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Jahresprogramm 2018

27. Januar bis 02. April 2018
Eröffnung: Freitag, 26. Januar, ab 19 Uhr
CTM Club Transmediale – TURMOIL – UNCANNY VALLEYS OF A POSSIBLE FUTURE

14. April bis 10. Juni 2018
Eröffnung: Freitag, 13. April, ab 19 Uhr
Capitalo, Chthulu, and a Much Hotter Compost Pile. Über Mensch-Umwelt-Verhältnisse

23. Juni bis 26. August 2018
Eröffnung: Freitag, den 22. Juni, ab 19 Uhr
An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens

08. September bis 04. November 2018
Eröffnung: Freitag, den 07. September, ab 19 Uhr
Wir verrecken vor Lachen! – 50 Jahre Karikatürkei

17. November 2018 – 13. Januar 2019
Eröffnung: Freitag, den 16. November, ab 19 Uhr
Pissing in a River. Again!

27. Januar bis 02. April 2018
Eröffnung: Freitag, 26. Januar, ab 19 Uhr
CTM Club Transmediale – TURMOIL – UNCANNY VALLEYS OF A POSSIBLE FUTURE
Die CTM 2018 Ausstellung wird gefördert durch die Senatskanzlei für Kultur und Europa und die Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Niederlande, der Botschaft von Kanada und der Vertretung der Regierung von Québec Büro Berlin. Das CTM Radio Lab ist eine Gemeinschaftsproduktion mit Deutschlandfunk Kultur Hörspiel / Klangkunst, ORF Ö1 Kunstradio, ORF musikprotokoll im steirischen herbst, und wird unterstützt durch das Magazin The Wire.
Die CTM 2018 Ausstellung präsentiert unterschiedliche künstlerische Ansätze, die gelegentlich verspielt, aber immer politisch auf das Festivalthema „Turmoil“ eingehen. Spannung/Explosion, Apathie/Engagement, Regression/Progression, Verzweiflung/Hoffnung – in ihren Werken schlagen die Künstler*innen unterschiedliche Wege ein, um Zerrissenheit und Kontroversen unserer Gegenwart anzusprechen und einen Umgang mit daraus resultierender Anspannung und Unbehagen zu finden.
Die Rolle der Musik bei Schaffung und Entfesselung kollektiver Emotionen untersucht Anne de Vries, der mit einem Hardstyle-Stadionkonzert-Szenario (komplett mit VJ/Lichteffekten, energetischen DJ-Sets und lauten Werbepostern) die Beziehung zwischen Technologie und Massenerfahrung erkundet. Ein Gegenpol dazu lässt sich bei Teun Vonks Installation „The Physical Mind“ erfahren. In der auf den ersten Blick paradox anmutenden Apparatur werden die Besucher*innen von zwei gigantischen Luftkissen umfasst, mit dem Ziel, sie so aus dem Kampf- oder Flucht-Modus alltäglichen Stresses in ein Gefühl von Sicherheit und körperlichem Wohlbefinden zu führen.
Stimmen des Protests und Aufruhrs werden von Zorka Wollny und Andrzej Wasilewski in elektrische Entladungen verwandelt. Aufnahmen von zwei widerstreitenden Vokalistinnen (aufgenommen beim CTM 2018 Eröffnungskonzert) werden durch die Stromblitze einer Teslaspule wiedergegeben, die so das explosive Potenzial politischer Ungleichheit spürbar macht. Ebenfalls mit Aufruhr befasst sich CTM 2018 Radio Lab Gewinner ZULI in einer Reihe von audiovisuellen 360°-Vignetten, die den unruhigen Alltag der gigantischen Metropole Kairo wiedergeben. Er vermischt alltägliche Interaktionen, Gespräche auf der Straße und eigene musikalische Kompositionen zu einer immersiven Klang-Bild-Kollage, die das von ständiger Spannung und latenter Explosivität geprägte Umfeld seiner Heimatstadt wiedergibt.
Drei weitere Künstler bieten unterschiedliche technologiebasierte Zugänge zum Thema Aufruhr an. Peter Flemming spekuliert über Systeme, die unseren rationalen Alltag aus den Fugen heben. In einer raumgreifenden, kinetischen Installation voller Alltagsobjekte wie Lampen, Leitern und Stühlen, die wie in einem unsichtbaren Netz gefangen, in der Luft zu schweben scheinen, erschafft die unheimliche Polyphonie der schwingenden und wogenden Objekte einen Puls aus Klang und Schatten. Flemmings Ziel ist es, die Betrachter*innen in eine bizarr lebendige Objektwelt einzutauchen. In Frédérick Belziles „Eyes in the Sky“ scheint die Drohne eines First-Nation-Demonstranten gegen die Dakota Access Pipeline ein Eigenleben zu entwickeln – und fliegt einfach davon. Währenddessen kommt Geomancer, ein zu Bewusstsein gelangter geflohener KI-Satellit, in Lawrence Leks gleichnamigen Film zurück zur Erde und träumt davon, der erste KI-Künstler zu werden. Der in HD mit der Software-Engine des bekannten Computerspiels Unreal gerenderte Film verfügt über eine Traumsequenz, generiert von einem neuralen Netzwerk und einen synthetisierten Vocaloid Soundtrack. Geomancer beschäftigt sich mit den Implikationen eines posthumanen Bewusstseins.
Vom 27. Januar bis zum 4. Februar 2018 kehrt CTM 2018 TURMOIL in sein Netzwerk aus herausragenden Orten des Berliner Nach- und Kulturlebens zurück, darunter das HAU Hebbel am Ufer, Berghain, Kunstquartier Bethanien, Yaam, und Heimathafen Neukölln.
Beteiligte Künstler*innen: Anne de Vries, Frédérick A. Belzile, Lawrence Lek, Peter Flemming, Teun Vonk, Zorka Wollny & Andrzej Wasilewski, ZULI & weitere Künstler*innen

14. April bis 10. Juni 2018
Eröffnung: Freitag, 13. April, ab 19 Uhr
Capitalo, Chthulu, and a Much Hotter Compost Pile. Über Mensch-Umwelt-Verhältnisse
Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von Lorena Juan, Lena Johanna Reisner und Anaïs Senli. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa: Ausstellungsfonds für Kommunale Galerien, Fonds für Ausstellungsvergütungen und gefördert aus der Projektförderung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg. Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft Spaniens in Berlin.
Wir befinden uns gegenwärtig nicht in einer ökologischen Krise, im Sinne eines temporären Ausnahmezustandes, sondern erleben eine irreversible Mutation des globalen Klimas und der Bewohnbarkeit des Planeten Erde. Dieser Prozess wird von Umweltverschmutzung, Ozeanübersäuerung, Ressourcenabbau und der Nutzung fossiler Brennstoffe, von agrochemischer Industrie und Kriegsführung vorangetrieben, um nur einige der anthropogenen, also menschlichen, Faktoren zu benennen. Der Begriff Anthropozän  beschreibt diesen spezifischen Zustand als eine neue geologische Epoche, die sich durch die erheblichen Auswirkungen menschlichen Handelns auf die biosphärische Stabilität der Erde auszeichnet.
Dabei ist der Begriff nicht umstritten, denn er erklärt die Menschheit als Ganzes als geologischen Akteur und verdeckt dabei die strukturelle Verantwortung  multinationaler Konzerne und neoliberaler Finanzeliten. Das Kapitalozän, das Zeitalter des Kapitals, zielt im Gegensatz dazu auf eine Analyse  der Auswirkungen globaler Finanzsysteme und kapitalistischer Wirtschaftspolitik auf den Klimawandel.  Unter Berücksichtigung der biophysischen Kosten des Kapitalismus, die menschliche und ökologische Akteure in ganz ungleichem Maße zu tragen haben, beschäftigt sich die Ausstellung zentral mit der Frage nach dem Verhältnis des Menschen-in-der-Natur und der Natur-im-Menschlichen.
Menschliche und nicht-menschliche Akteure sind verwoben in komplexen, tentakelartigen Netzwerken, in einer Vielzahl von andauernden Verbindungen, die sich über biotische und abiotische Prozesse erstrecken. Das Chthuluzän ist eine Raum-Zeit der artenübergreifenden Interaktion und generativen Zusammenarbeit in einer beschädigten Welt. Chthonische, beziehungsweise irdische Wesen, verflochten in spekulativer Erzählung, Science Fiction, Science Fact und spekulativem Feminismus, erdenken mögliche Welten und mögliche Zeiten in ungeahnter Gesellschaft. Es ist ein reicher Nährboden für lebenswerte Narrative, die über katastrophistische und deterministische Diskurse hinausgehen. 
Im Versuch, essentialistische Entwürfe zurückzuweisen und sich mit einem postkolonialen ökologischen Denken  zu verbinden, zeigt Capitalo, Chthulu, and a Much Hotter Compost Pile künstlerische Positionen, die sich mit alternativen Politiken des Ontologischen beschäftigen, mit Umweltfragen und spekulativen Erzählungen für unsere prekäre Zeit. Es handelt sich um Geschichten aus dem Leben (und Nicht-Leben), erzählt von der anderen Seite, um zu  verstehen, wie Menschen im Netz des Lebens zugehörig sein, wie sie mit-weben, ko-produzieren und kom-postieren können.
Beteiligte Künstler*innen: Ana Alenso, Madison Bycroft, Liza Dieckwisch, Jelena Fuzinato, Geovanna Gonzalez, Ben Greber und Bram Kuypers, Tue Greenfort, Ann Duk Hee Jordan, Femke Herregraven, Marta Leite, Regina de Miguel, Zoe Claire Miller, Nucbeade, Naufus Ramirez-Figueroa, Anais Senli, Michael E. Smith; 
Rahmenprogramm: Shelley Etkin, Sonia Fernández-Pan, Herbert Lohner, Reading Club "Between Us and Nature", Henry Wilde und Neo Hülcker. 

23. Juni bis 26. August 2018
Eröffnung: Freitag, den 22. Juni, ab 19 Uhr
An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens
Ausstellung des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) in Zusammenarbeit mit ARCH+ Zeitschrift für Architektur und Urbanismus
Forschungspartner: School of Architecture, Carnegie Mellon University Pittsburgh und Technische Universität Berlin, Institut für Architektur, Fachgebiet Prof. Rainer Hehl
Kuratorisches Team: Anh-Linh Ngo, Mirko Gatti, Christian Hiller, Max Kaldenhoff, Christine Rüb (ARCH+), Elke aus dem Moore (ifa), Stefan Gruber (CMU)
Die Auftaktausstellung wird in Berlin in Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien präsentiert. Im Anschluss weltweite Tournee der Ausstellung für ca. zehn Jahre. Auslands-premiere 2019 in Pittsburgh (USA) in Kooperation mit der School of Architecture der Carnegie Mellon University
Facebook, Airbnb & Co., deren Geschäftsmodell auf der Kommerzialisierung sozialer Beziehungen beruht, haben Begriffe wie Community oder Sharing in leere Worthülsen verwan­delt. Konzepte wie ‚Wir‘ oder ‚Teilen‘ stehen nicht mehr für Solidarität oder eine progressive ge­sellschaftliche Agenda, sondern bilden die Grundlage des aufkommenden Plattformkapitalismus. Begleitet wird diese ökonomische Entwicklung von einer weltweiten politischen Wende, die sich aus überkommenen Gemeinschaftsvorstellungen von Identität und Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung speist.
Vor diesem Hintergrund will das Ausstellungs- und Publikationsprojekt An Atlas of Commo­ning den offenen und emanzipatorischen Raum des Wir zurückerobern und neu definieren. Das Projekt fokussiert dabei auf städtische Gemeingüter, worunter hier die Schaffung und Bewirtschaf­tung (materieller und immaterieller) kollektiver Ressourcen und Räume als Grundlage demo­kra­tischer Teilhabe verstanden wird. Dies bringt die Wortneuschöpfung commoning beziehungsweise ‚gemeinschaffen’ zum Ausdruck.
Ausgangspunkt der Ausstellung bildet ein Atlas, ein visuelles Archiv mit vielfältigen Fallbeispie­len aus Geschichte und Gegenwart. Der Atlas, der von ARCH+ in Zusammenarbeit mit der School of Architecture der Carnegie Mellon University erarbeitet wird, präsentiert zunächst 30 ausge­wählte Projekte des Gemeinschaffens. Diese werden im Zuge der Ausstellungstournee an verschie­denen Orten unter Mitwirkung lokaler Akteure ergänzt und bilden so als offenes Wissensarchiv eine wertvolle Dokumentation lokaler Grassroots-Projekte.
Der Atlas geht in eine vertiefte Untersuchung der drei thematischen Spannungsfelder Eigentum – Zugang, Produktion – Reproduktion sowie Recht – Solidarität über. Künstlerische Arbeiten eröffnen darüber hinaus weitere Zugänge zum Thema. Im Rahmen der Ausstellung erscheint eine Aus­gabe von ARCH+, die einen weitreichenden Einblick in wichtige theoretische Positionen und praktische Beispiele geben.
Mit Beiträgen von: Morehshin Allahyari & Daniel Rourke, Assemble & Granby Workshop
Auroville, DAAR Decolonizing Architecture Art Residency, Eureka, FATkoehl & Christian Burkhard, Florian Hertweck & Andrea Rumpf, Manuel Herz, Kotti & Co, Kuehn Malvezzi, Angelika Levi, La Maloca Tukano, NLÉ Architects, PlanBude, Prinzessinnengarten, Brandlhuber+ Christopher Roth, Urban Think Tank, WiLMA19, Samson Young
Der Atlas of Commoning enthält zudem Arbeiten von:  Atelier d’Architecture Autogérée, BARarchitekten, Campo de la Cebada, Silvia Carpaneto, Charles Fourier, Renée Gailhoustet, Go Hasegawa and Associates, ifau & Heide von Beckerrath, Luchtsingel, Müller Sigrist Architects, Frei Otto, Robert Owen, Refugee Accommodation and Solidarity Space City Plaza, ReGen Villages, Rural Urban Framework, Schneider Studer Primas, STEALTH.unlimited, Sungmisan Village, Zusammenarbeiter.


08. September bis 04. November 2018
Eröffnung: Freitag, den 07. September, ab 19 Uhr
Wir verrecken vor Lachen! – 50 Jahre Karikatürkei

Ein Projekt von Tunçay Kulaoglu und Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Idee und Konzept: Tunçay Kulaoglu
Kuratiert von Serkan Altunigne, Tunçay Kulaoglu und Jule Sievert

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und den Berliner Projektfonds kulturelle Bildung.
In Kooperation mit dem Maxim Gorki Theater und Young Arts Neukölln. Mit freundlicher Unterstützung von Berlintapete GmbH.

Die Ausstellung Wir verrecken vor Lachen! – 50 Jahre Karikatürkei rückt die politisch-gesellschaftliche Relevanz der Karikaturkunst in der Türkei von 1972 bis heute in den Fokus. Durch diesen zeitlichen Bogen wird die Traditionslinie der türkischen Satire nachvollziehbar. Zum einen in ästhetischer Hinsicht, schließlich lässt sich das grafische Konzept fast aller Satirezeitschriften in der heutigen Türkei auf die 1972 erstmalig erscheinende Zeitschrift Girgir zurückführen, die den Startschuss für ein massentaugliches Blatt gab. Zum anderen diente dessen legendäre vorletzte Seite mit Rubriken wie „Grünschnabel“ oder „Eier vorm Schlüpfen“  als Talentschmiede für den zeichnenden Nachwuchs, so dass die renommiertesten Karikaturist*innen der Gegenwart sich dort mit ihren ersten Arbeiten erproben konnten. Bis heute prägen diese Generationen die Karikaturkunst der Türkei. 
Auch auf inhaltlicher Ebene wird die gegenwärtige Karikaturkunst kontextualisiert, werden Kontinuitäten und thematische Entwicklungen aufgezeigt. In den Themenfeldern wie Sexualität, politischer Widerstand, feministische Perspektiven oder deutsch-türkische Arbeitsmigration wird die Satire in ihrem Facettenreichtum, ihrem enormen kreativen Potenzial erlebbar.

Damit lenkt die Ausstellung das Augenmerk auf ein dissidentes künstlerisches Feld, das im westlichen Bewusstsein wenig präsent ist. Karikaturkunst als kritisches Genre – und als Massenphänomen – findet in der gegenwärtigen Türkei-Berichterstattung kaum Raum. In der oft grell zugespitzten Nachrichtenrealität werden zumeist nur Arbeiten regimetreuer Zeichner*innen herangezogen, die etwa Angela Merkel als Hitler-Wiedergängerin oder in anderen Nazi-Zusammenhängen zeigen. Die Gefahr, in die sich widerständige Cartoonist*innen genau so wie andere Kulturschaffende und Oppositionelle begeben, bleibt dagegen überwiegend ausgeblendet. Ebenso das hierzulande völlig unbekannte breite Spektrum von radikalen ästhetischen Ansätzen zwischen Cartoon, Graphic Novel und Comic.

Die Ausstellung Wir verrecken vor Lachen! – 50 Jahre Karikatürkei mit ihrem umfangreichen Rahmenprogramm aus Künstler*innengesprächen, Performances, Stand Up, Workshop, Vorträgen u.a. soll weniger zum bloßen Anschauen und Ausstellen einladen als vielmehr zum Interagieren und Teilen des gemeinsamen Humors. Denn „Autorität bedarf zu ihrer Erhaltung und Sicherung des Respekts entweder vor der Person oder dem Amt. Ihr gefährlichster Gegner ist nicht Feindschaft, sondern Verachtung, und was sie am sichersten unterminiert, ist das Lachen.“ (Hannah Arendt) Die aktuellen Resonanzräume der Satire zeigen in ihrem zunehmend begrenzten Raum das gesellschaftlich-künstlerische Potential der Karikaturist*innen im Hinblick auf ihre politische Widerständigkeit auf und sollen sie stärken.

17. November 2018 – 13. Januar 2019
Eröffnung: Freitag, den 16. November, ab 19 Uhr
Pissing in a River. Again!
Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien initiiert von Andrea Pichl und Stephanie Kloss. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa: Präsentationsförderung Bildende Kunst, Ausstellungsfonds für Kommunale Galerien, Fonds für Ausstellungsvergütungen und aus dem Projektfonds Kulturelle Bildung – Fördersäule 3.
Patti Smiths Song „Pissing in a River - Watching it Rise“ (1976) steht metaphorisch für Widerstand und Rebellion. Lyrisch und leise verweist das Lied zunächst auf intensive Gefühle von Unsicherheit und Verletzung, welche die Musikerin durch einen provozierenden und selbstbestimmten Akt in Stärke und Kraft umwandelt. Dabei führt der Bruch mit gesellschaftlichen Konventionen im Lied zu einer Selbstermächtigung des lyrischen Ichs.
Im Rahmen des Ausstellungsprojektes Pissing in a River. Again! zeigen ca. 25 zeitgenössische Künstlerinnen verschiedener Generationen, dass Smiths Text auch heute nichts von seiner Energie und Aktualität verloren hat. In Videoprojektionen, Skulpturen, Malereien, Fotografien, Performances und Lesungen setzen sie sich auf unterschiedliche Weise mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinander. Vermeintlich männlich konnotierte Attribute wie Stärke, Unabhängigkeit und Entschlossenheit beanspruchen die Künstlerinnen des Projektes dabei thematisch für sich ganz im Sinne von Patti Smith.
Mal protestieren sie explizit gegen herrschende Konventionen, mal kritisieren sie subtil gegenwärtige Zustände oder machen ironisch auf gesellschaftliche Machtstrukturen aufmerksam.
Pissing in a River. Again! ist eine kritische künstlerische Auseinandersetzung-provozierend, humoristisch, laut und kraftvoll. 
Das Ausstellungsprojekt feiert die Diversität mit der zeitgenössische Künstlerinnen ihre Positionen intensiv und offensiv in einer immer noch männlich dominierten Kunstwelt platzieren oder ihr provokant entgegensetzen. Mit Hilfe einer Vielzahl von Methoden und Materialien loten sie die Regeln von Freiheit, Rebellion und Selbstbestimmtheit aus.
Beteiligte Künstler*innen: Caroline Achaintre, Yael Bartana, Caro Bittermann, Susanne Bürner, Natalie Czech, Tatjana Doll, Valerie Favre, Berta Fischer, Laura Horelli, Nadira Husain, Anne-Mie van Kerkhoven, Stephanie Kloss, Folke Köbberling, Julia Lazarus, Hanne Lippard, Sarah Lüttchen, Inge Mahn, Andrea Pichl, Laure Prouvost, Sabine Reinfeld, Farzaneh Rosta, Celine Struger, Barbara Trautmann, Raphaela Vogel, Ina Weber, Ruth Wolf-Rehfeldt u.a.

Stand: 28.02.2018