutungsebenen besitzen, als ein erster Blick offenbart.
Die Puzzlestücke passen mal zusammen und dann wieder zerfallen die
Bilder. So durchkreuzen alle Arbeiten der Ausstellung den städtischen
Raum, nehmen Spiegelungen auf, invertieren oder kopieren Bilder: Fotografie
als Installation, Einzelbilder als Sequenzen, Dokumentationen als Fiktionen
oder Collagen als Eingriffe in den realen Raum. Ein Ton überlagert
den anderen: Die visuellen Frequenzen übersteuern und lösen die
Trennschärfe der Begriffe auf.
Veranstaltungen:
Samstag, 14. Mai 2011, 19 bis 23 Uhr im Rahmen der langen Buchnacht: Das
Spunkkrachlexikon von Frieder Butzmann. Ein Hörspiel zu 28 Begriffen
Samstag, 28. Mai 2011, 15 Uhr und 18 Uhr im Rahmen des Sommerfest in Bethanien:
Führung durch die Ausstellung von Maik Schlüter. Ab 20 Uhr: DJ
MarcFM
26. Februar bis 25. April 2011
Beyond Re/Production: MOTHERING
Dimensionen der sozialen Reproduktion im Neoliberalismus
Künstlerinnen: Ditte Bjerg / Fillipa Berglund, Dänemark;
Lizza M. David / Claudia Liebelt, Berlin; Margi Geerlinks, Niederlande;
Lisa Glauer, Weimar; Sibylle Hofter, Berlin; Natalia Iguiniz, Peru; Elzbieta
Jablonska, Polen; Verena Jaekel, Berlin; Lenka Klodova, Tschechien; Kate
Kretz, USA; Christine Lohr, Berlin; Janina Moebius, Berlin; Tracey Moffatt,
Australien; Dulce Pinzón, USA; Heike Ruschmeyer, Berlin; Mary Sibande,
Südafrika; Moira Zoitl, Berlin; Migrants Rights Centre Ireland: Aoife
Smith, Irland; TIWA (Taiwanese International Workers Association), Taiwan
Ausstellung – Vorträge, Diskussionen – Filmprogramm
Ein Projekt von Felicita Reuschling in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum
Kreuzberg/Bethanien, dem Gunda-Werner-Institut und dem fsk-Kino. Gefördert
durch den Hauptstadtkulturfonds
Januar 2011: Die Berufstätigkeit von Müttern steht heutzutage
auf der Werteskala der modernen Gesellschaft ganz oben. Aber wie bewerkstelligen
Frauen den Balanceakt zwischen Berufstätigkeit und Familie? Wie gestaltet
sich Mütterlichkeit in Strukturen zwischen Kind und Beruf, in denen
sich die Rolle des Mannes kaum verändert hat? Die Ausstellung Beyond
Re/Production: MOTHERING reflektiert zeitgenössische künstlerische
und dokumentarische Ansichten zum Thema Mutterschaft und dem damit verbundenen
Bild von Fürsorglichkeit. Die Wunsch- und Angstbilder, die mit der
sozialen Figur der Mutter im gegenwärtigen biopolitischen Umbruchsprozess
verknüpft sind, sollen sichtbar gemacht werden.
Gemeinsam mit dem umfangreichen Begleitprogramm versteht sich die Kunstausstellung
als Bestandteil eines feministischen Diskussionsprozesses, der die Situation
von berufstätigen Müttern und der (damit einhergehenden) Verbreitung
von schlecht bezahlter Haus- und Pflegearbeit als symptomatischen Ausdruck
der sozialen Reproduktion in neoliberalen Gesellschaften aufgreift, die
wiederum ohne weibliche Arbeitsmigration nicht denkbar wäre.
Die Arbeiten der 19 Künstlerinnen und Gruppen aus zehn Ländern
bewegen sich an den Grenzen zwischen Selbstbeobachtung, künstlerischer
Forschung und politischer Praxis. So setzt sich Lenka Klodova in ihrer Fotografie
„Life with a handicap“ mit der Gratwanderung der berufstätigen
Mutter auseinander, die als Super-Mami trotz der täglichen Belastungen
eine Meisterleistung in Sachen Flexibilität hinbekommen muss. Mary
Sibande aus Südafrika greift die rassistischen und postkolonialen Aspekte
von bezahlter Care Work auf, und der Quilt „Blurred Boundaries“
verweist auf die unscharfen Grenzen zwischen Arbeit und Privatheit, die
typisch für Haus- und Pflegearbeit sind. Die Installation „Mammamil“
zeigt Muttermilch in Sunkist-förmigen Tetrapaks – eine Paradoxie,
welche auf die bürgerliche Bewertung des Stillens als höchst private
Fürsorge anspielt und provokativ umkehrt.
Das ergänzende Vermittlungsprogramm bietet den Besuchern weitergehende
kulturelle, politische und fachspezifische Zugänge und Hintergründe
zu „Mothering“ und „Care Work“, um eine interdisziplinäre
und fortlaufende Beschäftigung mit dem Thema zu unterstützen.
Die Vorträge thematisieren die Haus- und Pflegearbeiten, die in reicheren
Ländern hauptsächlich von Frauen mit Migrationshintergrund und
oft unter prekären Bedingungen ausgeführt werden. Die Filmreihe
verknüpft diesen Aspekt mit dem der Adoption und der Kindesvernachlässigung
und bietet mit „Ein Blick zurück“ ein Stück feministische
Filmgeschichte.
Vorträge – Beyond Re/Production: Care Work
- Die Vortragsreihe ist eine Kooperation des Kunstraums Kreuzberg/Bethanien
mit dem
Gunda-Werner-Institut.
- teils in Englisch mit konsekutiven Übersetzungen und anschließenden
Diskussionen
Care Ökonomie zwischen Weltmarkt und Privathaushalt
Juliane Karakayali (Berlin), Christa Wichterich (Bonn)
Mittwoch, 2. März 2011. 19:00–21:00 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Hat Versorgungsarbeit (k)ein Geschlecht?
Silvia Federici (New York)
Mittwoch, 16. März 2011, 19:00–21:30 Uhr
Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
Vom Lohn für Hausarbeit zur Hausangestellten
Marina Vishmidt (London)
Mittwoch, 30. März 2011, 19:00–21:30 Uhr
Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
Prekäre Arbeitsverhältnisse migrantischer Care Work
Rechte und Selbst-Organisierung von Haus- und Pflegearbeiter/innen
Helen Schwenken (Kassel), Muchtar Cheik-Dib (Berlin), Bárbara Miranda
(Berlin)
Donnerstag, 7. April 2011, 19:00–21:30 Uhr
Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
Care Revolution
Zur Notwendigkeit der Umwertung gesellschaftlicher Reproduktionsarbeit
Gabriele Winker (Hamburg)
Mittwoch, 13. April 2011, 19:00–21:30 Uhr
Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
Re/Produktion von Mütterlichkeit
Sarah Speck (Berlin)
Mittwoch, 20. April 2011, 19:30–21:30
Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
Weitere Informationen zu den Vorträgen, Referentinnen und mehr zum
Thema Care Work: www.gunda-werner-institut.de
Filmreihe „Reproduction of Mothering?“
Sonntagnachmittags im fsk, Segitzdamm 2, 10969 Berlin, 15:30 Uhr
Sonntag, 13. März 2011: Care Work
„Cycles of Care“, ca. 40 Min. Lizza May David und Claudia Liebelt,
D 2011
Filmgespräch mit den Filmemacherinnen
Sonntag, 27. März 2011: Adoption
„Casa de los babys“, 95 Min. John Sayles, USA/Mex 2003
Sonntag, 10. April 2011: Angstbilder
„Die Kinder sind tot“, 80 Min. Aelrun Goette, Doku, D 2003
Filmgespräch mit David Prickett
Sonntag, 17. April 2011: Ein Blick zurück
„Riddles of the Sphinx“, 92 Min. Laura Mulvey, Peter Wollen,
UK 1977
Führungen
Samstag, 5. März, Samstag, 19. März und Samstag, 23. April jeweils
um 15 Uhr
Workshop: Beyond Reproduction/Wash Your Trouble Away
Ein kollaborativer Zeichen-Workshop für Kinder ab sechs Jahre &
Erwachsene
Samstag, 5. April 2011, 14–18 Uhr
www.kiss-the-demon.com
www.drawing-workshop.net
2010
11. Dezember 2010 bis 13. Februar 2011
ID- indonesian Contemporary Art
KünstlerInnen: Sally Moira Busse, Setu Legi, Yudi
Noor, Sara Nuytemans & Arya Pandjalu, Rebecca Raue, Nadin Reschke, Prilla
Tania, Rizki Resa Utama, Jorinde Voigt, Forum Lenteng [Künstler_innenkollektiv],
Ruang MES 56 [Künstlerkollektiv].
KuratorInnen: JC Lanca, Nya Luong, Kinoprogramm. Philip
Widmann
Eine Ausstellung von ID und dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien,
gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Ausstellung: ID - Indonesian Contemporary Art ist eine
Ausstellung mit 11 internationalen Positionen. Der Leitfaden ist das vielfältig
denkbare Buchstabenpaar ID, mit seinen verschiedenen Interpretationsebenen.
Thematische Schwerpunkte hierbei sind: nationale, individuelle und kollektive
Identitäten sowie deren Entgrenzungen. Im Spannungsfeld dieser Topoi
stehen viele Diskurse, die den Wandel und die Funktionsweise unserer Welt
zum Ausdruck bringen. ID steht als Kürzel für Identität und
Indonesien. In deutscher Aussprache ist es nicht unterscheidbar vom Einfall,
der Idee. Jedem Kunstwerk liegt eine Idee zu Grunde, jedes spiegelt die
Identität(en) des Künstlers / der Künstlerin wider.
Veranstaltungen: Im Vorfeld fand die Performance „All
in the Mind“ der Birdprayers statt, Führungen, ein Workshop mit
der Robert Koch Schule aus Kreuzberg, eine Podiumsdisskusion zum Thema „Interkulturalität
- ein veraltetes Konzept im Hyperkulturraum?“ sowie ein umfangreiches
Kinoprogramm im fsk Kreuzberg wurde angeboten.2
3. Oktober bis 28. November 2010
Positionen + Gegenwart – 1960- 2010 GEDOK Berlin
KünstlerInnen: Susanne Ahner, Heide Bergandt, Jenny
Brockmann, Angela Bröhan, Claudia Busching, Britta Clausnitzer, Carola
Czempik, Michaela van den Driesch, Gisela Genthner, Renate Herter, Sibylle
Jazra, Bruni Jürss, Barbara Kenneweg, Betina Kuntzsch, Elisabeth Leyde,
Erika Matsunami, Lisa Mayerhofer, Aiga Müller, Barbara Noculak, Gertraude
Pohl, Karina Pospiech, Angelika Schneider-von Maydell, Susanne Specht, Peggy
Sylopp, Dagmar Tränkle,
Nham-hee Völkel-Song, Anna Simone Wallinger, Susanne Wehr, Gisela Weimann,
Diane Welke, Anna Werkmeister, Sabine Wild
Kuratorin: Birgit Möckel
Ausstellung: 1960 jährt sich die Neugründung
der GEDOK Berlin zum 50. Mal. Die Geschichte der Gemeinschaft Deutscher
und Österreichischer Künstlerinnen und Kunstförderer e.V.
reicht zurück bis 1926, als dieser europaweit einzige interdisziplinäre
Künstlerinnenverband von der jüdischen Mäzenin Ida Dehmel
ins Leben gerufen wurde. Ausgewählte Positionen aus den Bereichen Bildende
und Angewandte Kunst, Musik, Literatur und Tanz zeigen sparten- und Generationen
übergreifend 50 Jahre Kunst von Frauen in Berlin.
Veranstaltungen: Es fand eine Podiumsdiskussion „Rückblick
nach vorn- POSITIONEN zur GEDOK heute“, u.a. mit Prof. Dr. Gesine
Schwan, eine Lesung mit Barbara Kenneweg und Jutta Rosenkranz sowie eine
Performance von Heike Bartsch und Ioanna Srinivasan statt.
28. August bis 10. Oktober 2010
Transient Spaces- The tourist Syndrome
KünstlerInnen: Isa Andreu (ES) / Timothy Moore (AU),
Alex Auriema (USA), Federico Baronello (IT), Ursula Biemann (CH), Asl? Çavu_o?lu
(TR), Raphaël Cuomo / Maria Iorio (CH), Carsten Does / Gerda Heck (DE),
G-Lab (LT), Daniel Gontz (RO), Sandra Hetzl (DE), Bettina Hutschek (DE),
J&K (DE/DK), Thomas Kilpper (DE), Sara Kolster / Suzanne Valkenburg
/ Eefje Blankevoort (NL), Emanuel Licha (CA), Ives Maes (BE), Plinio Avila
Marquez (MX), Eléonore de Montesquiou (FR), Christoph Oertli (CH),
Joanne Richardson (USA) / David Rych (AT), Romana Schmalisch (DE), Société
Réaliste (FR/HU), Pilvi Takala (FI), Eugenio Tibaldi (IT), Oraib
Toukan (USA/JO)
KuratorInnen: Marina Sorbello, Antje Weitzel
Eine Ausstellung vom Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und
der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst.
Ausstellung: Nicht zuletzt durch die Erweiterungen der EU in den
letzten Jahren bewegen sich mehr und mehr EU-Bürger quer über
den Kontinent zum Teil als MigrantInnen, zum Teil als TouristInnen oder
beides. Ziel des Projektes ist es, herauszuarbeiten wie die verschiedenen
Wanderbewegungen zusammenhängen und sich wechselseitig bedingen. Das
Projekt umfasst Workshops, Seminare, Vorträge und Kunstausstellungen
in Italien, Litauen, Rumänien und Deutschland. Die Berliner Ausstellung,
die parallel in der NGBK (Oranienstr. 25, 10999 Berlin) und im Kunstraum
Kreuzberg/Bethanien stattfindet und das zweijährige Projekt abschließt,
bietet anhand von künstlerischen Arbeiten einen vielschichtigen Einblick
in die Thematiken.
Veranstaltungen: Es wurde ein umfangreiches Filmprogramm
im Ballhaus Naunystraße gezeigt. Zudem gab es einem Thementag mit
Performances, Filmvorführungen und Diskussionen an mehreren Orten wie
der NGBK. Anlässlich des „Kunstherbst- Berlin für Kids“
gab es eine Führung durch die Ausstellung.
28. August bis 26. September 2010
Vol. 4.2 Backjumps Junior Issue- Eine Ausstellung für Kinder und Noch-
Kinder
KünstlerInnen: Martha Cooper (New York/USA), Delta
(Amsterdam/NL), Jonone (NewYork/USA, Paris/F), Dave The Chimp (Berlin/D),
ASH (Kopenhagen/DK), Skki(Paris/F), Mode2 (London/GB), Pips Lab (Amsterdam/NL),
Poet & Aski (Berlin/D)
Kurator: Adrian Nabi
Eine Ausstellung im Projektraum mit Unterstützung
vom Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien, unterstützt aus den Mitteln der
Kulturförderung Friedrichshain- Kreuzberg.
Ausstellung: Backjumps – das Magazin und Ausstellungsprojekt
zu urbaner Kommunikation und Ästhetik – setzt 2010 das neue Format
(Volume 4) fort: diesmal wird im Projektraum des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
eine Ausstellung speziell für Kinder konzipiert. Alle Kunstwerke und
Rauminstallationen werden so gehängt und präsentiert, dass sie
zunächst Kinder ansprechen. Der Kurator Adrian Nabi hat für diese
zweite Ausgabe Volume 4.2 neun internationale Künstler, die im Kontext
von Street Art stehen, eingeladen, ihre Vorstellung von „kindergerechten“
Räumen und Erfahrbarkeit von Kunst zu präsentieren. Ausgangspunkt
ist die Tatsache, das vielfach Kinder sehr neugierig und enthusiastisch
auf Kunstwerke reagieren, jedoch gerade in zeitgenössischen Kontexten
weder die kuratorischen Herangehensweisen noch die Präsentationsformate
dieses berücksichtigen.
Die Künstler werden ihre Erfahrungen im Umgang mit Raum und mit visuellen
Reizüberflutungen, die sie zumeist auf der Straße gesammelt haben,
in den Ausstellungsraum transportieren und für Kinderaugen und –sinne
adaptieren. Es wird der Versuch unternommen, ästhetische Formen zu
entwickeln, die Kinder ansprechen ohne dabei kindhaft zu sein – und
Erwachsene ebenso ansprechen können. Ein wichtiger Aspekt bilden hierbei
die Workshops die integraler Bestandteil der Ausstellung sein werden: Der
Raum wird für Aktionen während der Öffnungszeiten genutzt
werden.
Veranstaltungen: Es gab fünf Workshops für Kinder
zu Themen wie: „Als die Buchstaben tanzen lernten...“ - Von
Typographie zu Graffiti-Writing, durchgeführt von KünstlerInnen
der Ausstellung.
22. Mai bis 08. August. 2010
Locate me
KünstlerInnen: Aram Bartholl, Gaspar Battha, Tjorg
Douglas Beer, Julius von Bismarck/Benjamin Maus, Yasmine Chatila, Andreas
Nicolas Fischer, Robert Heel, Dirk Holzberg, Annja Krautgasser, Lea Asja,
Pagenkemper, Desiree Palmen, Pony Pedro (Mark Thomann, Sebastian Wagner,
Franziska Werner), Willy Sengewald/TheGreenEyl, Eva Alexandra Stueben, tat
ort (Berlinger & Fiel), Alexa Wright/Alf, Linney, Jens Wunderling, Special:
The Product (Patrick Kochlick & Dennis Paul)
KuratorInnen: Florina Limberg, Daniela Walz
Ausstellung: „Locate Me“ ist ein Funktionsbefehl,
dem immer eine Frage vorausgeht: nämlich die, nach dem Standort und
dem eigenen Standpunkt. Die Verortung des Ichs im urbanen Raum erfährt
durch mobile Mediennutzung – durch GPS und den damit verknüpften
Web 2.0-Angeboten – neue Aufmerksamkeit. Suchanfragen und Interaktionen
im Netz lassen dabei eine virtuelle Oberfläche der Stadt entstehen,
die neue Strategien der Raumerschließung provoziert. Die Ausstellung
„Locate Me“ untersucht die Auswirkung neuer Kommunikationstechnologien
auf tradierte Raumkonzepte. Sie ist ein Erfahrungsbericht junger zeitgenössischer
KünstlerInnen über die digitale Stadt.
Veranstaltungen: Es fanden Gespräche zu Themen wie:
„The Adaptability of Art, Mimesis as Tactic“, „Are you
Human?“, Führungen, ein Workshop zum Biotop Bethanien und Macht
Spiele! mit Berlin Invisible Playground statt.
20. März bis 25. April 2010
Ich weiss was du nicht siehst
KünstlerInnen: Gert Bendel, Ina Bierstedt, Bettina
Carl, Daniela Comani, Ben Cottrell, Meike Dölp, Rabea Eipperle, Philipp
Fürhofer, Rabi Georges, Anna Gollwitzer, Geka Heinke, Irène
Hug, Sofia Hultén, Iris Kettner, Andreas Koch, Nikolaus List, Alena
Meier, Thomas Ravens, Angie Reed, Corinna Schnitt, Asli Sungu
Kurator: Capri Berlin, Thore Krietmeyer
Ausstellung: Eine künstlerische Aussage ist immer
Angebot und Verweigerung zugleich: Etwas wird gezeigt und vieles wird verschwiegen.
Das Wiedererkennen und Verstehen ist nur ein Teil der Rezeption eines Kunstwerkes,
und vielleicht sind es gerade die nicht begreifbaren Elemente, nach denen
der Betrachter sucht. Ähnlich vollzieht sich die Produktion eines Werkes
als ein widersprüchlicher Prozess künstlerischer Selbstverortung,
als ein Akt der Identifizierung, der immer auch von Missverständnissen
begleitet ist. Der Titel der Ausstellung verweist auf die absurden Momente
und den dialogischen Charakter jeder Identitätsfindung. ICH WEISS WAS
DU NICHT SIEHST stellt Positionen vor, die sich mit Vorbildern, Klischees
und der eigenen Perspektive auseinandersetzen.
Veranstaltungen: Es gab eine Vortragsperformance mit Texten,
Kurzgeschichten, Bildcollagen, Kurzanimationen über die Möglichkeiten
des sich Emporhebens und Überhebens, eine Dokusoap von Annette Hollywood,
Führungen, eine Puppentheaterperformance vom Helmi-Puppentheater und
der Dokumentarfilm „Zuhause Reisen“ von Gert Bendel wurde gezeigt.
30. Januar bis 07. März 2010
Derridas Katze... que donc je suis ( a suivre)
KünstlerInnen: Carla Åhlander, China Åhlander,
Gehrd Grothusen, Ethan Hayes-Chute, Sylvia Henrich, Herorats, Ingvild Hovland
Kaldal, Ane Lan, Lotte Konow Lund, Tea Mäkipää, Ulrike Mohr,
Susanne Nissen, Yuka Oyama & Becky Yee, Juan Pancorbo, Lucy Powell,
Petri Raappana, Peter Nansen Scherfig, Louise Schrader, Nino Sekhniashvili,
Starship (Ariane Müller & Martin Ebner), Lisa Strömbeck, Eve
K. Tremblay, Gernot Wieland
Konzept: Alice Goudsmit in Zusammenarbeit mit Barbara Buchmaier
Die Ausstellung Derridas Katze beschäftigt sich mit
dem Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Grundlage bildet die Annahme
einer Interdependenz zwischen Mensch und Tier, welche sich – aus der
Sicht des Menschen – nicht ausschliesslich utilitaristisch begründen,
und in Sprache oder wissenschaftlichen Modellen alleine festhalten lässt.
Anhand von 24 künstlerischen Positionen und Projekten wirft die Ausstellung
Derridas Katze, einen kritischen Blick auf den etablierten Narzissmus des
Menschen und dessen begriffliche Wurzeln.
Veranstaltungen: Zur Finissage fand der Vortrag „Who
let the dogs out? Über Depressionen bei Tieren“ und „Un
objet à regarder? Diskurse der Macht am Beispiel des Tiers“,
die Schmusetiersoap Folge 58 & 59, Projekt "HUMANA - Leben in Berlin
und die Performance „Migrating Birds“ von Ane Lan statt.
2009
12.Dezember 2009 bis 17. Januar 2010
Anonyme Zeichner Nr. 10
Anonyme Zeichner N°10: 1690 Einreichungen aus Australien,
Belgien, Bosnien Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, China, Dänemark,
Deutschland, Estland, Frankreich; Großbritannien, Iran, Irland, Israel,
Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Kroatien, Litauen, Niederlande, Norwegen,
Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz,
Serbien, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ukraine,
USA, Zypern, von denen ca. 700 ausgestellt werden
KuratorInnen: Blütenweiss Anke Becker, Veronike Hinsberg,
Inken Reinert
Ausstellung: ANONYME ZEICHNER ist eine von der Berliner
Künstlerin Anke Becker im Rahmen des nomadischen Kunstprojektes blütenweiss
konzipierte Kunstaktion. Bisher fanden bereits 9 Ausstellungen anonymer
Zeichnungen in jeweils wechselnden Räumlichkeiten und zum zweiten Mal
im Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien statt. Im Rahmen von ANOMYME ZEICHNER
werden ausgewählte internationale Zeichnungen ausgestellt, deren Urheber
anonym bleiben. Jeder Ausstellung geht ein internatonaler Aufruf zur Teilnahme
im Internet voraus. Es gibt darin keine inhaltlichen Vorgaben – Alter,
Biographie und Herkunft des Urhebers spielen bei der Auswahl für die
Ausstellung ebenfalls keine Rolle.
Alle ausgestellten Zeichnungen können zu einem symbolischen Einheitspreis
von 150 Euro während der Ausstellung erworben werden. Die Arbeiten
werden dem Käufer direkt vor Ort ausgehändigt und der Name sowie
das Herkunftsland des Künstlers werden im Gegenzug an der entstehenden
Leerstelle an der Wand angebracht. Der vorgegebene Einheitspreis ist nicht
als ein realer Marktpreis zu verstehen, sondern ist eher ein Platzhalter
für jede erdenkliche Geldsumme. Da die Arbeiten sowohl von etablierten
Künstlern als auch von Laien stammen, wird vom Betrachter verlangt,
die Grenze zwischen Kunst und Nichtkunst selbst zu ziehen. Gängige,
kunstmarkttypische Mechanismen wie zum Beispiel die Wichtigkeit des Künstleregos,
Preisbildung, sowie vorgefertigte, einem bestimmten Kunstkontext zugeordnete
Qualitätsurteile können im Rahmen der Aktion auf experimentelle
Art und Weise auf den Kopf gestellt werden: Die Künstler lassen sich
darauf ein, ihre Person zugunsten des eigentlichen Produktes, Ihrer künstlerischen
Arbeit, in den Hintergrund zu stellen.
Veranstaltungen: Jeden Sonntag wurde ein Rundgang durch
die Ausstellung angeboten mit Anke Becker von blütenweiss. Zudem fanden
zwei weitere Veranstaltungen und ein Vortrag statt.
Mehr Informationen unter: http://www.bluetenweiss-berlin.de/
17 Oktober bis 29 November 2009
SPLENDID ISOLATION – Goldrausch 2009
Künstlerinnen: Kirsten Blümke, Youngjoo Cho,
Jana Debrodt, Melusine Eichhorn, Esther Ernst, Larissa Fassler, Silke Kästner,
Marte Kiessling, Keiko Kimoto, Yuka Oyama, Simone Schardt, Andrea Übelacker,
Nicoll Ullrich, Anne Vorbeck, Tian Tian Wang
KuratorInnen: Birgit Effinger, Hannah Kruse
Eine Ausstellung vom Goldrausch Künstlerinnenprojekt,
Frauennetzwerk Berlin e.V. mit Mitteln der Senatsverwaltung für Wirtschaft,
Technologie und Frauen und des esf. Die Ausstellung ist eine Kooperation
des Goldrausch Künstlerinnenprojekt mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: Die Stipendiatinnen des Goldrausch Künstlerinnenprojektes
2009 präsentieren neue Arbeiten. Gezeigt werden Werkkomplexe und Einzelpositionen
in den Medien Malerei und Zeichnung, ortsbezogene Raum- und Toninstallation,
Film- und Videodokumentationen. Sie geben Einblick in das aktuelle Schaffen
der mit der Teilnahme am Goldrausch Künstlerinnenprojekt ausgezeichneten
Künstlerinnen. Die Ausstellung bildet den Abschluss eines intensiven
und konstruktiven Jahres, und gibt damit der Öffentlichkeit umfassend
Einblick in die in den individuellen Ateliers und Arbeitsräumen entstandene
Kunstproduktion. Die Künstlerinnen erstellen zur Ausstellung erscheinende
Einzelkataloge.
Veranstaltungen: Die Ausstellung wird begleitet von zahlreichen
Veranstaltungen, Konzerten und Diskussionen, sowie Workshops im Rahmen der
Schul-Patenschaften des Kunstraums Kreuzberg/Bethanien.
Mehr Informationen unter: http://www.goldrausch-kuenstlerinnen.de/
29. August bis 4. Oktober 2009
Berlin-Istanbul: Die Berliner Istanbul Stipendiaten 1998-2009
KünstlerInnen: Gabriele Basch, Susanne Bosch, Thomas
Büsch, Nezaket Ekici, Katja Eydel, Parastou Forouhar, Bernardo Giorgi,
Erik Göngrich, Mona Jas, Rainer Kamlah, Christoph Keller, Werner Klotz,
Marisa Maza, Isa Melsheimer, Ulrike Mohr, Catin Otto, Natascha Sadr Haghighian,
Nada Sebestyen, Yuan Shun, Roland Stratmann, Dimitris Tzamouranis, Ina Wudtke,
Florian Wüst, Florian Zeyfang
Kurator: Stéphane Bauer
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Zusammenarbeit
mit Kulturprojekte Berlin GmbH mit Unterstützung der Stiftung Deutsche
Klassenlotterie im Rahmen des 20jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft
zwischen Berlin und Istanbul.
Ausstellung: Das Istanbul-Stipendium wird seit 1988 von
der Berliner Senatsverwaltung für Kultur vergeben. Anlässlich
des 20-jährigen Bestehens der städtepartnerschaftlichen Beziehungen
zwischen Berlin und Istanbul erfolgt jetzt ein Rückblick: Es werden
Arbeiten der 24 StipendiatInnen gezeigt, die zwischen 1998 und 2009 in Istanbul
jeweils 6 Monate verbracht haben. Nachdem die Arbeiten von März bis
Juni 2009 im BM SUMA Contemporary Art Center in Istanbul zu sehen waren,
werden die künstlerischen Positionen ab 29. August in Berlin gezeigt.
Kuratiert und neu zusammengestellt von Stéphane Bauer sollen die
Arbeiten in der Ausstellung im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien auf die besondere
Bedeutung des Stipendiums für die Berliner KünstlerInnen verweisen.
Zum einen erleben die KünstlerInnen während ihres Istanbulaufenthaltes
hoch spannende Prozesse einer boomenden (Kunst)Metropole und zum anderen
können sie gesellschaftliche und kulturelle Prozesse erfahren und reflektieren,
die unmittelbar an Lebenserfahrungen in Berlin – gerade in Kreuzberg
– anknüpfen oder diesen eben geradezu diametral entgegengesetzt
sind.
Dies ist – nach 1998 im Kunstamt Kreuzberg/Bethanien - bereits die
zweite Ausstellung von Arbeiten, die im Zusammenhang und in Auseinandersetzung
mit den Stipendienaufenthalten entstanden sind.
Es erschien ein Katalog.
Veranstaltungen: Begleitet wurde die Ausstellung von der
Performance „5 Sinne auf Türkisch“, gezeigt im Ballhaus
Naunystraße.
4. Juli bis 16. August 2009
ISTANBUL-OFF-SPACES – UNABHÄNGIGE KUNSTRÄUME IM DIALOG
KünstlerInnen: 5533, Apartman Project, Art_k Mekan,
At_lkunst, Daralan, Hafriyat-Karaköy, Kurye, Masa Project, Nomad &
Upgrade!Istanbul, Oda Projesi, xurban_collective, Selda Asal und Serdar
Ateser (Apartman Project).
Detaillierte Informationen unter: http://www.berlinerpool.de/istanbul-off-spaces/
Kuratoren: Stéphane Bauer, Sencer Vardarman.
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert
durch den Hauptstadtkulturfonds.
Zur Ausstellung Istanbul-Off-Spaces sind zwölf Künstlergruppen
eingeladen, die mit ihren hier gezeigten Arbeiten stellvertretend für
die steigende Anzahl und wachsende Bedeutung von unabhängigen, nichtkommerziellen
Künstlerkollektiven und Kunsträumen in Istanbul stehen. Einige
von ihnen wie Nomad, xurban_collective oder Apartman Project verfügen
bereits über langjährige internationale Ausstellungserfahrung,
während Daralan oder Kurye die Nachwuchsszene vertreten.
Anlass von Istanbul-Off-Spaces ist das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft
Berlin-Istanbul, das in diesem Jahr gefeiert wird. Die Künstler wollen
in ihren Arbeiten gesellschaftliche und politische Phänomene aufspüren
und suchen mit ihrer vorübergehenden Verortung in Kreuzberg einen möglichst
nachhaltigen Dialog vor allem mit der hiesigen kulturellen Szene der so
genannten Post-Migranten der zweiten und dritten Generation. So planen Selda
Asal und Serdar Ateser eine Musikvideo-Produktion mit Schulklassen der Kurt-Löwenstein-Oberschule
in Neukölln, deren Schüler zu über 90 Prozent nichtdeutscher
Herkunft sind. Ausgestellt wird auch ein Plakat von Hakan Akçura,
das einen gesichtslosen Mustafa Kemal Atatürk zeigt und damit auf das
im Islam geltende Darstellungsverbot des Gesichtes des Propheten Mohammed
anspielt. Diese und vergleichbare Werke sind mittlerweile Diskussionsgegenstand
in verschiedenen türkischen Publikationen und illustrieren die zunehmende
Öffnung der zeitgenössischen bildenden Kunst und ihrer Akteure
in Istanbul, das sich mit großen Schritten auf die Rolle eines Global
Art Players zu bewegt und 2010 Europäische Kulturhauptstadt ist.
Veranstaltungen: Die Ausstellung wurde von Vorträgen,
Diskussionen, und im Ballhaus Naunystraße das Video- Screening: „Be
a dream!/ Sei ein Traum!“ begleitet.
9. Mai bis 21. Juni 2009
SOUVENIR. 25 Artists in Residence at GlogauAIR
KünstlerInnen: Rika Aki/Japan, Pilar Alonso/Spanien,
Cecile Azoulay/ Frankreich, Eduardo Balanza/Spanien, Elisa Balmaceda/Chile,
Carolina Cordeiro/Brasilien, Kuno Ebert/Deutschland, Alfonso Escudero/Spanien,
Petra Grozaj/Kroatien, Hideaki Idetsuki/Japan, Sojung Jun/Korea, Olivier
Larivière/Frankreich, Moonjoo Lee/Korea, José De León/Spanien,
Araceli Martinez/Spanien, Funda Özgünaydin/Deutschland, Vessna
Perunovich/Kanada, Anna Pickering/Großbritannien, Sam 3/Spanien, Lara
Santiago und Coto Beatriz/Spanien, Anna Szigethy/Ungarn, Mariana Viegas/Portugal,
Rein
Die Region Murcia, Spanien hat 2008 den Aufenthalt der vier Künstler
Alfonso Escudero, Sam 3, Araceli Martinez sowie Eduardo Balanza und ebenso
die Teilnahme am „Artist in Residence“ Programm ermöglicht.
Die Idee zur Ausstellung ist auf ihre Initiative und Unterstützung
entstanden.
KuratorInnen: Lena Braun, Irene Pascuale
Eine Ausstellung von GlogauAIR in Zusammenarbeit mit dem
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, mit Unterstützung der Región
de Murcia, SpanienVollenga/Holland, Tamara Rewse/Australien.
Ausstellung: Was ist ein SOUVENIR? Ein umfassender Begriff,
zumeist ein Gegenstand von einem Urlaub, als Erinnerung und Andenken an
ein Ereignis, einen Ort, eine Person, der mitgenommen und aufbewahrt wird.
Sie können landestypisch, bauwerklich, persönlich, religiös,
politisch oder lebenslang
Die Ausstellung SOUVENIR im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien greift diesen
Begriff auf, indem sie zeigt, dass für Künstler, die “in
der Fremde” sind, das prozesshafte Auf- und Annehmen von Andenken/Erinnerungen
ein Teil des künstlerischen Schaffens ist. Es werden 25 KünstlerInnen
gezeigt, die in den Jahren 2008/2009 im Atelierhaus GlogauAIR gelebt und
gearbeitet haben und präsentiert Werke, die in und mit der besonderen
Atmosphäre von Berlin entstanden sind. Die Ausstellung SOUVENIR dechiffriert
den Einfluss dieser Stadt auf die Werke der Einzelnen. Sichtbar wird auch,
wie unterschiedlich die Stadt an sich von Kultur zu Kultur wahrgenommen
wird. Themen und Phänomene wie Fremdsein, Fremdwahrnehmung, Inspiration
und Neuorientierung als auch die Vielfältigkeit der Arbeiten, ermöglichen
den Ausstellungsbesuchern einen Spaziergang durch die Emotionen und Gedankenwelten
ausgewählter junger internationaler Künstler.
GlogauAIR ist eine gemeinnützige Organisation, die sich als interdisziplinäre
Schnittstelle der Künste versteht. Seit 2007 haben Künstler die
Möglichkeit hier zu arbeiten, zu leben, Berlin kennenzulernen und sich
mit der Stadt künstlerisch auseinanderzusetzen
Veranstaltungen: Zur Finissage fand das Europäische
Soundart Festival GESTALT im Künstlerhaus GlogauAir und später
im Ping Pong Club statt.
14. März bis 26. April 2009
ISLANDS & GHETTOS. Über territoriale Segregation in Städten
des 21. Jahrhundert
KünstlerInnen: Alexander Apostol, Atelier Van Lieshout,
Anette Baldauf und Dorit Margreiter, Sabine Bitter und Helmut Weber, Sandow
Birk, Büro für kognitiven Urbanismus, Caracas Urban Think Tank,
Peter Coffin, Alice Creischer und Andreas Siekmann, Mauricio Dias und Walter
Riedweg, Stuart Elster, Harun Farocki, Peter Fend, Graham Frew, Kristjan
Gudmundsson, Emily Jacir, Armin Linke, Francesco Mattuzzi, Alessandro Petti
und Eyal Weizman in Zusammenarbeit mit Renato Rinaldi, Raul J. Mendez, Luis
Molina-Pantin, Multiplicity (Stefano Boeri, Matteo Ghidoni, Stefano Graziani
und Francesca Recchia), Marjetica Potrc, Javier Téllez, Vangelis
Vlahos, Silke Wagner in Kooperation mit Beate Anspach, Carey Young und Michael
Zinganel und Michael Hieslmair.
Ein Ausstellungsprojekt des Heidelberger Kunstvereins,
präsentiert von der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V.,
Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, unterstützt
von der Kulturstiftung des Bundes.
Die Ausstellung thematisiert Strategien territorialer Ein-
und Ausgrenzungen in Städten des 21. Jahrhunderts. Im Zentrum der Ausstellung,
an der 43 Künstlerinnen und Künstler mit insgesamt 30 Arbeiten
teilnehmen, steht die Auseinandersetzung mit den Partnerstädten Dubai
und Caracas, die mit ihrem Wechsel von Elends- und Wohlstandswohngebieten
exemplarisch stehen für urbane Abgrenzungsphänomene. So erkundeten
Silke Wagner und Beate Anspach beispielsweise die Lebensverhältnisse
der indischen, pakistanischen und philippinischen Gastarbeiter, die die
künstlichen Inselgruppen vor der Küste Dubais bauen und bemalten
die Blätter eines Bonsai-Baumes mit deren Namen und Geschichten. Und
der venezolanische Künstler Alexander Apostol zeigt in seinen Großformatfotografien,
wie die Utopien der einstigen Ölboomtown Caracas in wehrhafte, fensterlose
Gebäude münden, die in jedem Fremden einen Feind vermuten.
Die Ausstellung ist parallel in der NGBK, Oranienstr. 25, 10999 Berlin zu
sehen.
Veranstaltungen: Begleitet wurde die Ausstellung von Vorträgen
wie „Territoriale Sicherheit“, Workshops wie „No Go Berlin“
und „Städte der Zukunft und künstliche Inseln“ und
einem Stadtspaziergang.
24. Januar bis 1. März 2009
Club Transmediale 2009: STRUCTURES – Backing up Independent Audio-Visual
Cultures
Thematisches Labor, Ausstellung und Gesprächsprogramm
Installationen, Performances, Work-In-Progress, Workshops u.a. mit:
Oswald Bertold (AT), Daan Brinkmann (NL), Nathalie Bruys (NL), Lucky Dragons
(US), Leif Elggren (SE), Nikolaus Gansterer (AT), Anthony Hall (UK), Derek
Holzer (US), Martin Howse (UK), Braden King (US), Martin Kuentz (DE), Luci
Links (DE), Lukatoyboy (RS), Benjamin Maus (DE) & Andreas Nicolas Fischer
(DE), Bjørn Melhus & Max Schneider (DE), Angelika Middendorf
& Andreas Schimanski (DE), Julian Oliver (NZ/ES), Fredrik Olofsson (SE),
Platoniq (ES), Lynn Pook (DE) & Julien Clauss (FR), raumlabor_berlin
(DE), Otto Rössler (DE), Jan Rohlf (DE), Niklas Roy (DE) & Adad
Hannah (CA), Soundmuseum.fm (NL/INT), Stimuline (FR/DE), <TAG> (NL),
Danja Vasiliev (RU/NL), Valentina Vuksic (CH), xxxxx pickled feet (INT),
u.a.
Gespräche, Diskussionen, Vorträge: Inke Arns
(DE), Richard Barbrook (UK), David Brainard (US), Bill Drummond (SA/UK),
Leo Findeisen (AT), Adrienne Goehler (DE), Volker Grassmuck (DE), Umair
Haque (UK), Charles Leadbeater (UK), Piratbyrån (SE), Tobias Rapp
(DE), John Sinclair (US), Andreas Studer (CH), Kuba Szreder (PL), Ultra-red
(INT), Kristian Vester (DK), Eric Wahlforss (SE), Peter Wicke (DE), u.a.
Ein Projekt von disk-CTM Club Transmediale – Festival for adventourous
music and related visual arts in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin, die Bundeszentrale
für politische Bildung und die Mondrian Stiftung CTM (club transmediale)
Ausstellung: Berlins Festival für elektronische und
experimentelle Musikkultur, lädt im Januar 2009 zu seiner 10. Jubiläumsausgabe.
Aus diesem Anlass gibt es neben dem neuntägigen Programm im Maria am
Ostbahnhof erstmals ein Tages- und Ausstellungsprogramm im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
zum Festivalthema 2009 STRUCTURES.
Zwischen Theorie und Praxis verwandelt das Festival den Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
mit einer Mischung aus Vorträgen, Gesprächen, Workshops, Filmen,
Installationen und Performances in einen lebendigen Ort des Austausches,
des gemeinsamen Nachdenkens, Lernens und Experimentierens, an dem sich die
Besucher aktiv beteiligen können. Die Ergebnisse dieser Laborsituation
werden nach Ablauf des Festivals für weitere 4 Wochen zu sehen sein.
Das international besetzte Programm verhandelt Situation und Chancen der
Mikro- und Netzwerkstrukturen unabhängiger Musik- und Medienkulturen
als die eigentlichen Laboratorien und Nährböden für Experiment,
interdisziplinäre Praxis und innovative Konzepte, die neue Handlungsräume
zu öffnen vermögen. Im Kern stehen dabei Fragen nach Motivation
und Strategien der Protagonisten sowie nach Orten und Rahmenbedingungen,
die Musik als gesellschaftlich und ästhetisch relevantes Experiment
protegieren.
Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung und der dadurch
ausgelösten Krise der Musikwirtschaft fragt CTM.09 unter dem Thema
STRUCTURES – Backing-up Independent Audio-visual Cultures nach den
Auswirkungen, Chancen und Risiken dieser Prozesse für eine unabhängige
Musik- und Medienkultur.
Veranstaltungen: Zusätzlich zur Ausstellung fanden
Performances von Lynn Pook & Julien Clauss, Lucky Dragons, Workshops
für elektronische Musik für Kinder und ein Meeting für internationale
Festival Organisation statt.
2008
20. Dezember bis 21. Dezember 2008
Anonyme Zeichner Nr. 9
Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien nach einem
Konzept von Anke Becker zum Jahresabschluss – anstelle von Jahresgaben.
Ausstellung: Bereits acht Male hat die Künstlerin
Anke Becker ihr Projekt der „Anonymen Zeichner“ realisiert.
2008 wird das Projekt erstmals im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien stattfinden
und dient auch zu dessen Unterstützung. Über Mailinglisten, lokale,
bundesweite und auch international Aufrufe werden KünstlerInnen oder
Menschen, die einfach gerne zeichnen, bis zu drei Zeichnungen einzureichen.
Eine dieser Zeichnung wird dann anonym ausgestellt und zum Verkauf angeboten.
Jede Zeichnung wird unabhängig von Format, Material und vor allem der
Urheberschaft für 150 Euro verkauft. Von diesem Erlös werden 100
Euro an die KünstlerIn überwiesen und 50 Euro erhält der
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien als Spende für die Realisierung der Ausstellung
und für die Unterstützung zukünftiger Projekte. Erst nach
dem Verkauf einer Zeichnung wird dem Käufer mitgeteilt, wer der/die
KünstlerIn ist. Durch die Kontakte von Anke Becker und des Kunstraum
Kreuzberg/Bethanien werden sich sehr namenhafte, aber auch unbekannte KünstlerInnen,
Autodidakten bis hin zu Kindern ausgestellt. Damit stellt das Projekt immanente
Prinzipien der Autorenschaft, der Qualität, der Originalität,
der Herkunft und der Vermarktung in Frage.
25. Oktober bis 7. Dezember 2008
Goldrausch 2008
KünstlerInnen: Elena Bajo, Anke Becker, Claudia Chaseling,
Kerstin Gottschalk, Angela Köntje, Mareike Lee, Nicole Messenlehner,
Rebecca Michaelis, Katja Pudor, Nadine Reschke Kindlimann, Sandra Truté,
Miriam Visaczki, Ester Vonplon, Claire Waffel und Sinta Werner zeigen neue
Arbeiten.
KuratorInnen: Birgit Effinger, Hannah Kruse
Eine Ausstellung des Goldrausch-Frauennetzwerkes mit Unterstützung
des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: Das Spektrum der ausgestellten Arbeiten umfasst
unter anderem Malerei und Installationen, Zeichnung, Fotografie und Film,
Toninstallation, performative Skulpturen und partizipative Projekte.
Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt gegenwärtigen künstlerischen
Arbeitens und bildet den Abschluss des einjährigen Professionalisierungs-Stipendiums.
Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt unterstützt die Durchsetzung
herausragender künstlerischer Positionen von Frauen und bringt profilierte
Künstlerinnen am Beginn ihrer Karriere zusammen. Im Programm eignen
sie sich berufsspezifisches Wissen an und entwickeln neue Vermittlungsansätze.
Zur Ausstellung erscheinen Einzelkataloge der beteiligten Künstlerinnen.
Veranstaltungen: Goldrausch 2008 umfasst Workshops, Gastgespräche,
Performances und Filmvorführungen.
30. August bis 12. Oktober 2008
CAIROSCAPE
KünstlerInnen: Mona Abaza, Tamim Al Barghouti, Doa
Aly, Gilles Aubry, Claudia Basrawi, Nermine El Ansari, Sherif El Azma, Khaled
El Hagar, Hala El Koussy, Rana El Nemr, Shady El Noshokaty, Haytham El Wardany,
eps51, Tamer Ezzat, Ganzeer, Maia Gusberti, Khaled Hafez, Hermann Huber,
Iman Issa, Nadja Kamel, Ahmed Khaled, Susanne Kriemann, Maha Maamoun, Hany
Rashed, Mahmoud Refat/100copies, Christoph Oertli,Katarina _evic, Samuli
Schielke, Randa Shaath, Steffen Strohmenger
KuratorInnen: Marina Sorbello, Antje Weitzel
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert
durch den Hauptstadtkulturfonds und in Zusammenarbeit mit diversen Kooperationspartnern.
Ausstellung: Die aktuelle öffentliche Wahrnehmung
und Berichterstattung über die so genannte „islamische Welt“
und den „arabischen Kulturraum“ ist vielfach beherrscht von
vereinfachenden Polarisierungen. Cairoscape nimmt die Stadt Kairo als Ausgangspunkt,
um Möglichkeiten zu eröffnen, über die heutige Welt jenseits
des Paradigmas „Orient – Okzident“ zu sprechen und über
unsere imaginären, mentalen Grenzen nachzudenken.
Im Vordergrund stehen dabei die unabhängige Kunst- und Kulturszene
Ägyptens, die sich in den letzen Jahren von staatlicher Kontrolle und
Förderung emanzipiert hat. Ausgehend von der arabisch-afrikanischen
Megalopolis Kairo entwarfen die eingeladenen Künstler und Künstlerinnen
in ihren teils eigens für Cairoscape realisierten Arbeiten unterschiedlichste
Sichtweisen des Lebens in einer modernen Metropole und wiesen auf Phänomene
aktueller Urbanisierung und Translokalität hin. Das Projekt setzte
Kairo als exemplarischen Betrachterstandpunkt und als Fallbeispiel für
eine kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart und der Zukunft des
Mittelmeerraums ebenso wie Europas. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit
Vertretern der ägyptischen Kulturszene entwickelt und resultierte aus
einer intensiven Recherche vor Ort.
Veranstaltungen: Ein Filmprogramm, Konzerte, Performances,
Diskussionen in Kooperation mit dem Zentrum moderner Orient und der Literaturwerkstatt
Berlin, Workshops mit Jugendlichen und eine Publikation gaben Einblick in
die zeitgenössische ägyptische Kulturproduktion.
5. Juli bis 17. August 2008
ROTES HAUS. Repräsentanten der Nacht.
KünstlerInnen: Bianca Regl, Sonja Pushmann, Willi
Tomes, Cornelius Perino, Andrea Heyer, Maryna Markova, Chris, Dreier, Kerstin
Buchwald, M. Minette Dreier, Xenia Fink, Maura Rougieux, Sonja Nilsson,,
Harri Schemm, Ben Webb, Jenny Tall Kroftova, Maria Tokyo, Kilian Davy Beaujards,
Steffen Geisler, Queen Barbie, Mounty R.P. Zentara, Peter Rochow, Third
Leg
Kuratorin: Lena Braun
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Die interaktive Ausstellung „Rotes Haus“ nahm
sich wie Otto Dix, Conrad Felixmüller, George Grosz, Ludwig Meidner
und Lyonel Feininger zu Zeiten des Expressionismus, die Großstadt
zum Thema. Meidner sagte 1914: „Malen wir das Naheliegende, unsere
Stadt-Welt, die tumultuarischen Straßen, die Eleganz eiserner Hängebrücken,
die Gasometer... die Koloristik der Autobusse und Schnellzuglokomotiven,
die wogenden Telefondrähte... und dann die Nacht... die Großstadtnacht“.
Die Expressionisten sahen die Großstadt als gesellschaftlichen Lebensraum,
thematisierten Architektur in ihrer ganzen Brisanz und sahen den Mensch
nicht als Individuum, sondern in seiner Funktion als gesellschaftliches
Wesen. Die Künstler versuchten den „Moloch“, dem sie selbst
erlagen, objektiv darzustellen. Bars, Bordelle und alle Formen von großstädtischen
Vergnügen wurden selbst genossen. Die gesellschaftskritischen Abbilder
entstammten eigenen Beobachtungen.
Das Treiben in den Tempeln der Nacht, das düster-grelle Straßenbild
Berlins ist heute anders und anders motiviert, aber auch heute sind sie
da: die Masken, der Mob, die Mitläufer, die Voyeure und die drastischen
Bilder.
Lena Braun, Künstlerin, Selbstdarstellerin, Inszeniererin und Nacht-Legende
Berlins und insbesondere von Kreuzberg inszenierte gemeinsam mit rund 20
KünstlerInnen und DarstellerInnen ein furioses Bild: das Rote Haus
als Sinnbild für die Berliner Nacht.
10. Mai bis 22. Juni 2008
HACK.Fem.EAST. Frauen und Technologie in Netzwerken
KünstlerInnen: Gaby Bila-Gunther (RO/DE), Helena Bozic
(SI), Andreea Carnu (RO), Anetta Mona Chisa (RO/CZ), Alla Georgieva (UA/BG),
Marina Griznic (SI), Ana Hoffner (RS/DE), Janez Jansa (SI), Kitch™
(SI), Katja Kobolt (SI), Anna Krenz (PL/DE), Dunja Kukovec (SI), Erika Katalina
Pasztor (HU), Nada Prlja (BA/UK), Lala Rascic (HR), Joanne Richardson (RO/DE),
Boryana Rossa (BG), Selena Savic (RS/NL), Zvonka Simcic (SI), Tina Smrekar
(SI), Son:DA (SI), Starke (BA), Lucia Tkacova (SK), Mare Tralla (EE/UK),
Miss Information und ihre Telekommunisten (NET), DMedia (RO), Ladyfest RO,
Indymedia RO, Kanak Attak (DE), FAQ Network (Balkans)
KuratorInnen: Tatiana Bazzichelli, Gaia Novati
Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert
durch den Hauptstadtkulturfonds und mit freundlicher Unterstützung
des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa).
Das Ausstellungsprojekt HACK.Fem.EAST stellt experimentelle
und künstlerische Praktiken von in digitalen Netzwerken tätigen
Künstlerinnen und Aktivistinnen in Osteuropa in Berlin vor.
Im Fokus der Ausstellung steht, eine sich im Grenzbereich zwischen Hacking,
Kunst und Aktivismus bewegende Medienpraxis zu präsentieren, die von
einer internationalen Gegenkultur und Avantgarde vorangetrieben wird: Hauptprotagonisten
sind Frauen bzw. Projekte, in denen Frauen eine wichtige Rolle spielen.
Ziel ist es, eine Netzwerk-Plattform, die in fünf Elementen erfolgt:
die Ausstellung, Workshops (Free Space), eine Konferenz, eine Publikation
im Zeitungsformat und einem eigenen zusammenführenden Web-Auftritt.
Elf bestehene Netzwerke bilden die Grundlage der Ausstellung und zeigen
in den unterschiedlichen Räumen des Kunstraumes Kreuzberg/Bethanien
ihre Arbeit, Strategien und Ziele in Form von Installationen, Dokumentationen
und Präsentationen. Hierdurch entsteht ein „Netz der Netzwerke“,
das sich in Form von Videoscreenings, Installationen, Computerdarstellungen
und Dokumenten visualisiert.
Veranstaltungen: Während der Ausstellung wurde wöchentlich
ein Workshop (Free Space) von den Aktivistinnen angeboten. Zudem fand eine
Konferenz statt und ein integraler Bestandteil des Projektes war ein Web-Auftritt.
In Kooperation mit der taz erschien eine sogenannte NGO-Zeitungsbeilage
in einer Auflage von 30.000 Exemplaren.
1.März bis 27. April 2008
GLOBAL ALIEN: Congress of Culture
KünstlerInnen: Jae Hyun (Lee) Yoo, Alex Gerbaulet,
Jakob Schaible, Youngjoo Cho Ingirafn Steinarsson, Thorbjørn Reuter
Christiansen, Lizza May David, Christoph Mayer Chm, Insa Breyer, Namsee
Kim, Kaoru Yoneyama
KuratorInnen: GLOBAL ALIEN
Ein Ausstellungsprojekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: GLOBAL ALIEN ist ein Netzwerk von KünstlerInnen
und TheoretikerInnen aus Deutschland, Korea, Island, Dänemark, Japan,
Österreich und den Philippinen, das die Mechanismen der Globalisierung
untersucht und befragt. Die Ausstellungsprojekte wurden und werden in verschiedenen
Ländern gezeigt. Sie beziehen sich direkt auf jede Umgebung und inszenieren
ihren Inhalt entsprechend immer wieder neu. Dabei bleibt der Fokus auf dem
‚globalen Fremden’, der kulturelle und nationale Grenzen überschreitet
und damit eine Begegnung mit dem ‚fremden’ Menschen ermöglicht.
Das Fremde ist bestimmt durch die Grenzen, die das Bekannte vom Unbekannten
trennt.
Auf der einen Seite treiben die Mechanismen der Globalisierung die Aufhebung
von Grenzen im wirtschaftlichen Sektor voran auf der anderen Seite werden
sie wiederum verfestigt. Während in einem „globalen" Maßstab
die Welt zusammen wächst, findet auf einem „menschlichen“
Maßstab eine Zersplitterung statt. Global Alien setzt dagegen mit
einem Lebensgefühl: einer Verbindung von Menschen überall auf
der Welt, die entwurzelt und auf der Suche nach neuen Bezugsrahmen sind.
Ziel ist ein Austausch verschiedener Kulturen, die sich einen lokalen Zusammenhang
produktiv aneignen. Im Mittelpunkt steht die Frage,wie könnte eine
globale Kultur aussehen, die ihre eigene Veränderung akzeptiert und
die Spannung von Bewahrung und Transformation in sich vereinen kann.
Veranstaltungen: Zur Ausstellung Congress of Culture im
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien fanden verschiedene Workshops zum Begriff
des „Fremden“ und zur Repräsentation exotischer Figuren
und Symbole in der europäischen Kultur statt. Zudem wurde eine internationale
Filmreihe gezeigt.
2007
15. Dezember 2007 bis 17. Februar 2008
"The making of..."
Die Ausstellung „Bilder verkehren“ fand parallel statt. Zwei
Ausstellungen zu den Themen Kolonialismus, Repräsentation, Umgang mit
Archiven und Formen der Aufarbeitung.
Ein Projekt von Philip Scheffner und Britta Lange in Zusammenarbeit
mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds
Berlin. In Kooperation mit dem Lautarchiv der Humboldt Universität
zu Berlin, dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin
und der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv
Ausstellung: Das Projekt „The making of …“
basiert auf den Recherchen des Filmemachers Philip Scheffner zum Film „The
Halfmoon Files“ und den Forschungen der Kulturwissenschaftlerin Dr.
Britta Lange zu wissenschaftlichen Untersuchungen an Kriegs-gefangenen im
Ersten Weltkrieg.
In dem gemeinsamen Projekt werden die unterschiedlichen Arbeitsansätze
und Ergebnisse in einer Ausstellungssituation zusammengeführt. Die
Ausstellung thematisiert das Aufeinandertreffen von deutschen Forschern
und internierten Soldaten der englischen, französischen und russischen
Armee in deutschen Kriegsgefangenenlagern zur Zeit des Ersten Weltkrieges.
Einen Schwerpunkt bildet dabei das so genannte "Halbmondlager"
in Wünsdorf bei Berlin, in dem zwischen 1914 und 1918 vor allem indische
und nordafrikanische “Kolonialsoldaten” interniert waren. Die
"exotischen" Kriegs-gefangenen wurden Gegenstand politischer Propaganda
und Objekt zahlreicher wissenschaftlicher Studien in Anthropologie, Ethnographie,
Sprach-, Musik- und Rechts-wissenschaft.
Die besondere Situation des Kriegsgefangenenlagers erscheint in der Ausstellung
im Spannungsfeld von Politik und Wissenschaft.
Es entsteht ein fragiles audiovisuelles Netz von Geschichten über die
Verflechtungen von Kolonialismus, Krieg, Medien, Politik, Unterhaltungskultur
und Wissenschaft.
Veranstaltungen: Im Rahmen der Ausstellung fanden Filmabende,
Vorträge wie "Kolonialismus und Film im Ersten Weltkrieg"
oder "Wissenschaftliche Forschungen an Kriegsgefangenen. Berlin und
Wien 1915-1918", eine Exkursion nach Wünsdorf und Symposium zum
Thema"Die Ambivalenz der Archive" statt.
Weitere Informationen unter: www.halfmoonfiles.de
15. Dezember 2007 bis 17. Februar 2008
"Bilder verkehren" - Postkarten in der visuellen Kultur des deutschen
Kolonialismus
KünsterInnen: Eine Ausstellung mit Postkarten aus
der Sammlung Peter Weiss und dem Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte,
Hamburg von Felix Axster, Heike Hartmann, Astrid Kusser und Susann Lewerenz
für [i][mi][r] – Institut für Migrations- und Rassismusforschung,
Hamburg.
Ausstellungsarchitektur und –graphik von René
Hillebrandt, Knut Schneider und simon_spiegel_zimmermann: Büro für
visuelle Kommunikation, Hamburg.
Ausstellung: Welche Bilder haben sich im visuellen Archiv
des deutschen Kolonialismus abgelagert? Dieser Frage geht die Ausstellung
anhand von Postkartenmotiven nach, die während des Kaiserreichs und
der Weimarer Republik in großer Zahl zirkulierten.
“Bilder verkehren“ verdeutlicht sowohl den Stellenwert, den
das beliebte Massenmedium der Postkarte in den alltäglichen Auseinandersetzungen
um koloniale Machtverhältnisse einnahm, als auch dessen thematische
Bandbreite: Bilder, die der politischen Propaganda, der Werbung für
Kolonialwaren oder den Spendenaufrufen von Missionsgesellschaften dienten,
treffen auf visuelle Visitenkarten schwarzer MigrantInnen, die im Unterhaltungsgewerbe
in den europäischen Metropolen arbeiteten. Kolonisierung und Migration
werden als teils parallele, teils gegenläufige historische Dynamiken
sichtbar. Viele der Postkartenmotive bestätigten die kolonialen Projekte
als rechtmäßig und akzeptabel, doch zeigt sich in der Gesamtschau
der Ausstellung auch die Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit
dieses visuellen Archivs.
“Bilder verkehren“ macht so deutlich, dass das Medium Postkarte
es ermöglichte, koloniale Bildentwürfe nicht nur zu bestätigen
und weiter zu verbreiten, sondern auch zu unterlaufen, bekannte Bilder in
Frage zu stellen oder neue Bilder zu erzeugen, die sich kolonialen Hierarchien
verweigerten.
“Bilder verkehren“ präsentiert eine Auswahl von ca. 350
Bildpostkarten aus der Sammlung Peter Weiss.
Veranstaltung: Es fand ein Gespräch mit dem Kuratorenteam
statt.
Weitere Informationen unter: www.bilder-verkehren.de
27. Oktober bis 2. Dezember 2007
GOLDRAUSCH 2007 – Take me to the Edge of Heaven
KünstlerInnen: Carola Bark, Cécile Belmont,
Barbara Eitel, Sabine Fassl, Beatrice Jugert, Ella Klaschka, Sylwia Ludas,
Doris Marten, Ricarda Mieth, Alice Münch, Ariane Pauls, Jenny Rosemeyer,
Judith Schwinn, Doris Sprengel, Kei Takemura
KuratorInnen: Birgit Effinger, Hannah Kruse
Eine Ausstellung vom Goldrausch Künstlerinnenprojekt
ART IT, Frauennetzwerk Berlin e.V. im Auftrag und mit Mitteln der Senatsverwaltung
für Wirtschaft, Technologie und Frauen und dem Europäischen Sozialfonds.
In Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und mit freundlicher
Unterstützung des Bureau des Arts Plastiques, Ambassade de France en
République Fédérale_d’Allemagne, Cultures France,
Cine Plus, Euromasten; Krinner Schraubfundamente.
Die Ausstellung hat eine Medienpartnerschaft mit der taz.
Die Ausstellung „Take me to the edge of heaven –
Goldrausch 2007“ zeigt eine Montage von performativen Installationen,
Videofilmen, Malerei, Zeichnungen und Rauminterventionen. Der Titel verweist
auf das dialogische Miteinander der künstlerischen Arbeiten und ist
zugleich Ausdruck der Aufbruchstimmung und Berufssituation der 15 ausstellenden
Künstlerinnen.
Neben den Werkkomplexen geben Arbeiten auf Papier, Skizzen und bewegte Bilder
in einem ‚Graphischen Kabinett` Einblicke in Arbeitsprozesse. Zum
Ausdruck kommt die produktive Auseinandersetzung auch in den Arbeiten der
Künstlerinnen, so zum Beispiel inszeniert Beatrice Jugert ein Fahnen-‚Multiversum’
, basierend auf Interviews mit den Kolleginnen, wie auch Kei Takemura in
einer Installation mit Performances Gesten und Handlungen der Künstlerinnen
aufnimmt.
' Take me to the edge of heaven – goldrausch 2007' markiert den Abschluss
des einjährigen Postgraduierten – Kurses, in dem profilierte
Künstlerinnen, ausgewählt aus einer großen Zahl von Bewerbungen,
am Beginn ihrer Karriere berufspraktische Kenntnisse erwerben. Zur Ausstellung
erscheinen Einzelbroschüren im Sammelschuber.
Veranstaltungen: Innerhalb der Ausstellung gab es einen
Filmabend, Performance, ein Konzert und Workshops mit der Fichtelgebirge-Grundschule
und der Kurt-Löwenstein Schule.
1. September bis 14. Oktober 2007
WALK! – Spazierengehen als Kunstform. Über die allmähliche
Verfertigung der Gedanken beim Gehen
KünstlerInnen: Vito Acconci (USA), Francis Alÿs
(BE/MEX), Caroline Bittermann (DE), Lucius Burckhardt / Martin Schmitz (CH/DE),
Tom Burr (USA),
Janet Cardiff/ Georges Bures Miller (CAN/DE), Lenka Clayton (UK), Larissa
Fassler (CAN/DE), Kristinn G. Hardarson (IS), Christian Hasucha (DE), Thomas
Hauser (DE), Romuald Karmakar (DE), Ingeborg Lockemann (DE), Christoph Mayer
chm. (AT/DE), Christian Philipp Müller (CH/USA), Wolfgang Müller
(DE), Adrian Piper (USA), Nicole Schuck (_DE), Stalker/On (IT), Timm Ulrichs
(DE), Ingo Vetter / Annette Weisser
KuratorInnen: Stéphane Bauer, Christine Heidemann
Ein Ausstellungsprojekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien,
gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, mit freundlicher Unterstützung
der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und des Infobüros Die
Prävention in Medienpartnerschaft mit der Tageszeitung die taz.
Ausstellung: „WALK! – Spazierengehen als Kunstform“
präsentiert das Spazierengehen als künstlerische Praxis und untersucht
es hinsichtlich seines Potentials, die Wahrnehmung der Umgebung zu schärfen
und als spezifische Vermittlungsform zu wirken. Abgeleitet vom italienischen
‚spaziare’ (sich räumlich ausbreiten) meint Spazierengehen,
das Gehen als entspannenden und zugleich anregenden Zeitvertreib.
Einerseits ist das Gehen die ursprünglichste Form der Fortbewegung
des Menschen, andererseits wird selbst dieses seit Beginn der Moderne gelenkt
und geleitet, zum Beispiel in Landschaftsparks, aber auch in den Shopping
Malls der Gegenart. Die Spannung zwischen Spazierengehen als selbstbestimmte
Tätigkeit jenseits sozio-ökonomischer und politischer Gegebenheiten
und seiner Instrumentalisierung in verschiedenen Gesellschaftsformen wird
in den künstlerischen Beiträgen des Projektes reflektiert. Neben
der künstlerischen Betrachtung werden auch kulturgeschichtliche, stadtplanerische,
ökonomische und praktische Aspekte untersucht. „WALK! –
Spazierengehen als Kunstform“ will dazu anregen, das Gehen als Möglichkeit
der Erkundung (wieder-) zu entdecken.
Das Projekt besteht aus vier sich ergänzenden und ineinander greifenden
Elementen: einer Ausstellung, einem Rechercheraum, dem Wettbewerb „Mein
liebster Spaziergang – mein schönster Spaziergang“ sowie
einem Veranstaltungsprogramm mit Spaziergängen und Vorträgen.
Die Ausstellung präsentiert Arbeiten von internationalen KünstlerInnen,
die ein breites Spektrum des Spazierengehens als Kunstform seit den 1960er
Jahren eröffnen und die in unterschiedlichen Medien realisiert sind.
Veranstaltungen: Jeden Sonntag während der Ausstellungszeit
fand ein Spaziergang statt, der jeweils von einer/m KünstlerIn angeleitet
wurde.
Insgesamt fanden zehn Spaziergänge in Berlin sowie vier Vorträge
im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien statt.
23. Juni bis 19. August 2007
Backjumps – The Live Issue #3. Urbane Kommunikation und Ästhetik
KünstlerInnen und Projekte: Anti privé (Berlin),
AKIM ONE NGUYEN (Berlin), ASH (Kopenhagen/Paris), Blu (Bologna), CEMNOZ
(Berlin), CUBABRASIL - Berlin (Havanna/Pinar del Rio/São Paulo/Berlin/München),
Dave the Chimp (London), Brad Downey (Ex-Patriot USA), Graffitimuseum (Berlin),
HuskMitNavn (Kopenhagen), Jay "One" Ramier (Paris), Carlos Mare139
Rodriguez (New York), Mode 2 (Berlin), NOMAD (Berlin), Migratory Birds of
the Solovei Republic (New York/Berlin), Reclaim your City (Berlin), Oliver
Rodriguez-Kroll (Berlin), SKKI (Paris), StudioAnti™ (Berlin), Study
of Style (Berlin), Surrend (Berlin/Kopenhagen), Daniel Tagnoe (Berlin),
Tofa (Berlin), Veysel Önder/ Jan Lilienthal (Berlin), ZEVS (Paris)
Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. Gefördert
durch den Hauptstadtkulturfonds.
Mit freundlicher Unterstützung von: Nokia Nseries, Montana Cans, Bagjack,
From Here to Fame, GSW, Mobile Bildungsberatung beim Lernladen am Ostkreuz,
Klangsucht, Koschwitz Plakat GmbH, Writers Corner Berlin, Sachiko Sushi,
dem Quatiersmanagement Wrangelkiez und globe e.V.
In Medienpartnerschaft mit: [030] Magazin, De:Bug, Intro, Fatcap Marketing,
Groove,
Styles Report Berlin, taz, Zitty
Die Ausstellung ist eingebunden in das Programm „Offensive Kulturelle
Bildung“ des Rates für die Künste. Im Rahmen der Ausstellung
werden Führungen und Workshops mit den SchülerInnen der Fichtelgebirge-Grundschule
und der Kurt-Löwenstein-Schule angeboten.
Ausstellung: Street Art entsteht und entwickelt sich auf
den Straßen der Städte. Als Phänomen prägt sie die
Stadtlandschaften der Welt. An ihrer Verbreitung und ihren Ausformungen
scheiden sich die Geister. Jenseits von Kriminalisierung oder kommerzieller
Vereinnahmung werden jedoch selten die kulturellen, gesellschaftlichen und
künstlerischen Dimensionen und Entwicklungen von Street Art reflektiert.
Backjumps – The Live Issue #3 widmet sich dieser lebendigen und durchaus
widersprüchlichen Kunstform im öffentlichen Raum. Zum dritten
Mal präsentiert und reflektiert das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt
Backjumps im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien internationale Entwicklungen
der Street Art und schafft damit das einzige qualitative und vermittlungsorientierte
Forum in Deutschland. Die Basis bildet die zentrale achtwöchige Ausstellung
im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien mit ihrem Netzwerk kooperierender Projekte
und Galerien, die gemeinsam die Stadt zu einem lebendigen Magazin werden
lassen. Dabei soll Street Art erneut als Element urbaner Kommunikation und
Ästhetik thematisiert und diskutiert werden.
Stärker als in den Vorjahren setzt Backjumps in diesem Jahr auf die
qualitativen Aspekte der Vermittlung. In Gesprächsrunden, Vorträgen,
Workshops, Stadtspaziergängen und Performances, die auf unterschiedliche
Interessengruppen (Kinder, Jugendliche, Senioren, Kunstinteressierte) zugeschnitten
sind, wird das vielfältige Phänomen der Street Art in einem tätigen
Austausch verhandelt.Innerhalb der Ausstellung werden vier Brandwandfassaden
in Kreuzberg von internationalen Künstlern gestaltet. Die Künstler
ASH, BLU, NOMAD und GFA - Crew werden die Fassaden in der Adalbertstraße
71, Falckensteinstraße 47/48, Oranienstraße 195 und Oppelnerstraße
46/47 bis zur Finissage fertigstellen, an die Öffentlichkeit übergeben
und feierlich eingeweiht werden.
Veranstaltungen: Begleitet wurde die Ausstellung von einem
umfangreichen Rahmenprogramm mit zehn City Walks, geführt von Street
Artists, Workshops, Gesprächen und Parties. Zusätzlich gab es
fünf, besonders für Menschen ab 55 Jahren ausgerichteten „Senior
Street Art“- Veranstaltungen.
Weitere Informationen unter: www.backjumps.info
28. April bis 10. Juni 2007
HARDCORE GLAMOUR
KünsterInnen: Ivan Boskovic, Friederike Hamann, Moritz
Hirsch, Heinz Peter Knes, Malte Lochstedt, Christian Meier, Angie Reed,
Sabine Rein, Pola Sieverding, Ulrich Urban, Christine Woditschka und Rommelo
Yu
KuratorInnen: Niels Betori Diehl, Barbara Prokop
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung:Berlin ist rau und schmutzig, stößt
immer wieder an seine Grenzen und zelebriert doch einen Glamour, der wenig
mit dem zu tun hat, was allgemein unter dem Begriff verstanden wird. Auf
flüchtige, verschwitzte Art, lässt man hier immer wieder von neuem
die totgeträumten Klischees vom New York der sechziger Jahre mit billigen
Mitteln auferstehen, so lange bis die echten New Yorker dazu stoßen.
Schließlich weiß keiner mehr, wer eigentlich wen imitiert und
alle zusammen glauben ein wenig an das Trugbild der vermeintlichen Weltstadt,
wie sie in den Magazinen erscheint, bis sie wieder nüchtern sind.
In seltenen, reflektierten Momenten kann es jedoch passieren, dass der Neuberliner
Glamour, der hardcore ist weil ihm nichts anderes übrig bleibt, sich
als Überlebensstrategie derer offenbart, die sich dem Malstrom aus
knallhartem Provinzialismus und kosmopolitischem Daydreaming versuchen zu
entziehen, dabei aber nicht vergessen, dass sie ihm nicht gänzlich
entkommen können. Diese Strategie ist ein Balanceakt zwischen bewusster
Kritik und weniger bewusst sein wollender Celebration von dem was nun mal
da ist und von dem was da sein könnte.
Mit HARDCORE GLAMOUR versuchen Niels Betori Diehl und Barbara Prokop anhand
einer Verbindung von künstlerischer Praxis und performativer kuratorischer
Arbeit dieses „Feeling“ zu fassen. Mithilfe unterschiedlicher,
individueller Positionen soll ein facettenreiches Statement zu Berlin ausgearbeitet,
Vergangenes und Gegenwärtiges neu betrachtet werden, damit neue Möglichkeiten
imaginiert werden können. Mehrdeutigkeiten und Gegensätzlichkeiten,
die innerhalb der Arbeiten und Performances oder aus deren Zusammenspiel
und Dialog entstehen, legen das politische Moment des Projekts offen, das
eher vom Aufwerfen von Fragen als vom Liefern von Antworten lebt.
So versteht sich HARDCORE GLAMOUR einerseits als Gegenvorschlag zu Brachialität
und Manierismen markt-konformer, bürotauglicher und “schlauer”
Kunst-Erzeugnisse aus dem Zeitalter des Booms. Andererseits stellt es eine
vorherrschende simplifizierende linkskonservative Logik des Boykotts in
Frage, die politische Äußerungen auf Entweder/Oder-Muster begrenzt
und eine strikte Trennlinie zwischen intellektuell Wertvollem und Wertlosem
zieht.
In diesem Sinne stellt HARDCORE GLAMOUR eine militante Art dar, sexy zu
sein.
Veranstaltungen: Am Eröffnungstag fanden Performances
statt, es wurden spezielle, eintägige Installationen präsentiert
und eine Party. Zudem gab es Diskussionen und eine Führung der Kuratoren
durch die Ausstellung.
10. März bis 15. April 2007
A Room of One’s Own.
Künstlerinnen: Kerstin Drechsel, Christine Gregor,
Doris Kuwert, Annik Leroy, Nanna Lüth, Julie Morel, Anne Quirynen,
Tine Van Aerschot, Els van Riel
Kooradination: Christine Gregor, Doris Kuwert, Nanna Lüth,
Marie Vermeiren
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: Mehr als ein Zimmer für sich allein -
Arbeit/sräume und Geschlecht
„A room of one’s own“ ist eine Kooperation zwischen Künstlerinnen
aus Brüssel und Berlin, die in verschiedenen Medien (Malerei, Video,
Film, Audio, Installation) arbeiten und sich mit dem titelgebenden Text
von Virginia Woolf von 1929 auseinandersetzen. In diesem Text thematisiert
Woolf die notwendigen kulturellen und sozialen Bedingen für die literarische
Produktion von Frauen: das "Zimmer für sich allein", finanzielle
Unabhängigkeit und das Selbstbewusstsein, genau das zu schreiben, was
sie denken. Sie entwirft ein androgynes Ideal mit der Vorstellung, dass
hierdurch die Polarität der Geschlechter zu überwinden und ein
Höchstmaß an künstlerischer Kreativität freizusetzen
sei.
Die erste Ausstellung von „A room of one’s own“ fand im
März 2006 im Kulturzentrum De Markten in Brüssel statt. Im März
2007 wird die zweite Ausgabe mit der programmatischen Forderung „Mehr
als ein Zimmer für sich allein“ im Kunstraum Kreuzberg in Berlin
eröffnen.
Veranstaltungen: Im Verlauf der Ausstellung wurde neben
Konzerten (z.B. von dem Musikensemble für zeitgenössischen Musik
Q-O2) in Kooperation mit dem Kino Arsenal, dem Ballhaus Naunynstraße
und dem Gendernet der Universität der Künste Berlin ein Film-
und Veranstaltungsprogramm angeboten. Es gab sechs Filmabende, drei Gesprächs-
und Diskussionsrunden.
Website: www.aroom.org
2006
16. Dezember 2006 bis 25. Februar 2007
SEXWORK. Kunst Mythos Realität
KünstlerInnen im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien: J.
Jackie Baier (DE), Ursula Biemann (CH), Viviana Bravo Bota (CHL/D), Jn.
Ulrick Désert (USA/DE), Karin Jurschick (DE), die Königin (AT),
Yoshiko Shimada und Bubu de Madeleine (JP), Beate Passow (DE), Tadej Pogacar
(SL) Judith Siegmund (DE), Social Impact (AT), Borjana Ventzislavova (BG/AT),
Rommelo Yu (Ph/DE)
Die Beiträge von 35 internationalen KünstlerInnen werden um drei
Text- und Materialräume ergänzt.
KuratorInnen: Stéphane Bauer, Boris von Brauchitsch,
Katharina Kaiser, Maika Leffers, Jörg Leidig, Judith Siegmund, Ulrike
Solbrig
In Kooperation mit dem Graduiertenkolleg „Geschlecht als Wissenskategorie“
der HU Berlin und der Heinrich-Böll-Stiftung fand eine Tagung über
Menschenhandel statt. Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück zeigte
im Januar 2007 parallel zu SEXWORK eine Ausstellung über die so genannten
„KZ-Bordelle“.
Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende
Kunst e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und dem
Haus-am-Kleistpark.
Die Ausstellung SEXWORK versammelt künstlerische Herangehensweisen
zum Thema Prostitution. Ziel ist es, Darstellungsweisen zu präsentieren
und zu untersuchen, die die gängigen Klischees von Viktimisierung und
Dämonisierung von Prostituierten vermeiden und voyeuristische Betrachtungsweisen
in Frage stellen. Die Themenbreite umfasst die Darstellung von selbstbewusster
Sexarbeit bis zu aktuellen Formen von Zwangsprostitution. Verschiedene Perspektiven
ergänzen sich. Die Ausstellung präsentiert die Realität von
Prostitution nicht nur aus dem Blickwinkel der weiblichen Prostituierten,
sondern beleuchtet ebenfalls die Rolle der Freier und thematisiert schwule
und transsexuelle Prostitution. Dabei spielen die Geschichten der Kämpfe
um Anerkennung und gegen Diskriminierung eine wichtige Rolle, ebenso wie
die Phänomene von Arbeitsmigration, Trafficking und Sextourismus.
Veranstaltungen: Das umfangreiche Begleitprogramm enthielt
Künstlergespräche, Vorträge zu der juristischen Situation
in Europa, der Darstellung von Prostitution im Film und dem vernachlässigten
Thema der Motivation von Freiern. Mit Gruppen, die für die Rechte von
Sexarbeitern eintreten, wurde diskutiert über die Grenzen und Möglichkeiten
künstlerischer Darstellungen. Zudem fanden jeden Sonntag Führungen
in allen drei Ausstellungsorten statt.
28. Oktober bis 3. Dezember 2006
Goldrausch-Magma 2006
Künstlerinnen: Tania Bedrinana, Astrid Busch, Katja
Eydel, Tina Haber, Judith Karcheter, Heike König, Beatrice Minda, Uta
Neumann, Johanna Oenicke, Tere Recarens, Nadja Schöllhammer, Claudia
Weber, Christiane Wetzel, Veronika Witte, Christine Woditschka
Kuratorinnen: Hannah Kruse, Birgit Effinger
Eine Ausstellung des Goldrausch-Frauennetzwerkes mit Unterstützung
des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Die Ausstellung des Goldrausch Künstlerinnenprojektes demonstriert
die wachsende Diversifizierung künstlerischer Praxis: Die Arbeiten
der fünfzehn Künstlerinnen verbinden verschiedene künstlerische
und wissenschaftliche Disziplinen, Recherchemodelle und Fragestellungen.
Dabei bestimmt die Heterogenität der künstlerischen Verfahren
und Ausdrucksweisen den Charakter dieser Ausstellung. So unterschiedlich
die Werke sein mögen, eines ist allen teilnehmenden Künstlerinnen
gemeinsam: Sie beschäftigen sich intensiv mit unterschiedlichen Aspekten
ihres Berufsfeldes. Die Ausstellung markiert den Abschluß des einjährigen
Postgraduierten Kurses, in dem profilierte Künstlerinnen am Beginn
ihrer Karriere arbeitsfeldspezifisches Fachwissen erwerben. Goldrausch 2006
animiert die Besucher nicht nur zum Nachdenken über die Subjektivität
der eigenen Wahrnehmung, sondern auch zur Auseinandersetzung mit aktueller
Kunstproduktion in Berlin.
Veranstaltungen: Begleitet wurde die Ausstellung von einem
umfangreichen Rahmenprogramm mit Performances, thematischen Führungen
und der Katalogvorstellung aus der Serie „teilt mit“ von Katja
Eydel.
12. Oktober 2006, 20 Uhr
The Halfmoon Files.
Ein Rechercheprojekt von Philip Schefner und Britta Lange
in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert durch
den Hauptstadtkulturfonds.
Präsentation der Zwischenergebnisse: Vortrag, Film,
Diskussion
In den Armeen Englands, Frankreichs und Russlands wurden Anfang des letzen
Jahrhunderts zahlreiche ‚Kolonialsoldaten’ eingesetzt. Afrikaner
aus den französischen Kolonien, Inder aus Britisch Indien sowie muslimische
Tartaren und Georgier. Gerieten Soldaten dieser Einheiten in deutsche Gefangenschaft
wurden sie als Teil der deutschen Kriegsstrategie in sogenannten Sonderlagern
interniert. Zwei dieser Sonderlager – das ‚Weinberglager’
sowie das sogenannte ‚Halbmond Lager’ befanden sich in Wünsdorf
bei Berlin. Ziel der Sonderlager war es, die muslimischen Gefangenen durch
Propaganda zur aktiven Teilnahme am ‚Heiligen Krieg’ und damit
zum Kampf in den türkischen Einheiten zu bewegen. Bei den nicht-muslimischen
Gefangenen – etwa indischen Sikhs und Hindus – lag der Schwerpunkt
der Propaganda darauf, die Gefangenen zum Kampf gegen Ihre Kolonialherren
an der Seite Deutschlands zu bewegen. Da die Propagandatätigkeit keine
nennenswerten Erfolge aufwies, wurden die Lager zunehmend von Wissenschaftlern
frequentiert. Trotz strenger Geheimhaltung und Abschottung der Lager in
den Anfangsjahren hatte es sich herumgesprochen, dass dort‚ „die
Proben der verschiedenen Rassen und Völker zum Kennenlernen bequemer
nebeneinander gestellt“ waren und damit besonders „unseren Anthropologen
und Mythologen den Volks- und Sprachforschern reichste Ausbeute und überraschende
Aufschlüsse“ versprachen. Der Ethnologe Leo Frobenius (ab 1934
Direktor des Frankfurter Völkerkundemuseums) betont 1917 in einem Vortrag,
dass ein Rundgang durch das Lager, Antworten auf die Frage geben könne,
„wie wir in Zukunft unser Kolonialreich auszugestalten haben“.
2. September bis 8. Oktober 2006
How to Do Things? – In the Middle of (No)Where...
KünstlerInnen: Bik van der Pol (NL), Pavel Braila
(MD), Alexandra Croitoru (RO), Roman Dziadkiewicz (PL), Andreas Fogarasi
(AT/HU), Lise Harlev (DK), Kristina Inciuraite (LT), Alevtina Kakhidze (UA),
Johanna & Helmut Kandl (AT), Aleksander Komarov (BY/NL), Little Warsaw
(HU), Michal Moravcík (SK), Wiebke Loeper (DE), Tanja Nellemann Poulsen
(DK), Katya Sander (DK), Jirí Skála (CZ), Sean Snyder (USA/DE),
Société Réaliste (HU/F), Laura Stasiulyte (LT), Mona
Vatamanu & Florin Tudor (RO), Julita Wójcik (PL), Florian Zeyfang
(DE), Moira Zoitl (A)
Kuratorinnen: Dorothee Bienert, Antje Weitzel
Eine Projekt von uqbar e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum
Kreuzberg/Bethanien, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, die
Europäische Kommission/Kultur 2000, die European Cultural Foundation
(ECF), die Allianz Kulturstiftung und das Auswärtige Amt/ifa.
Die Ausstellungsserie How to Do Things? – In the
Middle of (No)where... bringt Künstler/innen und Kulturschaffende aus
14 Ländern (Niederlande, Dänemark, Deutschland, Polen, Litauen,
Weißrussland, Ukraine, Moldawien, Rumänien, Slowenien, Ungarn,
Österreich, Tschechien, Slowakei) eines mit dem Finger auf der Landkarte
erschaffenen, imaginären Mitteleuropa zusammen. Diese spielerische
Geste wendet sich gegen veraltete Grenzziehungen und Zuschreibungen wie
sie exemplarisch an der Debatte um den Begriff „Kerneuropa“
ablesbar sind oder auch am Festhalten an geographischen Kategorien wie „Balkan“
oder „Baltikum“. How to Do Things? – In the Middle of
(No)where... setzt sich spielerisch über reale und mentale Grenzen
hinweg und nutzt dies als Chance: ca. 30 Teilnehmer/innen aus verschiedenen
Alt-EU-, Neu-EU-, EU-Anwärter-, und Nicht-EU-Staaten konzipieren und
realisieren in Kooperation und gleichberechtigtem Austausch an 5 Orten der
Region (Kopenhagen, Berlin, Budapest, Bukarest, Kiew) performative Kunstprojekte,
die schwerpunktmäßig das Verhältnis zwischen dem Kunstwerk
und seinen Rezipient/innen thematisieren und auf diese Weise Fragen nach
Handlungsmacht und Partizipation stellen. Es geht darum den Austausch zwischen
den unterschiedlichen Regionen und Szenen zu verstärken, aber auch
auf der Grundlage des gemeinsamen thematischen Rahmens der Ausstellungen,
"soziale Utopien", zu erforschen, inwieweit ein gemeinsames Erarbeiten
von Visionen und Zielen möglich ist. Das Berliner Projekt ist Teil
dieser Reihe und zugleich die Abschlussveranstaltung des Gesamtprojekts
und das Katalogbuch, das Dokumentationen aller Aktionen und Erfahrungsberichte
der Künstler/innen enthält, wird zur Berliner Ausstellung veröffentlicht.
Veranstaltungen: Es wurden Gesprächsrunden mit KünstlerInnen
der Ausstellung in Budapest, Kiew, Bukarest, Kopenhagen und Berlin in dem
Zeitraum der Ausstellung veranstaltet.
24. Juni bis 6. August 2006
Fremdkörper
Künstlerinnen: Jasper Alvaer, Jovan Balov, Mr. Bra
(Marek Kvetán & Richard Fajnor), Aristarkh Chernyshev & Vladislav
Efimov, Aneta Mona Chisa, Pavel Forman, Mindaugas Gapsevicius, Geomatic
(Serge Marinec & Andrei Vasiliev), Slavicia Janaslieva, Martin Juef,
Kunst Fu (Erik Binder & Gabika Binderová), Magdalena Natalia
Kwiatkowska, Zorka Lednárová, Dörte Meyer, Roman Minaev,
Vladimir Sitnikov, Alma Skersyte, Jovan Sumkovski, Vana Urosevic
KuratorInnen: Zorka Lednarova, Roman Minaev
In Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien,
mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung
und Kultur
Ausstellung:„Fremdkörper“ ist ein internationales
Ausstellungsprojekt, das Fremdheit als soziokulturelles Phänomen im
Rahmen der europäischen Integrationsprozesse begreift. Das Projekt
wurde in Kooperation mit fünf osteuropäischen Kulturinstitutionen
innerhalb von einem Jahr durch eine Reihe von Ausstellungen erarbeitet:
Nationales Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Moskau, Russland,
Intro Galerie, Vilnius, Litauen, NoD Galerie, Prag, Tschechien , Zentrum
für Zeitgenössische Kunst, Trnava, Slowakei, Museum der Stadt
Skopje, Skopje, Mazedonien. Initiiert wurde die Ausstellungsreihe von in
Berlin lebenden Künstler-Migranten osteuropäischer Herkunft, die
mit Künstler-Kollegen aus ihren Heimatländern in einen Dialog
traten, um Standpunkte Ihrer kulturellen Identität vor dem Hintergrund
geopolitischer Veränderungen herauszustellen. Das Ausstellungskonzept
wurde durch die Teilnahme von zwei Deutschen KünstlerInnen ergänzt,
die die im Projekt behandelte Thematik in ihren Arbeiten mitreflektieren.
Die in Berlin stattfindende Ausstellung ist das Resultat und die Zusammenfassung
der Ausstellungsreihe Fremdkörper, die im April 2004, also zeitgleich
mit dem in Kraft treten der EU-Osterweiterung in Moskau/Russland begann.
Im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien werden erstmalig alle 22 an dem Projekt
beteiligten KünstlerInnen ausgestellt.
Vor dem Hintergrund des wechselseitigen Verhältnisses von Fremdheit
und Integration verhandelt die Ausstellung Phänomene der politischen
und sozialen Einordnung und deren Spielregeln, Veränderungen geopolitischer
Kartografien, die Konstruktion von Medienwahrheit und die Rekonstruktion
von Erinnerung.
Aus dem Problem der kulturellen Einordnung von Künstlern, die Grenzen
überschreiten wollen oder müssen, die in verschiedenen Kontexten
leben und für die es keine Rückkehr zu einem verlorenem Ursprung
mehr geben kann, entstehet eine besondere Sichtweise. Durch die individuelle
Kunstsprache wird deutlich, wie die festgehaltene Zeit von Wandlungsprozessen,
irgendwo zwischen dem „noch nicht davon gekommen-“ und dem „noch
nicht ganz angekommen Sein“, zum Merkmal einer von einer erweiteten
Perspektive getragenen unabhängigen Identität wird.
29. April bis 11. Juni 2006
Liquid Matter
KünstlerInnen: Apparat, Philippe Bazin, Wolfgang Capellari,
Flutura 6 Besnick Haxhillary, Are Viktor Hauffen, Knut Hoffmeister, Franz
John, Dan Mihaltianu, Gordon Monahan/Laura Kikauka/Bastiaan Maris, William
Seeto, Spurenlegung (Dan Mihaltianu/Karen Kipphoff/Christian Rothmann),
SubREAL, Mona Vatamanu & Florin Tudor
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien auf
Vorschlag von Dan Mihaltianu.
Ausstellung: Den Ausgangspunkt bilden „Flüssige
Angelegenheiten“: Alkohol, Geldströme, Informationsflüsse,
Liquidität, Transparenz, Nahrung, etc. mit der Absicht aus diesem Konglomerat
ein Bild der künstlerischen Produktionsbedingen in den 90er Jahren
in Berlin zu schaffen. Dan Mihaltianu ist dabei mit seinem Archiv der Liquid
Matters, das aus Flaschen, Objekten, selbst gebranntem Schnaps, einer Bar,
einer Destillationsanlage besteht, die zentrale Bezugsperson. Dan Mihaltianu
lebt und arbeitet in Bergen/Norwegen und in Berlin-Kreuzberg. Er war Mitbegründer
der Gruppe SubREAL in Bukarest/Rumänien.
Veranstaltungen: Die Eröffnung wurde von einer Performance
begleitet und es fand eine Führung „hinter den Kulissen“
der Künstlerhaus Bethanien GmbH, des Kunstraums Kreuzberg/Bethanien
und der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. statt.
4. März bis 16. April 2006
forever and a day Büro presents: HORIZONT
KünstlerInnen: André Butzer, Leif Erich Christensen,
Ben Cottrell, Frederik Foert, Andrew Gilbert, Christiana Glidden, Mariola
Groener, Maggie Hills, Thilo Heinzmann, Stefan Kaminski, LEO, Joe Neave,
Katrin Plavcak, Sean Reynard, Christian Schwarzwald, Prof. Winkler, Dominic
Wood
KuratorInnen: Ben Cottrell, Mariola Groener
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: Der Projektraum forever and a day Büro
in der Schlesischen Str. in Berlin-Kreuzberg hat über drei Jahre lang
regelmäßig unterschiedliche künstlerische Positionen präsentiert.
Dort traf sich eine Künstlerszene, die als beispielhaft für die
Entwicklung des künstlerischen Schaffens der letzten Jahre in Berlin
betrachtet werden kann. Seit Sommer 2005 wirkt das Projekt in verschiedenen
Räumen in und außerhalb Berlins weiter. Die Ausstellung im Kunstraum
wird Zeichnungen, Malerei, Installationen und Videoarbeiten versammeln.
Der Titel der Ausstellung verweist auf Perspektiven, auf Unendlichkeit/Endlichkeit
und auf Geistiges/Imaginäres. Damit sind der Rahmen und die Bedingungen
unter denen diese Künstler produzieren skizziert. Ihre Arbeiten versammeln
sich nicht unter einem thematischen Leitmotiv, sondern vielmehr um hybride
Vorgehensweisen.
14. Januar bis 19. Februar 2006
Jagdsalon. Eine Ausstellung zu Jagd, Wildnis und Großstadtnatur
KünstlerInnen: Guy Allott (UK), Nikolaus Bröker
(D), Lenka Clayton (UK), Anna Craycroft (USA), Mark Dion (USA), Julika Gittner
(D/UK), Tue Greenfort (DK/D), Katharina Jahnke (D), Inga Svala Thorsdottir
(IS/D) und Ella Ziegler (D). Der Veranstaltungsraum wird gestaltet von den
Berliner Bühnenbildnern Kathi Maurer und Micha Graessner
Kuratorin: Christine Heidemann (Preisträgerin des Wolfgang Hartmann-Preises
2005)
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: Die Jagd als ritualisierte Handlung, deren
Zweck weit über die Beschaffung von Nahrung hinausgeht, ist das Thema,
mit dem sich die im Jagdsalon versammelten Arbeiten von zehn zeitgenössischen
Künstlerinnen und Künstlern auseinander setzen. Die Kunstwerke
stellen spezifische Annäherungen an dieses Thema dar, indem sie auf
unterschiedliche Weise den Raum der Vorstellungen und Formen der Darstellung
untersuchen, die sich im Laufe der langen Kulturgeschichte der Jagd herausgebildet
haben. In der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Jagd werden
kulturelle Konzepte von Natur zur Disposition gestellt, wobei stets das
Verhältnis des Menschen zu der ihn umgebenden Welt im Mittelpunkt steht.
Der Jäger als Eroberer einer ‚Wildnis’, die faktisch nur
noch in der Imagination existiert, als Versorger und als rücksichtsloser
Trophäensammler zugleich ist eine Figur, die ebenso zur Diskussion
steht wie Vorstellungen vom Wald als Sehnsuchtsort, an dem Abenteuerliches
und Geheimnisvolles sich ereignen. Momente der Fremdheit, der Ungewissheit
und der Begegnung des Menschen mit dem ‚Anderen’ der ‚Wildnis’,
der Tiere und nicht zuletzt des Todes, welche den Reiz der Jagd ausmachen,
werden in den künstlerischen Annäherungen an das Thema sichtbar
und spürbar.
Veranstaltungen: Die Eröffnung wurde von einer Performance
begleitet. Im Rahmen der Ausstellung fanden drei Vorträge von Jagdreferenten
und Förstern, ein Spaziergang „Berliner Wildtieren auf der Spur“
und eine Lesung statt.
2005
5. November bis 11. Dezember 2005
Goldrausch 2005
Künstlerinnen: Ina Bierstedt, Daniela Comani, Christel
Fetzer, Agnes Hardy, Gabriele Heller, Sylvia Henrich, Annette Hollywood,
Susanne Huth, Karin Kasböck, Iris Kettner, Caroline Lund, Ulrike Mohr,
Anne-Britt Rage, Marlies Roth, Romana Schmalisch
Kuratorinnen: Hannah Kruse, Birgit Effinger
Die teilnehmenden Künstlerinnen sind ausgewählt von Beatrice von
Bismarck, Monica Bonvicini und Kathrin Peters.
Eine Ausstellung des Goldrausch-Frauennetzwerkes mit Unterstützung
des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Die Ausstellung des Goldrausch Künstlerinnenprojektes
demonstriert die wachsende Diversifizierung künstlerischer Praxis:
Die Arbeiten der fünfzehn Künstlerinnen verbinden verschiedene
künstlerische und wissenschaftliche Disziplinen, Recherchemodelle und
Fragestellungen. Dabei bestimmt die Heterogenität der künstlerischen
Verfahren und Ausdrucksweisen den Charakter dieser Ausstellung. So unterschiedlich
die Werke sein mögen, eines ist allen teilnehmenden Künstlerinnen
gemeinsam: Sie beschäftigen sich intensiv mit unterschiedlichen Aspekten
ihres Berufsfeldes. Die Ausstellung markiert den Abschluss des einjährigen
Postgraduierten Kurses, in dem profilierte Künstlerinnen am Beginn
ihrer Karriere arbeitsfeldspezifisches Fachwissen erwerben. Goldrausch 2005
animiert die Besucher nicht nur zum Nachdenken über die Subjektivität
der eigenen Wahrnehmung, sondern auch zur Auseinandersetzung mit aktueller
Kunstproduktion in Berlin.
Veranstaltungen: Begleitet wurde die Ausstellung von einer
Gesprächsrunde zu dem Thema Auswahlprozesse und Positionierungsstrategien
im Kunstbetrieb und Führungen durch die Ausstellung von beteiligten
KünstlerInnen.
9. Dezember 2005, ab 21 Uhr
BILD – MACHT – REZEPTION
Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert
aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
Ereignis: Im April 2004 hat die Boulevardpresse in Berlin
mit einer massiven Skandalisierungsstrategie versucht, die Schließung
der Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien „When love turns
to poison“ und den Rücktritt der politisch zuständigen Bürgermeisterin
zu erwirken. Der Vorwurf lautete: Verbreitung und Verharmlosung von Pornografie
und Pädophilie.
Ein Jahr nach dem „Skandal“ haben wir anhand einer Publikation,
einer Konferenz und einer begleitenden Aktion des Künstlers Wolfgang
Müller und der Künstlerin Françoise Cactus die Mechanismen
und Hintergründe des Skandals analysiert und reflektiert. Mit der Aufarbeitung
haben wir versucht, die politischen, gesellschaftlichen und kunstwissenschaftlichen
Dimensionen der Skandalisierungen zu behandeln. Die Ausstellung sollte hierbei
einen Reflektionshintergrund und den Anlass bilden.
20. August bis 16. Oktober 2005
Backjumps – The Live Issue #2. Urbane Kommunikation und Ästhetik
KünstlerInnen: Akim & Zast/Berlin, alëxone/Paris,
ASH/Kopenhagen/Paris, Brom/Berlin, Delta/Amsterdam, Downey & Darius
Jones/New York, DRAMA/Berlin, Elk/London, freaklüb/Barcelona, HESHT/Berlin,
Hnt/Paris, HuskMitNavn/Kopenhagen, Idee/Berlin, IEPE/Rotterdam/Berlin, Influenza/Rotterdam,
Jay1/Paris, JR/Paris, Jonone/Paris/New York, Lokiss/Paris, The London Police/Amsterdam,
Peter Michalski/Dortmund, Mode2/London, Neon/Berlin, Nina/São Paulo,
Nomad & Miss Riel/Berlin, Os Gemeos/São Paulo, Pike & Nug/Stockholm,
PIPS:lab/Amsterdam, Stephen ESPO Powers/New York, Ramm:ell:zee/New York,
Roger/Berlin, Same/Metz, Stephen Schuster/New York, Richard Schwarz/Berlin,
Shek/Berlin, Skki/Paris/New York, SPAIR/Berlin, STAK/Paris, Storm/Berlin,
swoon/New York, Teach/London, TRY
Kurator: Adrian Nabi
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert
durch den Hauptstadtkulturfonds und in Zusammenarbeit mit diversen Kooperationspartnern.
Ausstellung: Backjumps – The Live Issue #2 geht 2005
einen Schritt weiter. Diesmal wird nicht nur der Ausstellungsraum zu einer
Live-Ausgabe des Magazins. Für den Zeitraum von zwei Monaten wird die
Stadt stärker in das Projekt mit eingebunden und so zu einem lebendigen
Magazin. Mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien als zentralem Ausstellungsort
werden parallel zum Art Forum und Kunstherbst über 40 internationale
Street Art KünstlerInnen von New York bis São Paulo ihre Arbeiten
in Berlin ausstellen. Ganze Fassaden werden von KünstlerInnen bespielt.
Dezentralisierte Ausstellungsräume und die "City of Names",
eine "Stadt aus Holz", auf dem Mariannenplatz erweitern das Spektrum.
Die Mixtur aus bekannten KünstlerInnen und neu dazu gewonnenen AkteurInnen
ermöglicht es, eine qualifizierte Auseinandersetzung über aktuelle
Tendenzen und Entwicklungen von Street Art zu führen.
Im Kreuzberger Wrangelkiez werden in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement
Brandwandfassaden durch KünstlerInnen des Projekts gestaltet. Parallel
zu Backjumps im Rahmen des Projektes „Räume und Schatten –
zeitgenössische Kunst aus Südostasien“ des Hauses der Kulturen
der Welt wird der indonesische Straßenkünstler Eko Nugroho mit
Jugendlichen eine Fassade des renovierten Nachbarschaftszentrums in der
Cuvrystraße gestalten. Ebenso wird im Görlitzer Park die "Station
Park" mit Außenmalereien in das Projekt einbezogen, in der Görlitzer
Str. 49: HuskMitNavn/Kopenhagen, Oppelner Str. 3: Os Gemeos/São Paulo
und in der Wrangelstr. 62: The London Police/Amsterdam.
Veranstaltungen: Die Eröffnung wurde durch eine Aftershowparty
erweitert, bei „City of Names“ gab es eine Demonstration sowie
Performance, ein „Freestyle BBQ“ im Lovelite mit Performance,
Filmprogramm und Party, Gespräche im Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien,
einen Dia-Vortrag, Workshops, City Walks, eine Veranstaltung beim Berliner
Kunstsalon beim Stand des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und Live Pilotsendungen
im Hebbel am Ufer (HAU1).
Weitere Informationen unter: www.backjumps.info21.
Mai bis 3. Juli 2005
Trial of Power
KünstlerInnen: Martin Dammann, Felipe Dulzaides, Gerdine
Frenck, Caroline Hake, André Korpys und Markus Löffler, Bettina
Lockemann, Aernout Mik, Thomas Moecker, Cornelia Renz, Eliezer Sonnenschein
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Zusammenarbeit
mit Maik Schlüter.
Ausstellung: „Politik ist Besitz“, behauptete
Norman Mailer 1968 und meinte damit, dass jede politische Handlung von privaten
Interessen bestimmt wird. Politische Handlungen sind mit der Machtfrage
eng verknüpft. Macht ist die Grundlage aller Gesetze und gesellschaftlichen
Absprachen. Daraus resultieren für die politischen Vertreter gewichtige
Befugnisse, wie z.B. die Möglichkeit Gesetze zu verabschieden und diese
durch Administration und Polizeiarbeit zu kontrollieren. Wenn aber der Demokratiebegriff
auf einer abgehobenen Repräsentanz beruht, droht der Machtanspruch
schnell zum Selbstzweck zu werden, der ein verantwortungsvolles politisches
Gestalten ersetzt. Der Widerstreit zwischen Egoismus und öffentlicher
Verantwortung, prägt die politische oder soziale Handlung. Macht und
Missbrauch scheinen einander zwangsläufig zu bedingen. Die Verschränkung
von privaten Interessen, politischen Konzepten und psychologischen Abgründen
veranschaulicht die Komplexität eines essentiellen Phänomens.
Die Ausstellung geht gesellschaftlichen Tendenzen von Macht und deren Konsequenzen
nach. Auch in scheinbar unschuldigen Medien oder Segmenten des sozialen
Lebens gibt es Gewalt und Hierarchien, finden sich eindeutige Konnotationen
von Überwachung, Ausgrenzung und gezielter Einflussnahme. Die medienübergreifende
Darstellung des Themas durch Fotografie, Video, Skulptur und Installation
bis hin zu Malerei und Zeichnung, verdeutlicht das große Spektrum
künstlerischen Ausdrucks und die unterschiedlichen Lesarten der Künstler
und Künstlerinnen.
Veranstaltungen: Innerhalb der Ausstellung fand ein Vortrag,
Führungen und das Ereignis „Open Bethanien“ mit Kurzfilmen,
Lesung und DJ´s statt.
19. März bis 8. Mai 2005
Du bist hier (pour l’instant)
KünstlerInnen: Pierre Ardouvin, Neal Beggs, Emmanuelle
Bodevin, Jean-Charles Eustache, Christelle Familiari, Benoît Lecarpentier,
Georgia Nelson, Marion Robin
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, in
Zusammenarbeit mit l‘ AFAA – Bureau des Arts Plastiques/Französische
Botschaft, auf Vorschlag von Christelle Familiari.
Ausstellung: Kann eine Stadt der Motor künstlerischen
Schaffens sein? Dies ist die Ausgangsfrage, der sich die französischen
KünstlerInnen stellen, die zum überwiegenden Teil für eine
Weile in Berlin gelebt haben. Der Focus des Interesses richtet sich auf
die jeweilige Wahrnehmung der Stadt durch die KünstlerInnen. Sie macht
Überschneidungen sichtbar und läßt Dialoge entstehen. Dabei
treffen unterschiedliche Arbeitsweisen aufeinander. Der Blick auf die Stadt
und die daraus gewonnenen Eindrücke sind jeweils mit der persönlichen
Geschichte eng verbunden. Dadurch beeinhaltet die Ausstellung sehr gegensätzliche
Arbeiten. Die Präsentationen beziehen sich auf die historische Komponente
der Stadt und setzten sich mit den für Berlin typischen Veränderungen
und Transformationen auseinandner.
5. März 2005
ganztägig Female Hip Hop - Female Flava
KünstlerInnen: Melbeatz, Pyranja, moanne81, Karin
Offenwanger (Subotage), Caynd, Fresh Fluke u.v.a.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und De:Bug, Zeitschrift
für elektronische Lebensaspekte.
Ereignis:Female HipHop ist ein internationales Netzwerk
für Frauen im HipHop, das neben einer offenen Datenbank und einem Magazin
im Internet, an einer Publikation in De:Bug arbeitet, die die vielfältigen
Positionen von Frauen im HipHop darstellt und analysiert. Im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
realisiert Female HipHop eine ganztägige Veranstaltung.
Veranstaltungen: Es fanden Workshops für Breakdance, DJing, MCing,
Produktion, HipHop-Business und Graffiti & Streetart, ein Filmprogramm,
Diskussionen und eine abschließende Party statt.
15. Januar bis 27. Februar 2005
hack.it.at - Hacktivismus im Umfeld von Netzkunst und Medien in Italien
KünsterInnen: Asbesto (Freaknet.org), Betty (Sexyshock),
Federico Bucalossi (Nothuman), Diana McCarty (Bootlab), Franca Formenti
(Video), Tina Lorenz (Chaos Computer Club), Alessandro Ludovico (Neural),
Sebastian Lütgert (Textz.com), Fabrizio Manizza (Disco Volante TV),
Miss Riel, Nomad , Cornelia Sollfrank (Old Boys Network), Tommaso Tozzi
(Hacker Art), Agnese Trocchi (Candida TV), Giacomo Verde (Eutopie)
KuratorInnen: Tatiana Bazzichelli, Alexandra Weltz
Eine Veranstaltung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in
Zusammenarbeit mit dem italienischen Kulturinstitut Berlin und der Bundeszentrale
für politische Bildung.
In Partnerschaft mit dem Kunstmagazin U-Spot, der Zitty, der taz, Jungle
World und Data-Recovery, der Universität "La Sapienza", Rom,
Fakultät für Kommunikationswissenschaft des anthrophologischen
Instituts und der "Bevilacqua La Masa" Stiftung (Venedig).
Ausstellung: Das Projekt hack.it.art im Kunstraum Kreuzberg/
Bethanien in Berlin ist eine Ausstellung und eine Veranstaltungsreihe über
technologischen, künstlerischen und politischen Aktivismus in Italien.
Es untersucht den weiten Komplex von Aktivitäten, die seit den 80ern
alternativ zum traditionellen Kunstbetrieb entstanden und zu einem Netzwerk
gewachsen sind. Da diese Aktivitäten nicht immer als "Kunst"
identifiziert werden können, sollten sie eher als "Praktiken"
oder als "Aktivismus" bezeichnet werden.
Technologischer, künstlerischer und politischer Aktivismus sind in
Italien eng verbunden. Sie existieren in einem Netzwerk, das sich über
das ganze Land erstreckt und zu dem Kollektive, Aktivisten und Künstler
gehören.
Die Ausstellung stellt ein weit verbreitetes Phänomen vor, welches
sich die Schaffung unabhängiger und freier Kommunikation zum Ziel gesetzt
hat, und zeigt der deutschen Öffentlichkeit die Vielfalt des italienischen
Medien- und Netzaktivismus. Ziel ist es, einen Einblick in die sehr heterogene
und in Deutschland bisher wenig beachtete italienische Szene zu geben und
Anknüpfungspunkte sowohl im Bereich Kunst als auch Politik anzubieten
sowie die Zusammenarbeit und Vernetzung von italienischen und deutschen
Projekten und Aktivisten.
Veranstaltungen: Die Eröffnung wurde begleitet von
der Performance von SuperfactoryTM/Pi-radio und Displaced Dilemma, DJ/VJing
Nikky und Francesco "Warbear" Macarone Palmieri, PHAG OFF und
Bernardo Santarelli. Zudem fanden Workshops in Kooperation mit Transmediale/
Club Transmediale sowie Panels zu Themen wie „die Zukunft des Hacktivismus“
statt.
15. Januar bis 27. Februar 2005
DISOBEDIENCE – Ziviler Ungehorsam
Beteiligte: Alterazioni Video, Argentina Arde, Delphine
Bedel, Franco Berardi (Bifo), Beth Bird, Black Audio Film Collective, Jota
Castro, Comunitaria TV, Critical Art Ensemble (CAE), Marcelo Expósito,
Harun Farocki, Ronith Gitelman & José Ignacio Lezcano, Alberto
Grifi, Grupo de Arte Callejero (GAC), Guerrillavision, Indymedia, kanalB,
Makrolab, Gianni Motti, Paper Tiger TV, Margit Czenki/Park Fiction, Radek
Community, Oliver Ressler, Pierre-Olivier Rollin, Paula Roush (msdm), Paola
Salerno, Hito Steyerl, Socialist Resistance, Sven’t Jolle, The Yes
Men, Tute Bianche, Andrei Ujica, Ultra-red, Ambrogio Vitali/Radio Alice,
Videoteppisti, Paolo Virno, Peter Watkins, Wayruro
Kurator: Marco Scotini als Zusammenarbeit der PLAY-gallery
for still and motion pictures, des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und der
transmediale 05.
Disobedience ist eine Ausstellung und Videostation über
die Beziehung zwischen künstlerischen Praktiken. Als heterogenes und
sich ständig wandelndes Archiv konzipiert, versteht sich das Projekt
als Wegweiser durch die Geografien des zivilen Ungehorsams: von den sozialen
Kämpfen in Italien im Jahr 1977 bis zu den jüngsten globalen Protesten
vor und nach Seattle. Das Projekt versteht sich aber auch als ein Atlas
der Pluralität der Widerstandstaktiken: von der direkten Aktion und
der Gegeninformation zum Bio-Ungehorsam. Indem verschiedene Zeichen und
Situationen in Bewegung gesetzt werden, präsentiert sich Disobedience
als eine Verknüpfung offener Themenkreise, an deren Definition Künstler,
Aktivisten, Filmemacher, Philosophen und politische Gruppierungen mitgewirkt
haben. Die Ausstellung widmet sich außerdem der Beziehung zwischen
Kunst und Aktivismus im Post-Kommunismus, der weltweiten Bewegung gegen
den Neoliberismus, der Besetzung des öffentlichen Raums, den Forderungen
nach sozialer Wohnungspolitik, den Kämpfen für die Bürgerrechte
sowie den Culture-Jamming-Praktiken.
15. Januar bis 27. Februar 2005
Kurds On the Map - Eine Kartographie kultureller Identitäten in Europa
Ein Beitrag der ON – Berlin Agentur. Projekt des
Osservatorio Nomade (ON) in Zusammenarbeit mit Mythos-Film und YXK-Berlin
– StudentInnen aus Kurdistan e.V.
Ausstellung: Rome_venice_berlin. Am 25. September 2004
reisten mehr als 100.000 Kurden aus allen Teilen Europas nach Gelsenkirchen,
um am 12. Internationalen Kurdischen Kulturfestival teilzunehmen. Aus allen
Richtungen sind sie angereist, um wenige Stunden gemeinsam zu feiern, zu
erinnern und zu protestieren. ON hat diese Bewegung von drei Städten
aus begleitet (Berlin, Venedig, Rom). Im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien soll
diese kartographische Aufzeichnung fortgesetzt werden und in ein „live-mapping“
übertragen werden. ON wird gemeinsam mit YXK-Berlin – StudentInnen
aus Kurdistan e.V. jeden Mittwoch von 14 bis 19 Uhr die Arbeit der Agentur
fortsetzen.
2004
16. Oktober bis 28. November 2004
Believe it or not
KünstlerInnen: Cisca Bogman, Filipa César,
Beate Engl, Miklos Gaál, Alexander Györfi, Alen Hebilovic, Martin
Kaltwasser, Dagmar Keller/Martin Wittwer, Eva Könnemann, Susanne Kutter,
Caroline Labusch, Joep van Liefland, Thomas Michalak, Heiner Mühlenbrock,
June Bum Park, Oliver Pietsch, Jens Reinert, Matthias Röhrborn, Sabine
Schirdewahn, Corinna Schnitt
KuratorInnen: Claudia Burbaum, Oliver Pietsch, Matthias
Röhrborn.
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien mit
freundlicher Unterstützung der Neuen Gesellschaft für Bildende
Kunst e.V.
Ausstellung: Wie wahr ist die Wirklichkeit? Wie wirklich
ist die Wahrheit? Die Frage nach der Wirklichkeit hat wieder verstärkt
Einzug in den aktuellen Kunstdiskurs gehalten. Gefragt wird in Ausstellungen
und Magazinen nach der Wahrheit in künstlerischen Arbeiten, vor allem
in solchen, die sich dokumentarisch oder sogar objektiv geben. Diese zur
Zeit aktuelle Debatte um den Realismusbegriff greift die Ausstellung auf,
um sie anhand von Themen weiterzuführen, deren Alltäglichkeit
nur scheinbar banal ist. Dies nehmen KünstlerInnen als Ausgang für
ihre Arbeiten, in denen sie spektakuläre Momente innerhalb des Alltäglichen
aufzeigen und die Grenze zur Fiktion überschreiten. „Believe
it or not“ bündelt aktuelle künstlerische Positionen, die
die Realität des Alltäglichen auflösen und sich dem Spannungsfeld
zwischen Realität und Fiktion widmen.
28. August bis 3. Oktober 2004
Goldrausch 2004
Künstlerinnen: Carla Åhlander, Barbara Breitenfellner,
Anja Corcilius, Ina Geißler, Geka Heinke, Farida Heuck, Mona Jas,
Anja Kempe, Susanne Kutter, Inken Reinert, Janine Sack, Kathrin Schiffbauer,
Alexandra Schlund, Judith Siegmund, Anke Westermann
Kuratorinnen: Hannah Kruse, Birgit Effinger
Eine Ausstellung des Goldrausch-Frauennetzwerkes mit Unterstützung
des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: Die Ausstellung Goldrausch 2004 hat Ausschnitte
aus der Produktion der diesjährigen Künstlerinnen gezeigt. Die
ausgestellten Positionen umfassen Malerei, Fotografie, Film, Rauminstallation
und partizipatorische Arbeitsweisen. So divers die Medien sind, so weit
gespannt sind auch die thematischen Schwerpunkte. Sie reichen von der beobachtenden
Bestandsaufnahme bis zur Abhandlung kunstimmanenter Fragestellungen, von
der Auseinandersetzung mit urbanem Raum, Architektur und Migration, Medientheorie,
Identitätspolitik und Popkultur bis zum Angebot an die Besucher, an
Kunstwerken mitzuwirken. Mit Präzision und Humor visualisiert die Ausstellung
in der Vielfalt künstlerischer Medien, Methoden und Anliegen ein überzeugendes
Spektrum gegenwärtiger Kunstproduktion in Berlin. Sie stellt künstlerische
Positionen dar im Spannungsverhältnis zwischen autonomer künstlerischer
Praxis und der Auseinandersetzung mit den realen Bedingungen unserer Welt.
Die Werke der diesjährigen Teilnehmerinnen wurden von den Jurorinnen
Beatrice von Bismarck, Christine Hohenbüchler und Kathrin Peters ausgewählt.
Veranstaltungen: Im Rahmen der Ausstellung fande Dia Vorträge,
eine Buchpräsentation von Judith Siegmund, Performance und ein Kinoabend
mit Beiträgen der Künstlerinnen im Kino Arsenal statt.
12. Juni bis 25. Juli 2004
Stefanie Bürkle: Zwischenstädte
Karen Kipphoff: Öffentliche Plätze/Öffentliche Körper
Künstlerinnen: Stefanie Bürkle, Karen Kipphof
Eine Doppelausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: Zum ersten mal wird der Versuch unternommen
zwei Einzelausstellungen zu kombinieren. Stefanie Bürkle hat sich mehrere
Jahre mit dem Raum zwischen den Städten beschäftigt: Einkaufszentren
in der Provinz, Reihenhäuser, Autobahnraststätten, etc. Karen
Kipphoff ihrerseits beschäftigt sich seit ein paar Jahren mit den Repräsentationsfunktionen
von zentralen öffentlichen Plätzen in Großstädten (Berlin,
Bukarest, Moskau, Montreal, etc.). Beide Ausstellungen werden sich so mit
zeitgenössischen Mitteln dem Thema Stadt annähern und Stoff für
Debatten und Diskussionen liefern.
Stefanie Bürkle: Zwischenstädte
Zwischen Stadt und Land liegen die mittelgroßen Städte in Deutschland.
Von 1998 bis 2002 hat die Künstlerin Stefanie Bürkle Deutschland
bereist. Eine künstlerische Bestandsaufnahme von mehr als 30 Orten
in Fotografie und Malerei entfaltet ein Panorama des städtebaulichen
Alltags an Orten, die niemand kennt (außer denen, die dort zuhause
sind) und wo niemand hin will (außer denen, die dort schon sind und
diese Stätten Heimat nennen). Es sind Städte mit ca. 20.000 bis
120.000 Einwohnern, in denen sich der Alltag zwischen Eigenheim und Fußgängerzone
abspielt. Bürkles Arbeiten fokussieren die Nicht-Orte innerhalb der
Städte - die Stadtbrachen, vergessene Parks, blinde Flecken und Zwischenräume
- die gerade wegen ihrer gegenwärtigen Undefiniertheit Nischen für
die modernen Nomaden bieten. Stefanie Bürkle lenkt unseren Blick in
die Nebenstraßen der Fußgängerzonen, hinter die Sehenswürdigkeiten
aus den Hochglanzprospekten der Fremdenverkehrsämter auf das, was man
so selten sieht, weil es perfekt getarnt ist - die Normalität. "Zwischenstädte"
ist eine Momentaufnahme 24 mittelgroßer Städte in Deutschland
Karen Kipphoff: Öffentliche Plätze/Öffentliche Körper
Denkmäler und Plätze strukturieren nicht nur den öffentlichen
Stadtkörper, sie stehen selbst als Baukörper für eine bestimmte
Haltung und drücken die herrschenden Vorstellungen von Kultur und Macht
ihrer Zeit aus. Wer große gesellschaftliche Macht besitzt, der bestimmt
auch, wie das Stadtbild auszusehen hat. Im 20. Jahrhundert wurde dies beispielsweise
durch die monumentale Architektur und Kunst in den nationalistischen, autoritären
und totalitären Kulturen Deutschlands, Russlands und Rumäniens
sichtbar. Um Platz für öffentliche Bauten, Prachtstraßen
und Denkmäler zu schaffen, wurden die historischen Orte, die von weniger
mächtigen Menschen geschaffen wurden, verdrängt oder vernichtet.
Mittlerweile spielen im digitalen Zeitalter figurative Denkmäler und
öffentliche Plätze eine immer geringere Rolle für das gesellschaftliche
Leben. Die Mächtigen dieser Welt beweisen ihre Stärke über
ihre Präsenz in den Medien und zunehmend weniger durch repräsentative
Bauten.
Neben Panoramafotografie hat Karen Kipphoff eine Reihe neuer Arbeiten (interaktive
Projektionen, Videoarbeiten und Drucke von urbanen Szenen aus Moskau, Bukarest
und Berlin) gezeigt, die zwischen 2002 und 2004 entstanden sind. In diesen
Arbeiten wurden folgende Fragen untersucht: Wie gehen die Verantwortlichen
mit dem Legat der jeweiligen Monumente, der Architektur und dem Stadtbild
um? Welche Geschichten erzählen die öffentlichen Plätze?
Welche Rolle spielen Menschen in den inszenierten Stadträumen? Stets
geht es bei Kipphoff um die Frage, wie sich Debatten über Nation und
Identität nach den politischen Verwerfungen seit 1989 im aktuellen
Stadtbild manifestieren.
Veranstaltungen: Innerhalb der Ausstellung stellte Stefanie
Bürkle ihr Buch „Eiscafe Venezia“ vor und es fanden Vorträge,
eine Performance von Karen Kipphoff und jeden Mittwoch Führungen durch
die Ausstellung statt.
20. März bis 9. Mai 2004
When love turns to poison
KünstlerInnen: Françoise Cactus, Frank Gaard,
Thomas Hauser, Beth Love, Stu Mead, Matthias Seidel
Kurator: Stéphane Bauer
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Der Ausstellung „When love turns to poison“
dient als Ausgangspunkt und als Anregung für ihren Titel eine Zeichnung
des Künstlers Frank Gaard. Auf dieser Zeichnung sind eine Unterhose,
Hände, die mit dem Finger zeigen, überzeichnete Porträts,
die Aussprüche „when love turns to poison“ und „dream“
und auf dem Höschen der Name „Victorine Meurent“ zu sehen.
Victorine Louise Meurent war das Lieblingsmodell von Édouard Manet,
dem bedeutenden impressionistischen Maler. Sie posierte für die beiden
skandalträchtigen Bilder "Déjeuner sur l‘herbe"
und "Olympia". Victorine Meurent und vor allem die "Olympia"
bildeten den Ausgangspunkt zahlreicher theoretischer, literarischer und
künstlerischer Auseinandersetzungen. Immer wieder wurden beide Werke
als wichtige Referenzpunkte in den Debatten um Kunst, Sexualität und
bürgerliche Identität herangezogen. Die Ausstellung „When
Love Turns to Poison“ versucht die hier thematisierten Fragen ganz
direkt – jenseits der theoretischen und akademischen Diskurse –
aufzunehmen. Es sind Fragen nach dem Verhältnis von Modell und Maler,
den Fantasmen und dem Rollenbild der Frau, der künstlerischen Darstellung
von sexuellen Wünschen und Fantasien und nach den psychologischen Abgründen
verbotener, tabuisierter, angstbeladener, sexueller Praktiken. Dass diese
Fragen auch mit Humor aufgegriffen werden können, zeigen besonders
die Arbeiten von Frank Gaard oder die Installation von Skip Hunter &
Ella Verparajugs.
Veranstaltungen: Es fand eine Lesung von Françoise
Cactus in der Volksbühne statt und kurzfristig auf Grund der Skandalisierung
eine Podiumsdiskussion zum Thema BILD-MACHT- REZEPTION. Kunst im Regelwerk
der Medien. Dieses Thema wurde am 9. Dezember 2005 noch einmal aufgearbeitet
behandelt.
17. Januar bis 29. Februar 2004
Trendvision 2004 – Mode_Kunst_Installation
KünstlerInnen: +laboratorium (Dk), Art Point (Ru),
Manuel Bonik (D), Anne Dettmer (D), Amit Epstein (Il), Undine Goldberg (D)
Nina Hein (D), Ivana Helsinki (Fi), It's fashion darling (Dk), Andrea Kroth
(D), little red riding hood (D), Tatjana Lyng & Sonja Thomsen (Dk),
membran (D), ping pong (Ch), pureculture (LV), Bettina Saul (D), Florinda
Schnitzel (D), Jacqueline Steinmetz (D), Treuka (D), van reimersdahl (D),
VBL (It, GB, D), Henrik Vibskov (Dk)
KuratorInnen: Nina Hein und Ane Løkken
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.Ausstellung:
Die beiden Modemacherinnen und Künstlerinnen aus Friedrichshain Nina
Hein (Die Profis) und Ane Lokken (Trendvision) werden mit diesem Ausstellungsprojekt
das Verhältnis von Kunst und Mode thematisieren.
Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen in der Mode, auf der Grenzlinie
zwischen Kunst und Kleid, sind Künstler und Modedesigner eingeladen,
die sich im Experiment mit textilen Materialien, Körperlichkeit und
Formsprache begegnen. Es werden innovative Präsentationsformen und
Begegnungen mit der Mode vorgestellt, die weit über herkömmliche
Darstellungsformen hinausgehen. Die sechswöchige Ausstellung wird durch
eine Medienlounge ergänzt, in der ein breites Spektrum digitaler Arbeiten
nicht nur der der beteiligten Künstler gezeigt wird.
Veranstaltungen: Parallel zur permanenten Ausstellung wurden
Fotoshootings, Music evenings, Lesungen und Diskussionen angeboten.
Projektraum des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien:
Parallel zu diesen Ausstellungen und Veranstaltungen im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
wurden 2004 zusätzlich temporär und unregelmäßig die
ehemaligen Räume der Namik-Kemel-Bibliothek im Bethanien als Projektraum
genutzt werden.
Mittwochs, jeweils ab 19 Uhr, 3 Termine im Jahr
Kanakwood. Salon für Urbane Postmigranten Vibes: Kurzfilme, Gespräch
und DJ’s
Initiatoren: Jale Arikan, Giò Di Sera, Nermin Uçar,
Shermin Langhoff.
Eine Veranstaltungsreihe des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ereignis: Nach Hollywood und Bollywood, kommt nun auch
Kanakwood! Inspiriert von der Salonkultur Berlins, ist der Salon gedacht
als Forum für Filmemacher, Musiker, Tänzer, Literaten und bildende
Künstler, die sich im Rahmen von urbaner, postmigrantischer Kultur
bewegen. Langfristiges Ziel ist dabei – neben Austausch und Auseinandersetzung
– ein produktives Netzwerk zur gegenseitigen Unterstützung zu
bilden.
16. Oktober bis 7. November 2004
Oder/Odra – Das ATA-Carnet verliert seine Gültigkeit...
Die Ausstellung die in Kooperation mit der Galeria Amfilada
aus Szczecin/Polen und dem kunstbauwerk e.V. Tabakfabrik Vierraden an der
Oder realisiert wird, versammelt acht Polnische und Deutsche KünstlerInnen,
die zunächst auf einem Symposion in Vierraden zusammenarbeiten werden,
um anschliessend sowohl in Szczecin als auch in Berlin auszustellen. Es
werden Raumbezogene Arbeiten entstehen.
19. Juni bis 04. Juli 2004
Schwestern im Westen / _geduldet - Fotografie, Dokumentation & Diskussion
Ausstellung: Bei dem Fotoprojekt Schwestern im Westen handelt
es sich um eine Portraitserie von der jungen Lette-Absolventin Verena Jaekel
über 17 junge, muslimischen Frauen aus Berlin. Die Intention dieser
Arbeit ist es, junge Muslime einmal anders zu zeigen, als sie sonst in den
Medien dargestellt werden. Diese Frauen tragen das Kopftuch aus freiem Willen,
selbstbewusst und aufgrund ihres religiösen Glaubens. Ihre Entscheidung
wird jedoch nicht immer geachtet oder akzeptiert, sondern vielmehr mit Misstrauen
und Unverständnis betrachtet. Verena Jaekel geht es darum das Klischee
zu hinterfragen, dass Frauen, die ein Kopftuch tragen, dies nur unter Zwang
tun und entweder unterdrückte Opfer oder fanatische Fundamentalistinnen
sind. Obwohl die Idee dieser Arbeit schon lange vorher bestand, gewinnt
sie durch die zur Zeit geführte Kopftuchdebatte aber auch durch die
seit dem 11. September anhaltende Islam-Feindlichkeit an Aktualität.
27. März bis 11. April 2004
5 x 1 = 6 x 5
Künstlerinnen: Stefka Ammon, Heike Gallmeier, Annette
Gödde, Anna Krimerman, Annette Ruenzler, Petra Spielhagen.
Ausstellung: Die Künstlerinnen wechseln für dieses Projekt zwischen
der gewohnten Position des „Regisseurs„ hinter der Kamera und
der des Modells. Fünfmal wurde jede Einzelne von ihren Kolleginnen
inszeniert, womit jede der sechs die fünf anderen ins Bild setzte.
Die so entstandenen 30 Fotografien werden nun im Projektraum des Kunstraums
Bethanien präsentiert.
7. bis 22. Februar 2004
„I'm trying to tell you I love you“
KünstlerInnen: Nine Budde, Andrea Büttner, Maurice
Doherty, Cornelia Erdmann, Martin Esteves, Justin Hansch, Franz Höfner,
Teresa Luzio, Natascha Rossi, Harry Sachs, Annekatrin Schreiber, David Sherry,
Shannon Stratton, Leonie Weber
Konzept: Ryan Weber
Ausstellung: Die Künstler wurden gebeten, den Ausstellungstitel
mit einer neuen, speziell für dieses Projekt geschaffenen Arbeit zu
interpretieren. Diese Interpretationen reichen vom einfachen Akt des Wartens
auf eine geliebte Person bis hin zur Dokumentation der schmerzvollen Erfahrung
der Beendigung einer Liebesbeziehung.
2003
25. Oktober bis 14. Dezember 2003
Goldrausch 2003
Künstlerinnen: Bettina Carl, Meike Dölp, Rabea
Eipperle, Sofia Hultén, Folke Köbberling, Ulla Ostendorf, Susanne
Pomrehn, Lucy Powell, Anette Rose, Nicole Schuck, Alexandra Trencséni,
Petra Trenkel, Anja Vormann, Christine Weber, Ella Ziegler
KuratorInnen: Birgit Effinger, Annette Maechtel,
JurorInnen: Hanne Loreck, Nanne Meyer, Eva Schmidt
Eine Ausstellung des Goldrausch-Frauennetzwerkes mit Unterstützung
des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: Zum Abschluss des 13. Jahrgangs des Goldrausch
Künstlerinnenprojekts art IT präsentiern 15 Berliner Künstlerinnen
Arbeiten ihrer aktuellen Kunstproduktion. Die Ausstellung „Goldrausch
2003“ zeigt künstlerische Positionen im Spannungsverhältnis
zwischen autonomer künstlerischer Praxis un der Auseinandersetzung
mit den realen Bedingungen der Welt. Mit unterschiedlichen Medien, Methoden
und Anliegen wird ein Spektrum eröffnet von der Analyse des urbanen
Raums, der Verortung der künstlerischen Praxis im Alltag, über
modellhafte Ansätze der Untersuchug medialer Wirklichkeit und dem visuellen
Kommentar zu konventionellen Wahrnehmungsmustern.
Veranstaltungen: Begleitet wurde „Goldrausch 2003“
von Anette Roses Film „16 Traumstücke“, einem Vortrag,
einer Performance von Nicole Schuck und Führungen durch die Ausstellung.
11. Oktober 2003
KanakWood: Salon für postmigrantische Kultur: Filme, Lesung, Talks
Ereignis: Nach Hollywood und Bollywood, kommt nun endlich
auch Kanakwood! Mit dem Salon Kanakwood laden Jale Arikan, Giò Di
Sera und Nermin Ucar zum ersten Mal offiziell in den Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
ein. Inspiriert von der Salonkultur Berlins, ist der Salon gedacht als Forum
für Filmemacher, Musiker, Tänzer, Literaten und bildende Künstler,
die sich im Rahmen von urbaner, postmigrantischer Kultur bewegen. Langfristiges
Ziel ist dabei - neben Austausch und Auseinandersetzung ein produktives
Netzwerk zur gegenseitigen Unterstützung zu bilden. Sieben FilmemacherInnen
zeigen ihre Kurzfilme, Maxim Biller liest, es gibt eine Bauchtanzperformance
von Annarella und Giò Di Sera zeigt eine LichtObjektausstellung (Luminarien).
Musikalisch begleitet wird der Abend von den DJs Aziza A, Don Rispetto,
Ipek und Ed 2000.
Visuals by Michael Maier.
23. August bis 5. Oktober 2003
Backjumps – The Live Issue. Urbane Kommunikation und Ästhetik
KünstlerInnen: Arkay & Adams/Stockholm, Akim &
ZAST ONE/Berlin, ASH BBC/ Kopenhagen, Banksy/London, Bob’s your uncle/Kopenhagen,
Cakes/Prag, Delta INC/Amsterdam, Brad Downey & Darius Jones/New York,
Erosie/Eindhoven, freaks gallery/Kopenhagen, HuskMitNavn/ Kopenhagen, Jay1
BBC/Paris, Jeroen Jongeleen – Influenza/Rotterdam, Lokiss/Paris, LOST
ART/São Paulo, Machine/Amsterdam, MaisonAnti/Berlin, Maurer United
Architects/Eindhoven-Maastricht, Nomad & Miss Riel/Berlin, Nug &
Pike/Stockholm, OBEY/Los Angeles, O’Clock/Paris, PHOS4/Berlin, PIPS:lab/Amsterdam,
77/Berlin, Skki BBC/Paris/New York, Straight up/Kopenhagen, swoon:toyshop/New
York, urban-art.info/Berlin, WK Interact/New York, Zedz INC/Leiden
Kurator: Adrian Nabi in Zusammenarbeit mit Stéphane
Bauer und Studio Anti
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien gefördert
durch die Kulturstiftung des Bundes.
Ausstellung: Mit dem Projekt Backjumps – The Live
Issue wurde eine in ihren internationalen Facetten bisher wenig präsentierte
kulturelle Erscheinung in Berlin reflektiert: Die Weiterentwicklungen und
interdisziplinären Schnittstellen von Street Art, Aerosol-Kultur und
HipHop.
Das Ziel - einem breitem Publikum zu zeigen, in welchen Verzweigungen und
Variationen "Street Art" international gedacht, gelebt und weiterentwickelt
wird – wurde mehr als erfüllt. Insgesamt rund 12.600 überwiegend
begeisterte BesucherInnen konnte die Ausstellung innerhalb der sechs Wochen
zählen.
Das Projekt sollte einen künstlerischen Prozess einleiten und gleichzeitig
dokumentieren, welche neuen Formate und Medien im Bereich Street Art verwendet
werden. Im Mittelpunkt sollte eine Kultur stehen, die sich in den letzten
30 Jahren jenseits der traditionellen Kunstdiskussionen und des Kunstmarktes
innovativ und lebendig weiterentwickelt hat.
Auf einer Fläche von über 1.000 qm wurde sowohl im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
als auch dem Urban Art Info in Berlin-Mitte Kunst, Mode, Architektur, Fotografie,
Kalligraphie, Video, Film, Design und Multimedia präsentiert, aber
auch zahlreiche Veranstaltungen und Workshops durchgeführt.
Veranstaltungen: Zusätzlich zu der Ausstellung fanden
Parties, Performances von Lichtgraffiti und Videobreaks, ein Event mit DJ`s,
Martha Cooper aus New York, thematische Stadtspaziergänge, geführt
von Künstlern, Graffitiforschern und Journalisten, einem Filmprogramm
im Eiszeit, einem Konferenztag mit Diskussionen und Einblicken in die Szene
sowie Workshops (auch für Schulklassen) statt.
Weitere Informationen unter: www.backjumps.info
28. Juni bis 10. August 2003
Sol – Mur – Plafond. Eine Projektgalerie aus Marseille/F
KünstlerInnen: Rodolphe Auté, Bertran / Berrenger,
David Dupont, Hervé Garcia, Ingrid Hochschorner, Stéphane
Magat, Philippe Meste, Géraldine Pastor Lloret, Julia Pastor Lloret,
Christophe Polart, Denis Prisset, Mathieu Provansal,
Tere Recarens
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Kooperation
mit s-m-p/Marseille.
Ausstellung: Eine Projektgalerie aus Marseille zeigt –
eine Annähreung an die Kunstszene Südfrankreichs. S-m-p ist eine
klassische „Künstlergalerie“ bzw. „Projektgalerie“
in Marseille, die seit 1997 regelmäßig und mit zunehmender Bedeutung
und Beachtung junge französische Künstler in Einzelausstellungen
oder in Projekten im Außenrauum präsentiert. In Berlin werden
14 von ihnen neue Arbeiten mit unterschiedlichen Medien, Installationen
und Zeichnungen zeigen. Während der Ausstellung soll ein „Rücktausch“
initiert und vorbereitet werden.
Veranstaltungen: Es fanden zwei Roundtable-Gespräche
mit Noelle Tissier, Direktorin des Centre Régional d’Art Contemporain,
Sète, und Arnaud Laporte, Journalist, mit Rudy Riciotti, Architekt,
und KünstlerInnen von s-m-p statt.
26.April bis 1. Juni 2003
Wonderyears - Zur Rolle des Nationalsozialismus in der israelischen Gesellschaft
KünstlerInnen: Boaz Arad (Ramat Gan, Israel), Roee
“Chicky” Arad (Tel Aviv), Oreet Asheri (London), Yael Bartana
(Amsterdam), Anat Ben David (London), Yoav Ben David (London), Tamy Ben-Tor
(Jerusalem), Zoya Cherkassky (Tel Aviv), Amit Epstein (Tel Aviv), Nir Hod
(New York), David Katz (San Francisco) , Ruti Nemet (Tel Aviv), Hila Peleg-Lavi
(London), Vadim Levin (Tel Aviv), Pil und Galia Kollektiv (Jerusalem), Avi
Pitchon (London), Roee Rosen (Tel Aviv), Dan Shadur (Tel Aviv), Tai Shani
(London), Dinah Shenhav (Tel Aviv), Lior Shvil (Tel Aviv), Doron Solomons
(Tel Aviv), Elezier Sonnenschein (Tel Aviv)
KuratorInnen: Stéphane Bauer, Tsafrir Cohen, Hila-Peleg
Lavi, Avi Pitchon, Antje Weitzel, Mirjam Wenzel
Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende
Kunst e.V.
Die Ausstellung thematisiert den Stellenwert der Shoa im
Selbstverständnis der jüdisch- israelischen Gesellschaft als traumatisierte
Nation und beleuchtet dessen Bedeutung in der gegenwärtigen politischen
Situation. Wonderyears – eine andere Bezeichnung für die Jahre
des Heranwachsen – zeugt nicht nur von der anhaltenden Präsenz
der Shoa in Kindheit, Jugend und Familie in Israel, sondern zudem auch von
der Transformation von Geschichte in eine semiotische Unterscheidung zwischen
„Gut“ und „Böse“. Die Ausstellung stützt
sich auf die Verfremdung von dokumentarischen Material sowie auf die Phantasien
heranwachsender israelischer Jugendlicher.
Veranstaltungen: Das Beiprogramm bestand aus Diskussionsveranstaltungen
mit Themen wie : „Zum Stellenwert der Shoa im Selbstverständnis
der israelischen Gesellschaft“ und „Individualismus, Partialsierung,
Kollektivismus“, Künstlergesprächen, Performances, Führungen
und einer Filmreihe mit neuen Dokumentar- Kurz- und Spielfilmen aus Israel.
4. April 2003
Buchpräsentation: Ich denke oft an den Krieg. Mit anderen Augen
Veranstaltung: Kinder fotografieren den Krieg im Kosovo
Kurz nach Kriegsende wurde die Aktion auf das Medium Fotografie erweitert.
An Schulkinder aus Prishtina, Prizren und Djakova wurden Einweg-Kameras
verteilt um damit ihren Alltag im zerstörten Nachkriegskosovo festzuhalten.
Das Motto: Zeig uns, wie du lebst, fotografiere, was Dir wichtig ist.
Die Kinder fotografierten ihren Alltag in wiedererwachten Städten und
zerstörten Bergdörfern, beschützt und bewacht von den KFOR-Truppen.
Hin- und hergerissen zwischen Furcht, Hass und Sehnsucht nach Normalität.
Rund 400 Zeichnungen und 1700 Fotos umfasst die Sammlung der Kinderbilder
inzwischen. Ein Teil der Werke ist seit April 2000 in der Wanderausstellung
»Mit anderen Augen« in verschiedenen europäischen Städten
zu sehen.
In Bethanien wurde das 176 starke Fotobuch präsentiert mit dem Ehrengast
Rupert Neudeck.
1. Februar bis 23. März 2003
Flotsam & Jetsam. Ballast und Treibgut.
Kunst und Müll und Kunst mit Müll.
KünstlerInnen: Liz Bachhuber, Stefan Baumberger, Mario
Bierende, Cornelia Erdmann,Tricia Flanagan, Daniel Guischard, Christiane
Haase, Peter Heckwolf, Katharina Hohmann, Franz Höfner, Andrea Huhndorf,
Karo Kollwitz, Marc-Oliver Lau, Nina Lundström, Marco Neumeister, Dorothea
Reinke, Jutta Rossgotterer, Felix Ruffert, Anthony Rumbach, Anemone Schicke,
Katrin Solansky, Daniel Thompson, Alexander Voigt, Leonie Weber, d‘Oro
Wing.
Eine Ausstellung von Studierenden der Fakultät Gestaltung,
unter Leitung von Prof. Liz Bachhuber und von Kathrin Hohmann in Zusammenarbeit
mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und der Abteilung Abfallwirtschaft,
Fakultät Bauingenieurswesen, Prof. Bidlingmaier, Bauhaus-Universität
Weimar.
Die Ausstellung wandert mit wechselnden Teilnehmern um
einen „harten Kern“ herum und wird erweitert durch unterschiedliche
, auch neu konzipierte Kunstwerke. In einer dokumentarischen Fotoserie und
einem Video geben die Abfallwirtschaftler Auskunft über neue Tendenzen
der Müllpolitik, weltweit. Erstaunlicherweise stinkt der Abfall nicht.
Wohlgeordnet erscheinen die Dinge nun aufgereiht an Wänden und in Rahmen,
liebevoll betrachtet und behandelt. Künstler sind doch eher die Spurensicherer,
die Lumpensammler, die Schatzsucher. Kaum jemand findet Anstoß am
Müll, kaum einer bearbeitet vordergründig gesellschaftskritische
Fragestellungen. Müll ist Material und kann wie anderes Material auch,
Auslöser für künstlerisches Handeln sein; nur dass die Ware
Müll nichts kostet und vom Menschen schon durch seinen Gebrauch eine
Spur von Bedeutung gewonnen hat. Das Transformieren von Müll in Kunst
also scheint den Künstlern leicht zu fallen. Das Bösartige, Anarchische,
das Chaotische wird gezähmt und sortiert, und findet im Museum neuen
Schutz vor weiterer Müllwerdung. Dabei ist die Galerie ja auch schon
wieder Endstation, und damit das Stroh zu Gold gesponnen. Flotsam &
Jetsam - Ballast und Treibgut, ist eine Ausstellung mit ebenso vielen Facetten
wie es weggeworfene Dinge gibt.
Zur Ausstellung entstand ein gleichnamiger Katalog, der 2001 im Verlag der
Bauhaus-Universität erschienen ist.
Flotsam: Treibendes Wrackgut, Strandgut, Seetrift
Jetsam: Um das Schiff zu erleichtern über Bord geworfene Güter
2002
26. Oktober bis 23. November 2002
THE MISFITS
KünstlerInnen: Tanja Dabo, Tomislav Gotovac, Aleksandar Battista
Ilic, Sanja Ivekovic, Ivana Keser, Denis Kraskovic, Andreja Kuluncic, Kristina
Leko, Vlado Martek, Dalibor Martinis, Mladen Stilinovic
KuratorInnen: Kathrin Becker, Tihomir Milovac
Eine Ausstellung der Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH
im Auftrag des Auswärtigen Amtes und des Ministeriums für Kultur
der Republik Kroatiens im Rahmen der Kroatischen Kulturwochen in Berlin
Ausstellung: Die Besonderheit der geopolitischen Lage Kroatiens
und des ehemaligen Jugoslawiens - im Irgendwo zwischen (politischem und
geographischem) Ost und West - hat im Laufe der vergangenen 50 Jahre auf
dem Gebiet der Kunst Eigenheiten zu Tage gefördert, in denen sich die
zeitgenössische kroatische Kunst trotz ihrer grundlegenden Ähnlichkeit
mit westeuropäischen Erscheinungen von diesen unterscheidet. Hervorgerufen
durch die Besonderheiten einer lang andauernden Existenz unter den Bedingungen
einer "Pseudo-Demokratie" in einem rigiden Gesellschaftssystem,
in dem die Freiheit des Einzelnen wie auch der gesamten Gesellschaft eingeschränkt
war, haben die Künstlerinnen und Künstler auf die gesellschaftlichen
Gegebenheiten reagiert und Kritik an denselben geübt. Ihre Absichten
haben sich in unterschiedlichen Formen manifestiert, in direkten öffentlichen
Provokationen, künstlerischen Aktionen und subtilem "Widerstand"
gegen gesellschaftliche und politische Normen.
Auch die jüngeren geschichtlichen Ereignisse der letzen 15 Jahre haben
sich auf das Kunstgeschehen ausgewirkt, dazu gehören der Fall der Berliner
Mauer, die Erlangung der Unabhängigkeit Kroatiens, der Krieg, der Übergang
zu Demokratie und freier Marktwirtschaft und die Vorbereitungen zum EU-Beitritt.
Die Tradition eines kritischen Verhältnisses zur gesellschaftlichen
Wirklichkeit setzt sich auch in der unmittelbaren Gegenwart fort, nur haben
die ehemals eng umrissenen Grenzen eine bedeutende Ausweitung erfahren:
Heute nehmen sich die Künstlerinnen und Künstler nicht nur aktueller
lokaler, sondern auch globaler Themen an, wie beispielsweise der Weltwirtschaft,
Ökologie, Minderheitenrechte und anderer ethischer Fragen unserer Zivilisation.
Die Vorgehensweisen sind individuell von Künstler zu Künstler
verschieden; aber das sie verbindende Element ist der Standpunkt, dass ein
Kunstwerk nicht nur als Artefakt geschaffen wird, sondern dass verschiedene
Beziehungen, Relationen, neue Verhaltensformen und das Eindringen von Störfaktoren
in die traditionellen, gewohnten modernistischen Konventionen von Produktion,
Präsentation, Rezeption und Konsum von Kunst untersucht werden.
14. September bis 20. Oktober 2002
Sarajevo Selbstporträt 1991-1999 – Bilder aus Sarajevo von neun
bosnischen Fotografen
KünstlerInnen: Kemal Hadic, Danilo Krstanovic, Milomir
Kovacevic, Nermin Muhic, Mladen Pikulic, Ninah Pusija, Damir Sagolj, Sahin
Sisic, Dejan Vekic, die Dia-Show "Warshots 1999" von Matthias
Wähner (D)
KuratorInnen: Stuart Alexander, Leslie Fratkin
Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende
Kunst e.V.
Ausstellung: 10 Jahre nach Ausbruch des Krieges in Bosnien
vereint die Ausstellung Arbeiten von neun bosnischen Fotografen, die mit
völlig unterschiedlichen Perspektiven und Bildsprachen ihre sehr subjektiven
Eindrücke wiedergeben und dabei sowohl von der Unmöglichkeiteines
normalen Lebens als auch von der Notwendigkeit eines Alltags unter Bedrohung
durch Raketenwerfer und Heckenschützen erzählen. Die Bilder in
der Ausstellung stehen in der Tradition der klassischen narrativen Sozial-
und Pressefotografie und erlauben, anders als in den nachrichtenorientierten
Printmedien und der dort notwendigen Reduktion, durch großzügig
angelegte Zyklen einen tieferen Einblick in die Wirklichkeit einer Gesellschaft
im Kriegszustand.
Viele der Fotografen arbeiteten und arbeiten immer noch für die unabhängige
Tageszeitung Oslobodjenje, die 1992 von der BBC zur weltbesten unabhängigen
Tageszeitung ernannt wurde und unter vielen anderen Auszeichnungen den Preis
der französischen Journalistenorganisation "reporters sans frontières"
erhalten hat.
Zu der Ausstellung ist im amerikanischen Verlag Umbrage Editions das Buch
"Sarajevo Self-portrait" erschienen.
Veranstaltungen:Zusätzlich zur Ausstellung beschäftigt
sich ein Rahmenprogramm sowie ein Medienraum mit der propagandistischen
Nutzung von Fotografie für die Durchsetzung politisch-militärischen
Handelns. Es fanden Gespräche mit bosnischen Fotografen, Vorträge,
ein Podiumsgespräch zum Thema "Krieg gegen Jugoslawien - eine
humanitäre Intervention der NATO?" und eine Filmreihe, gezeigt
im Filmrisz, statt.
20. Juli bis 1. September 2002
Station – Die Projektgalerie Expo 3000
KünstlerInnen: Felix Carl, Tamara Trölsch, Annette
Stieger, Kristofer Paetau, Vicky Martini, Mario Asef, Michaela Luxenberger,
Thomas Volkwein, Tia Schmidt, Reinhard Hölker, Raphael Grisey, Fred
Bouchet, Ben Cottrell, Mariola Gröner, Natascha Rossi, Nine Budde,
Matthieu Husser, Thomas Lannes, Tim Coe, Yannick Mauny
Kurator: Spunk Seipel in Zusammenarbeit mit Stéphane
Bauer.
Ausstellung: Die Projektgalerie Expo 3000 bestand zwischen
September 1999 und Juni 2002. Die Ausstellungen fanden im Wochenrythmus
statt. Ziel war es, möglichst vielen Künstlern ein Forum zu bieten
und die Kommunikation unter ihnen zu fördern. Die Ausstellung spiegelt
gleichzeitig die Rolle Berlins für viele Künstler: Die Stadt ist
oft nur eine Station in ihrem Leben und künstlerischen Wirken. Sie
kommen aus ganz Deutschland, oft auch aus dem Ausland hoerher, nutzen die
Freiräume und kehren dann zurück in ihre Heimat. Selten werden
diese Künstler vom Berliner Kunstbetrieb wahrgenommen und als eine
wichtiger Bereicherung für den Kunstbetrieb gesehen. Die Ausstellung
soll auch eine Dokumentation von aktuellen künstlerischen Positionen
dieser auf Zeit „Zugezogenen“ sein und einer breiten Öffentlichkeit
vorgestellt werden. Diesem temporären Prinzip war die Galerie Expo
3000 verpflichtet.
18. Mai bis 30. Juni 2002
Over the moon. Große Gefühle zwischen Inszenierung und Authentizität.
KünstlerInnen: Bigert & Bergström, Birgit
Brenner, Laura Bruce, Piotr Dluzniewski, Kerstin Drechsel, Martin Eder,
Valérie Favre, Ulrike Feser, Undine Goldberg, Oliver Harrison, Gerd
Holzwarth, MK Kähne, David Krippendorff, BjØrn Melhus, Maya
Roos, Diego Schindler-Castro, Cornelia Schmidt-Bleek
KuratorInnen: Stéphane Bauer, Kathrin Becker, Laura Bruce
Ausstellung: Unsere Auseinandersetzung mit der Welt wird
zunehmend medial geprägt. Gefühle, emotionale Reaktionen, Bedürfnisse
auch Freiheit, Geborgenheit und Liebe erscheinen nur glaubhaft, wenn sie
Formen und Ausdrucksweisen annehmen, die medialen Vorbildern entsprechen.
Ziel der Ausstellung ist es, Arbeiten zu versammeln, die die Gradwanderung
„großer Gefühle“ zwischen Inszenierung und Authentizität
untersuchen.
Veranstaltungen: Die Eröffnung wurde von K.R.Y.- Androgenius
Blues begleitet und von zwei Veranstaltungen, „The Dialectics of the
Pop Ballad“ und
„Quit Storm – Soullegenden und die Revolution der Leidenschaft“.
2001
3. November bis 16. Dezember 2001
Auf offener Straße
KünstlerInnen: Peter Arlt / Walter Ebenhofer, Roswitha
von den Driesch / Jens-Uwe Dyffort, Roland Eckelt, Jeanne Faust, Wiebke
Grösch / Frank Metzger, Imma Harms / Thomas Winkelkotte, Christian
Hasucha, Judith Hopf, Andreas Koch, Ingeborg Lockemann, Elke Marhöfer,
Jan-Holger Mauss, Stefan Micheel (p.t.t.red), ready made berlin, Michaela
Schweiger, Nada Sebestyén, Nina Sidow, Christine Zufferey
KuratorInnen: Stéphane Bauer, Ingeborg Lockemann
Mit freundlicher Unterstützung der Neuen Gesellschaft für Bildende
Kunst e.V.
Ausstellung: Den gedanklichen Ausgangspunkt der Ausstellung
bildet ein „Stadtplan“ vom Quartier um den Görlitzer Park
in Berlin-Kreuzberg von Ingeborg Lockemann. Die Ausstellung versammelt Arbeiten,
die in Reaktion auf diesen Ausschnitt der Stadt entstanden sind oder ebenfalls
in Schnittstellen zwischen privatem und öffentlichen Leben reflektieren
und ein „Bild der Stadt“ zeichnen.
Veranstaltungen: Es fanden sechs Sonntagsspaziergänge
mit Filmemachern, Schriftstellern, Journalisten, Geheimagenten und Künstlern
statt.
8. September bis 21. Oktober 2001
Goldrausch 2001: Sexy Female Art & Pumping Surprise
KünstlerInnen: Anne Berning, Eva Bertram, Tina Brüser,
Genevieve Gilabert, Sabine Gross, Julia Krewani, Pauline Kraneis, Wiepke
Loeper, Britta Lumer, Theresa M. Sequeira, Karin Müller, A. Elsa Schindler,
Em Scholz, Petra Stüben, Gudrun F. Widlok
Ausstellung: Zum Abschluss des zwölften Jahrgangs
des Goldrausch Künstlerinnenprojekts präsentieren 15 in Berlin
lebende Künstlerinnen Arbeiten ihrer aktuellen Kunstproduktion. Die
Ausstellung „Sexy Female Art & Pumping Surprise“ zeigt künstlerische
Praktiken, die mit unterschiedlichen formalen Mitteln sowohl ein spezielles
Anliegen zum Ausdruck bringen, als auch die Bedingungen der künstlerischen
Praxis, wie sie von der Institution Kunst und der gesellschaftlichen Realität
gleichermaßen geprägt werden, reflektieren.
Ein Spektrum wird eröffnet von der Verortung der künstlerischen
Praxis im Alltag über modellhafte Ansätze der Analyse der medialen
Wirklichkeit, dem eher beiläufigen Kommentar zum Betriebssystem, bis
hin zur Analyse des urbanen Raumes.
Die präsentierten Arbeiten bringen als eine Form von Lektüre der
Welt das noch nicht Gesagte im aktuellen Diskurs zur Sprache. Sie formen
und interpretieren den gegenwärtigen kulturellen Prozess, in dem sie
soziale und kulturelle Orte und damit das Feld von Peripherie und Zentrum
neu definieren.
Es erschienen Einzelkataloge der Künstlerinnen.
19. Mai bis 24. Juni 2001
ex machina – Über die Zersetzung der Fotografie
KünstlerInnen: Simone Ackermann, Heather Ackroyd und
Daniel Harvey, Kurt Buchwald, Suky Best, Hans-Peter Feldmann, Katrin Glanz,
Heike Hamann, Dan Hays, James Hutchinson, Rob Johannesma, Sven Kalden, Andreas
Müller-Pohle, Christian Radeke, Steven Rand und Rivka Rinn
Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende
Kunst e.V.
Die Ausstellung rückt die aktuelle künstlerische
Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie in das Zentrum der Betrachtung.
Die vorgestellten Positionen beschäftigen sich explizit mit der Übersetzung
der Fotografie in andere künstlerische Gattungen und technische Medien.
Zum Beispiel thematisiert die Schweizer Künstlerin Simone Ackermann
mit ihrer Viedioarbeit „Tableaux Vivantes“ die fließenden
Übergänge zwischen bewegten und stehenden Bildern anhand des Faktors
Zeit.
Veranstaltungen: Die Vernissage wurde von zwei Performances
von Christian Radeke und Heike Hamann begleitet.
2000
21. Oktober bis 26. November 2000
Dia/Slide/Transparency - Materialien zur Projektionskunst
KünstlerInnen: Fritz Balthaus, Gunda Förster,
Anton Henning, Stefan Hoderlein, Katharina Hohmann, Sven Kalden, Mischa
Kuball, Mark Kubitzke, LEO, Rémy Markowitsch, Stefan Mauck, Nina
Sidow, Beat Streuli, Michel Verjux, Ósk Vilhjálmsdóttir,
Annett Weißenburger
KuratorInnen: Stéphane Bauer, Katharina Hohmann
Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende
Kunst e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kunstamt Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: Das projizierte Lichtbild hat bisher keinen
besonderen Platz in der Rezeptionsgeschichte der Medien eingenommen. Neben
Ausstellungen über das Fernsehen und den Videoclip als eigene Gattung
sowie über den vielfach gefeierten Aufstieg der Fotografie in die Bildende
Kunst gibt es noch keine Ausstellung oder Veröffentlichung, die sich
thematisch-analytisch – und nicht nur technisch-historisch –
mit Dias beschäftigt hat.
Mit Dia/ Slide/ Transparency möchten wir einen Beitrag zur Aufarbeitung
dieses bisher wenig beachteten Mediums leisten und zugleich zeigen, dass
weder von einer Eigenständigkeit noch von einer Linearität medienhistorischer
Entwicklungen ausgegangen werden kann. Weder führt die Geschichte der
Projektion ausschließlich zur Entwicklung des Films, noch kann die
Diaprojektion nur als Spielart der Fotografie betrachtet werden.
Jenseits einer Geschichte der technischen Entwicklungen gibt es eine Geschichte
des Sehens und des Betrachtens. Entscheidend für unsere Materialsammlung
sind daher die Inszenierungen und die Gebrauchsweisen von Projektionen.
Wichtig sind uns neben spezifischen künstlerischen Umgangsweisen die
kommunikativen Aspekte des Mediums.
Veranstaltungen: Neben den zwei Ausstellungen fanden Gespräche,
Filmvorstellungen, eine Projektvorstellung „Lumilux“ von der
Bauhaus Universität Weimar, Diavorträge, eine Party, ein Workshop
und ein Wochenende „Audio- visueller Schauen“ statt.
22. Juli bis 20. August 2000
Z 2000 Festival: Global Ghetto - Positionen junger Kunst und Kultur
KünstlerInnen: Chris Cunningham, Nic Endo, Aryan Kaganof,
Mathias Sander, The Force Quit Resolution, Philipp Virus, Miron Zownir
Veranstaltet von der Akademie der Künste im Rahmen
von z2000 Positionen junger Kunst & Kultur mit Unterstützung des
Hauptstadt Kulturfonds.
Ausstellung: Z2000 präsentiert grenzüberschreitende,
zum Teil provozierende künstlerische Arbeiten und Prozesse aus unterschiedlichen
Szenen junger Kunst und Kultur an der Schwelle zum dritten Jahrtausend.
Fünf Orte, fünf Atmosphären, fünf turbulente Wochen:
Mehr als 300 Künstler gestalten Ausstellungen und ein umfangreiches
Veranstaltungsprogramm in der Akademie der Künste, dem Berlin-Pavillon,
dem Künstlerhof Buch, im NETZ-WERK Fehrbelliner Höfe und dem Kunstamt
Kreuzberg/Bethanien.
Vom Tafelbild über lounchige Clubnächte und Theater-Performances
bis zum theoretischen Diskurs: Keine Chance ins vielbeschworene Sommerloch
zu fallen.
Veranstaltungen: Es fanden fünf Workshops und um die
150 Veranstaltungen statt.
27. Mai bis 9. Juli 2000
Eine Stunde Lebenszeit
Ein Videoprojekt von Patrik und Frank Riklin. Atelier für
Sonderaufgaben. Berlin/St. Gallen/ Kreuzlingen
Ausstellung: Das St. Galler Atelier für Sonderaufgaben
hat ein Videoprojekt entwickelt, das Alltagsmomente von Menschen in drei
verschiedenen Stadträumen protokolliert und reflektiert – in
Berlin (großstädtisch), St. Gallen (kleinstädtisch) und
Kreuzligen ( kleinstädtisch). Die Künstler begaben sich auf die
Suche nach je 33 Menschen, um mit ihnen gemeinsam ein Projekt zu erstellen:
eine Sequenz über eine typische Alltagshandlung.
1. April bis 14. Mai 2000
Produktivität und Existenz
Veranstaltungsreihe und Ausstellung zur Methodik einer kritischen Kunst-
und Gesellschaftspraxis.
KünstlerInnen: Kai Althoff, André Butzer, DAG,
Anneruth Dannert, Michael Dreyer, Tobias Hauser, Nike Hinsberg, Schorsch
Kamerun, Christoph Keller , Korpys/Löffler, Jonathan Meese, Birgit
Megerle, Eva Meier, Michaela Melian, Nora Mendelssohn, Katharina Meyer,
Randolf Müller, Albert Oehlen, Raymond Pettibon, Sabine Pflitsch, Katty
Purdy, Daniel Richter, Ralf Schauff, Tanja Schmidt, Stine Schultz, Hanna
Schwarz, Josef Strau, Amelie Wulffen und aus Chile: Andres Bucci, Rodrigo
Cabezas, Pablo Castro, Lola Cordero, Elizabetta Zileri Dal Verme, Diego
Hernandez, Miguel Hiza, Chango Leyton, Marcek, Pablo Ortuzar, Sergio Rocha,
Paolo San Martin, Uwe Smith, Bruna Truffa, David Wolff
KuratorInnen: Andreas Fanizadeh, Eva Meier (Die Beute)
in Zusammenarbeit mit Stéphane Bauer.
Veranstaltungen: Neben der Ausstellung fanden Podiumsdiskussionen
zum Thema „Mainstram/Underground“, „kritische Kunst und
staatliche Politik“, Vorträge u.a. „Die Linke und die Droge“
oder „Die Kunst der Kampagne“ und ein Konzert statt.
5. Februar bis 19. März 2000
Mysliwska
KünstlerInnen: Franz Ackermann, James Adams, Bettina
Allamoda, Matias Bechtold, Anke Cott, Beate Daniel, Stefan Deckert, Ursula
Döbereiner, A. K. Dolven, Lukas Duwenhögger, Rolf Eisenburg, Thomas
Eller, Dunja Evers, Tina Marie Friedrich, Ronnie Geipel, Frank Hautau, Ulrich
Heinke, Radka Hladka, Ulrich Grüter, Ulla Hahn, Hans Hemmert, Judith
Hopf, Arnd Kaestner, Astrid Küver, Achim Kobe, Karsten Konrad, Andreas
Kröher, Mona Kuschel, Marko Lakobrija, Axel Lieber, Ingeborg Lockemann,
Thomas Mass, Simone Mangos, Ina Mayer, Vitek Marcinkiewicz, Fabian Meyer,
Tom Neubauer, Veronika Otten, Daniel Pflumm, Tyyne Claudia Pollmann, Joachim
Reck, Katharina Schmidt, Thomas A. Schmidt, Carsten Sievers, Tiger, Urart,
Krzysztof Visconti, Claudius Wachtmeister, Christoph Wernhard, Heinz Wilp,
Georg Zey, Florian Zeyfang
Kuratoren: Stéphane Bauer, Matias Bechtold, Vitek
Marcinkiewicz.
Ausstellung: Mysliwska ist eine Künstlerbar in der
Schlesischen Straße in Kreuzberg. Seit zehn Jahren ist sie Treffpunkt
nach Ausstellungseröffnungen, Veranstaltungen, und Ort vieler Performances
und Lesungen. Sie ist aber auch Ort für Kunst und selbst ein Kunstort.
Viele Künstler haben die Bar zum Thema oder Gegenstand ihrer Kunst
oder einzelner Kunstwerke gemacht.
Veranstaltungen: Die Vernissage wurde in der Bar Mysliwska
mit einer Party fortgesetzt, Lesungen und einem Vortrag „Das Mysliwska
und das andere“ fanden statt.
1999
30. Oktober 1999 bis 2. Januar 2000
Die imposante Landschaft
Künstler und Künstlerkolonien im Riesengebirge im 20. Jahrhundert
Eine Ausstellung der Gesellschaft für interregionalen
Kulturaustausch e.V.
Ausstellung: "Die imposante Landschaft", das
ist das im Südwesten Polen gelegene Riesengebirge, gleichzeitig der
Titel einer von Deutschen und Polen gemeinsam vorbereiteten Ausstellung,
die sich den Künstlern dieser ehemals deutschen, heute polnischen Region
und deren Werken widmet.
Die Ausstellung stellt Werke von über 120 deutschen und polnischen
Künstlern sowie Künstlergruppen aus diesem Jahrhundert vor. Sie
gibt auf 150 Tafeln und einer einführenden Ton-Dia-Schau Hintergrundinformationen.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog mit Beiträgen von 32 deutschen
und polnischen Wissenschaftlern mit 400 Seiten und ebenso vielen Abbildungen.
28. August 1999
Sommerfest im Bethanien
Mit Stereo Total, Andreas Dorau, Aziza A, Die Tödliche Doris, Party,
etc... zusammengestellt von Stéphane Bauer
28. August bis 17. Oktober 1999
Die tödliche Doris – Kunst
Kurator: Martin Schmitz in Zusammenarbeit mit Stéphane
Bauer.
Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung
und Kultur und dem Kunstfonds Bonn.
Eine Ausstellung des Kunstamt Kreuzberg/Bethanien.
Ausstellung: Die Tödliche Doris macht alles anders
als die anderen, hieß es im Feuilleton der 80er Jahre. Schrott oder
das Intelligenteste, was es gibt, vermutete damals die Presse. Das legendäre
Künstlertrio „Die Tödliche Doris“ wurde vor annähernd
20 Jahren in Berlin gegründet. In sieben Jahren traten Käthe Kruse,
Wolfgang Müller und Nikolaus Utermöhlen unter diesem Namen künstlerisch
in Erscheinung. „Die Tödliche Doris“ kreierte ein konzeptionelles
Gesamtkunstwerk aus Malerei, Film, Fotografie und Performance. Die documenta
in Kassel, das Museum of Modern Art in New York, Museen, Galerien, und Veranstalter
in Tokio, Paris, Amsterdam oder Warschau luden die Künstlergruppe zu
Konzerten und Ausstellungen ein.
Als Teil des Konzeptes löste sie sich 1987 auf und hinterließ
zahlreiche Schallplatten, CDs, Filme, Videos und bisher selten gezeigte
Kunstwerke.
„Die Tödliche Doris“ muss als wichtiger Schlüssel
zur Kunst der 80er Jahre jenseits der wilden Malerei betrachtet werden.
Sie blieb jedoch wenig erforscht und obwohl das Trio immer wieder auch international
in Erscheinung trat, entzog es sich erfolgreich und kritisch dem damaligen
Kunstbetrieb. Die Ausstellung „Die Tödliche Doris - Kunst“
zeigt zum ersten Mal in diesem Umfang Doris als „bildende Künstlerin“
und beleuchtet somit ihre Strategie zum Gesamtkunstwerk. Es erschien im
Martin Schmitz Verlag ein 128 seitiger Katalog.
Veranstaltungen: Es fand beim Sommerfest „Die tödliche
Doris wird gecovert“, sowie drei Gespräche und „Das Büro
der Tödlichen Doris: Sprechzeiten in der Ausstellung“ jeweils
Sonntag statt.
6. Mai 1999
Vortrag: Was ist politische Kunst?
Konzeption: Stéphane Bauer, Leonie Baumann, Michaela
Schweiger
Veranstalter: Interflugs HdK-Berlin, Kunstamt Kreuzberg/Bethanien,
Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V.
Ereignis: Diskussion zwischen Holger Kube Ventura, Claudia
Wahjudi und Albert Eckert.
Während der gesellschaftliche Umbau zu fragilen und deregulierten Lebenspraxen
führt, wird die Kunstgruppe zum Modell, um das soziale Netz zu stabilisieren
und das Politische diskursiv zu halten.
Wer heute in Kunstprojekten politische Positionen artikuliert, provoziert
Fragen nach ästhetischer Umsetzung, erreichen von Adressaten und politischer
Wirksamkeit. Diese Fragen greifen wir auf. Holge Kube Ventura untersucht
die diskursive Teilhabe von Kunstgeschichte und Kunstkritik an der vertexteten
Praxis politischer Kunst. Claudia Wahjudi spricht über das Wechselverhältnis
zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen und Kunstkontext.
1. Mai bis 13. Juni 1999
Rosa für Jungs – Hellblau für Mädchen
KünstlerInnen: Janine Antoni, Gabriele Basch, Ericka
Beckman, Helena Bergman und Cecilia Bergman, Catherine Bourdon, Ellen Cantor,
Alyssa DeLuccia, Die Tödliche Doris, Dominic Eichler, Manfred Erjautz,
Assaf (Safy) Etiel, Ueli Etter, Peter Friedl, Claudia Hart, Yu Hirai, Carsten
Höller, Fabrice Hybert, Christiane John, Mike Kelley / Paul McCarthy,
Christine Kriegerowski, David Krippendorff, Inez van Lamsweerde, Pia Lanzinger,
Hanna Lentz, Zbigniew Libera, Ma Liuming, Britta Lorch, Sally Mann, Isa
Melsheimer, Dörte Meyer, Tracey Moffatt, Christoph Oertli, Susanne
Paesler, Claudia Reinhardt, Trudie Reiss, Heli Rekula, Hunter Reynolds,
Ginger Roberts, Matthias Röhrborn, Ugo Rondinone, Aura Rosenberg, Mike
Sale, Anne Schneider, Annika Ström, Ingo Taubhorn, Giuliano Vece, Daniel
Zander
Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende
Kunst e.V.
Ausstellung: 50 Künstler spüren der Geschlechterrolle
in der Gegenwart nach.
Rosa für Mädchen, hellblau für Knaben, das sind die bis heute
geltenden Eckdaten, die das Babyalter bestimmen. Solche und andere Prägungen
in der Kindheit und deren Auswirkungen auf spätere Lebensphasen sind
die thematischen Eckpfeiler der Ausstellung. Die im Titel vorgenommene Umkehrung
der Farbkodierung aber macht deutlich, dass die ausgestellten Werke Festgelegtes
in Frage stellen. Der Begriff der Kindheit wird als projektives Konstrukt
vorausgesetzt. Identität als Konstruktion innerhalb normativer Grenzen.
Veranstaltungen: Begleitet wurde die Doppelausstellung
von einem umfangreichen Kinoprogramm im Babylon Mitte und im Moviemento.
23. März bis 18. April 1999
Pleasure Principles (props), pearls vol. VI- dirty windows
KünstlerInnen: Eva Bertram, Walter Dahn, Kerstin Drechsel,
Klaus W. Eisenlohr, Marietheres Finkeldei, Jan Lilienthal, Felix Müller,
Birgit Nowocien, Johannes Oberthür, Laura Padgett, Rocco Pagel, Carola
Scheil, Constanze Schweda, Petra Seelenmeyer, Dirk Sommer, Markus Strieder,
Luc Wolff
Kurator: Dirk Sommer
Ausstellung: Seit 10 Jahren stellen – von dem Künstler
Dirk Sommer initiiert und organisiert – in drei Schaufenstern im U-Bahnhof
Kurfürstendamm regelmäßig Künstlerinnen und Künstler
Arbeiten aus, die sie für diesen eigenwilligen und zugleich höchst
öffentlichen Raum konzipiert haben. Aufmerksam auf die Arbeit dieser
Projektgalerie soll die Ausstellungsreihe „pearls“ machen: in
diesem Jahr zum ersten Mal im Bethanien! 17 Künstler und Künstlerinnen
haben sich dem „Lustprinzip“ gewidmet und zeigen neue Arbeiten.
16. Januar bis 28. Februar 1999
Wir leben zwischen Wänden
KünstlerInnen: Irina Baschlakow, Ursula Döbereiner,
Taewoo Kang, Achim Kobe, Elke Marhöfer, John Miller, Birgit Schlieps,
Katharina Schmidt, Brian Reffin Smith
Kurator: Stéphane Bauer
Ausstellung: Diese „Künstlerausstellung“,
d.h. von den Künstlern selbst erarbeitete und erstrittene, verweist
auf Felder aktueller Auseinandersetzung um neuere künstlerische Produktion,
insbesondere einer Auseinandersetzung um das Verhältnis zwischen Malerei
und neueren Medien. Neuere Medien – unter den Aspekten der Inhaltlichkeit
und der technischen Reproduzierbarkeit der von ihnen generierten Bilder
– stehen im Zentrum der Fragen der an der Ausstellung beteiligten
Künstler. Gerade deswegen oder dem zum Trotz wird es in dieser Ausstellung
kaum oder keine Neueren Medien wie Videoproduktionen, Computerinstallationen
oder Internetarbeiten geben. Malerische Positionen überwiegen! „Wir
leben zwischen Wänden“ kann so als nüchterne Zustandsbeschreibung
und Feststellung gelesen werden: jenseits der Versprechungen und Erwartungen
bleiben Bilder und Sprache. Diese gilt es zu untersuchen.
1998
31. Oktober bis 13. Dezember 1998
Ausstellung: p.t.t.red. – Projekt Alpha
Künstler: Stefan Michel, HS Winkler
Eine Ausstellung des Kunstamt Kreuzberg/Bethanien entwickelt
von p.t.t. red in Zusammenarbeit mit Stéphane Bauer.
Ausstellung: Obwohl mittlerweile in den Gehegen der deutschen
„Wildnis“ gezähmt, lässt uns das Rotkäppchen
Syndrom beim Anblick von Wölfen einen Restschauer erleben. Phantasien
und Meldungen über Wölfe in freier Wildbahn „im Osten“
oder diesseits der „Deutschen Grenzen“ beflügeln diese
Ängste.
Das Projekt Alpha Wolf nimmt diese immer wieder genährte mythische
Stellung von Wölfen zum Anlass und versucht, sich dem komplexen Wesen
dieser Tiere zu nähern. Das Künstlerduo p.t.t.red besuchte bundesweit
über 15 zoologische Gärten und Wildgehege, in denen Wölfe
gehalten werde. Es entstanden 15 Video- und Fotoporträts von Alpha
Wölfen.
Zur Ausstellung wird am Kottbusser Tor ein Käfig aufgestellt: ein irritierter
Bezug zwischen Innen- und Außenraum.
Veranstaltungen: Ergänzend fand im Kino Eiszeit eine
Filmreihe statt sowie ein Videoabend in der Ausstellung mit Filmen von Erik
Zimen und Heinz Sielmann.
30. August 1998
Sommerfest in Bethanien
Mit: Prokopätz, Dimokrat Taha, Lord Alvis, Ich schwitze
nie, Islamic Force, Hasret, Jim Avignon, Pop Tarts, Der Jochen, Radio Berlin,
DAG, Artwinds, Traveler, Ömer Erzeren, Beral Madra, Fritz von Klinggräff,
u.v.a.
29. August bis 18. Oktober 1998
Istanbul in Berlin
KünstlerInnen: Michael Bause, Knut Bayer, Thomas Büsch,
Lilli Engel, Hanna Frenzel, Bettina Hoffmann, Katharina Hohmann, Rinaldo
Hopf, Thomas Hornemann, Werner Klotz, Simone Kornfeld, Suzanna Lauterbach,
Suzannah B. Mahlmeister, Christa Mayer, Elke Nord, Lothar M. Peter, Oliver
Oefelein, Nelly Rau-Häring, Jörg Reckhenrich, Wolfgang Stiller,
Gisela Weimann, Birgit M. Wolf, Gerd Wulff, Georg Zey und mit Dokumenten:
Manfred Blank, Dr. Deniz Göktürk, Dr. Dietrich Gronau, Marlies
Krause, Karl-A. S. Meyer, Sema Moritz, Peter Pannke, Sibylle Pomorin, Dr.
Volker Reinhard, Sabine Vogel
Kuratorin: Krita Tebbe in Zusammenarbeit mit Beral Madra
und Stéphane Bauer.
Veranstaltet vom Kunstamt Kreuzberg/Bethanien und der Senatsverwaltung für
Wissenschaft, Forschung und Kultur.
Ausstellung: Die Berliner Istanbul-Stipendiaten 1988-98
Es geht um die Wirkung Istanbuls als ein Megapol zwischen Asien und Europa
auf die Berliner Künstlerinnen und Künstler, um die Auseinandersetzung
mit seinen historischen und geistigen Traditionen, mit seiner Internationalität,
aber auch seinem lokalen und intimen Charakter. Die KünstlerInnen wurden
durch den Arbeitsaufenthalt zu Besuchern und zu Beteiligten. Die Ausstellung
zeigt Arbeiten, in denen dieser Trasformationsprozess deutlich wird. Zehn
Jahre nach Beginn des Berlin-Istanbul-Stipendienprogramms werden seine Ergebnisse
und Einflüsse auf die teilnehmenden KünstlerInnen damit erstmals
in Berlin präsentiert. Neben Bildender Kunst und multimedialen Projekten
werden auch die anderen künstlerischen Sparten in der Ausstellung dokumentiert
und in begleitenden Lesungen, Konzerten und Künstlergesprächen
vorgestellt.
Veranstaltungen: Während der Ausstellung fanden zwei
Lesungen sowie ein Filmabend an dem „Karagöz“ von Manfed
Blank gezeigt wurde, statt.
20. August bis 23. August 1998
Hungry Minds Think Alike? Cross-Kulturelles Symposion – Filme, Videos,
Netsites
Eine Ausstellung von dogfilm in Zusammenarbeit mit dem Kunstamt
Kreuzberg
Ausstellung: Versuch einer selbstorganisierten, cross-kulturellen
Zusammenarbeit zwischen KünstlerInnen aus Deutschland, Indien, Kanada,
Kasachstan, Malaysia, Libanon und den USA.
Seit 1997 haben wir uns zusammengeschlossen, um uns aus verschiedenen Blickwinkeln
mit dem Thema „Globalisierung“ auseinanderzusetzen. Wir wollen
uns diesem Thema aus unseren subjektiven Perspektiven heraus annähern
und versuchen, globale Fragen rückzubinden an die lokalen gesellschaftlichen
Realitäten, die uns umgeben.
Veranstaltungen: Während der Ausstellung wurden zahlreiche
Filme, Videos und multimediale Beiträge gezeigt sowie Veranstaltungen
der „Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen“.
4. Juli bis 16. August 1998
Jetzt lächeln!
Atelierfotografie am Beispiel Mathesie - Eine Enzyklopädie
Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für bildende
Kunst e.V. und des Kunstamt Kreuzberg/Bethanien und Kreuzberg Museum.
Konzept: Stéphane Bauer, Peter Funken, Katharina
Hohmann, Helga Lieser
Ausstellung: Jetzt lächeln zeigt eine Auswahl von
ca. 3.000 Fotografien des Atelier Mathesie, als Enzyklopädie geordnet,
die insgesamt ca. 100 Begriffe umfasst. Diese Ordnungspunkte beginnen mit
„Abwesenheit“ (vom Vater nach dem Krieg) über „Augen
zu“, „Beruf/Berufung“, „Cowboy und Indianer“,
„Feste, Feiern, Feten“, „Initiation“, „Mode“,
„Seitenwechsel“, ...bis zu „Zwillinge“.
Die Neuordnung des Archivs möchte dazu anregen und anleiten, das Fotomaterial
unter zeitgenössischen Aspekten zu besichtigen und stellt dabei Fragen
nach Zeit, Sozialgeschichte, Alltagskultur, Ästhetik und Moden. Fotografie
ist im Sinne der Ausstellung ein Chronometer, das dazu verhilft am sozialen
und kulturellen Geschehen teilzunehmen. Hinter den sich wandelnden Moden
und Gesten, hinter den Einrichtungsgegenständen und Motiven, wird eine
sich verändernde soziale Kultur erkennbar.
Veranstaltungen: Es fanden Diavorträge, Filmabende
im Freiluftkino Kreuzberg und der Filmbühne am Steinplatz statt.
16. Mai bis 21. Juni 1998
Gesichter. Zeitgenössische Fotografie
KünstlerInnen: Jens Liebchen, Tina Bara, Annet van
der Voort, Friederike van Lawick / Hans Müller, Etta von Cramer, Alan
McCollum / Laurie Simmons, Reinhard Kühl, Gerhard Kassner, Frank Thiel,
Chris Riley, Thomas Michalak, Martin Pfahler, Ampello Zappalorto
Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende
Kunst e.V.
Parallel in der NGBK-Galerie: "Dinge. Zeitgenössische Fotografie"
In der Ausstellung „Gesichter und Dinge“ haben
sich die Künstler und Künstlerinnen weit von der Welt der strahlenden
Gesichter und verlockend ausgeleuchteter Dinge entfernt, die uns in der
Werbung allerorts begegnen. Die beiden Ausstellungsteile ergänzen und
bedingen einander. Die meisten der ausgewählten Fotografen und Fotografinnen
inszenieren die „belebte“ und die „unbelebte“ Materie,
hier die Gesichter, dort die Dinge in sehr ähnlicher Weise: Menschen
und Gegenstände werden aus ihrer Umgebung herausgelöst, vor einem
neutralen Hintergrund abgelichtet. Dadurch führen die beiden Ausstellungsteile
ein Zwiegespräch um Individualität und Identität, um die
Annäherung an die Abbildbarkeit des Menschlichen und die Manifestation
des Persönlichen durch die Dingwelt. Zur Ausstellung erschien ein 144
seitiger Katalog.
3. April bis 10. Mai 1998
WochenKlausur. Eine konkrete Intervention zum Thema Arbeit – Arbeitslosigkeit
TeilnehmerInnen: Pascale Jeannée, Katharina Lenz,
Michaela Schwiger, Paul Stefanowske, Malte Willms, Anreas Zinggl
Eine Veranstaltung von WochenKlausur/Wien/Österreich
in Zusammenarbeit mit dem Kunstamt Kreuzberg/Bethanien und der Neuen Gesellschaft
für bildende Kunst e.V.
Ausstellung: Die Künstlergruppe WochenKlausur realisiert
in Kreuzberg ein Projekt zum Thema Arbeit-Arbeitslosigkeit in mehreren Etappen.
Von Recherchen, Expertengesprächen, direkten Kontakt zu Stellen der
öffentlichen Verwaltung, politischen Entscheidungsträgern, Arbeitslosen
sowie bestehenden Initiativen übergehend zu Veranstaltungen in den
Galerieräumen als öffentliche Plattform für breitere Diskussionen
übergehend zu einer Konzeption und Umsetzung einer gezielten Maßnahme,
die dauerhaft weiterbestehen soll und zu einer Abschlusspräsentation.
WochenKlausur versteht Kunst als aktives Eingreifen in gesellschaftliche
Strukturen. Im Laufe des Projektes in Berlin werden innovative Ansätze
formuliert und umgesetzt. Somit wird künstlerisches in gesellschaftspolitisches
Potential umgewandelt.
Veranstaltungen: Es fanden vier öffentliche Veranstaltungen
statt.
7. Februar bis 22. März 1998
Flucht – 50 Millionen Menschen ohne Heimat
Fotografen: Andreas Herzau, Christian Jungeblodt, Rusell
Liebman, Michael Meyborg, Clive Shirley
Eine Ausstellung der Agentur Signum und dem Kunstamt Kreuzberg/Bethanien
Ausstellung: Mehr als 50 Millionen Menschen weltweit haben
ihre Heimat verlassen, flüchten vor Krieg, vor Unterdrückung,
Hunger, Armut, Gewalt. Die Fotografen der Agentur Signum reisten in den
vergangenen Jahren in die Kriegs- und Krisengebiete dieser Welt, von Afghanistan
bis Tschetschenien, von Kuba bis Polen, und dokumentierten das Schicksal
von Flüchtlingen: Bilder, die vom Alltag der Menschen berichten, von
Angst und Not, Gottergebenheit, Überlebenswillen, dem Versuch irgendwo
Ruhe und Schutz zu finden.
In der Edition Stemmle, Zürich ist ein 208 Seiten starker Bildband
erschienen.