Jahresprogramm 2010
30. Januar bis 7. März 2010
Eröffnung: Freitag, 29. Januar, ab 19 Uhr
Derridas Katze... que donc je suis (à suivre)
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien konzipiert von Alice
Goudsmit in Zusammenarbeit mit Barbara Buchmaier
Die Ausstellung Derridas Katze beschäftigt sich mit dem Verhältnis
zwischen Mensch und Tier. Grundlage bildet die Annahme einer Interdependenz
zwischen Mensch und Tier, welche sich – aus der Sicht des Menschen
– nicht ausschliesslich utilitaristisch begründen, und in Sprache
oder wissenschaftlichen Modellen alleine festhalten lässt. Anhand von
24 künstlerischen Positionen und Projekten wirft die Ausstellung Derridas
Katze, einen kritischen Blick auf den etablierten Narzissmus des Menschen
und dessen begriffliche Wurzeln.
KünstlerInnen: Carla Åhlander, China Åhlander, Gehrd Grothusen,
Ethan Hayes-Chute, Sylvia Henrich, Herorats, Ingvild Hovland Kaldal, Ane
Lan, Lotte Konow Lund, Tea Mäkipää, Ulrike Mohr, Susanne
Nissen, Yuka Oyama & Becky Yee, Juan Pancorbo, Lucy Powell, Petri Raappana,
Peter Nansen Scherfig, Louise Schrader, Nino Sekhniashvili, Starship (Ariane
Müller & Martin Ebner), Lisa Strömbeck, Eve K. Tremblay, Gernot
Wieland
20. März bis 9. Mai 2010
Eröffnung: Freitag, den 19. März, ab 19 Uhr
ICH WEISS WAS DU NICHT SIEHST
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von CAPRI Berlin
und Thore Krietemeyer
Eine künstlerische Aussage ist immer Angebot und Verweigerung zugleich:
Etwas wird gezeigt und vieles wird verschwiegen. Das Wiedererkennen und
Verstehen ist nur ein Teil der Rezeption eines Kunstwerkes, und vielleicht
sind es gerade die nicht begreifbaren Elemente, nach denen der Betrachter
sucht. Ähnlich vollzieht sich die Produktion eines Werkes als ein widersprüchlicher
Prozess künstlerischer Selbstverortung, als ein Akt der Identifizierung,
der immer auch von Missverständnissen begleitet ist. Der Titel der
Ausstellung verweist auf die absurden Momente und den dialogischen Charakter
jeder Identitätsfindung. ICH WEISS WAS DU NICHT SIEHST stellt Positionen
vor, die sich mit Vorbildern, Klischees und der eigenen Perspektive auseinandersetzen.
KünstlerInnen: Gert Bendel, Ina Bierstedt, Bettina Carl, Daniela Comani,
Ben Cottrell, Meike Dölp, Rabea Eipperle, Philipp Fürhofer, Rabi
Georges, Anna Gollwitzer, Geka Heinke, Irène Hug, Sofia Hultén,
Iris Kettner, Andreas Koch, Nikolaus List, Alena Meier, Thomas Ravens, Angie
Reed, Corinna Schnitt, Asli Sungu
Auf dem Mariannenplatz:
2. Mai bis 16. Mai 2010
setup 02.05., öffentliche Arbeitsphase 03.05. – 16.05
Präsentationswochenende: Samstag / Sonntag 15. + 16.05.
The Knot – Linking the existing with the imaginary
Ein Projekt von Markus Bader (raumlabor), Oliver Baurhenn (General Public),
Kuba Szreder und Raluca Voinea (e-cart.ro) in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum
Kreuzberg/Bethanien. Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Berlin und
EU-Kulturprogramm 2007-2013.
Das Projekt the KNOT sucht auf künstlerische Art neue Imaginationen
zukünftiger Möglichkeiten von öffentlichen Räumen. THE
KNOT ist eine Programmplattform für ein Team von Kuratoren, die gemeinsam
mit eingeladenen Künstlern und Theoretikern Fragen über den öffentlichen
Raum, Kunst im öffentlichen Raum und die Stadt sowie über neue
Arbeitsweisen in einer globalisierten Welt untersuchen. Mittel dazu sind
künstlerische Interventionen, Recherchen, Diskussionen und Vorträge.
Handlungsbasis ist eine speziell entwickelte transformierbare mobile Einheit,
die als Produktions- und Veranstaltungsort genutzt wird. Nach dem Mariannenplatz
reist the KNOT weiter nach Tempelhof, Warschau und Bukarest.
22. Mai bis 08. August 2010
Eröffnung: Freitag, den 21. Mai, ab 19 Uhr
LOCATE ME
Eine Ausstellung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien konzipiert von Florina
Limberg, Eva Alexandra Stueben und Daniela Walz
„Locate Me“ ist ein Funktionsbefehl, dem immer eine Frage vorausgeht:
nämlich die, nach dem Standort und dem eigenen Standpunkt. Die Verortung
des Ichs im urbanen Raum erfährt durch mobile Mediennutzung –
durch GPS und den damit verknüpften Web 2.0-Angeboten – neue
Aufmerksamkeit. Suchanfragen und Interaktionen im Netz lassen dabei eine
virtuelle Oberfläche der Stadt entstehen, die neue Strategien der Raumerschließung
provoziert. Die Ausstellung „Locate Me“ untersucht die Auswirkung
neuer Kommunikationstechnologien auf tradierte Raumkonzepte. Sie ist ein
Erfahrungsbericht junger zeitgenössischer KünstlerInnen über
die digitale Stadt.
28. August bis 10. Oktober 2010
Eröffnung: Freitag, den 27. August, ab 19 Uhr
Transient Spaces – The Tourist Syndrome
Ein Projekt von uqbar, Berlin, Initiiert von Marina Sorbello and Antje Weitzel
in Kooperation mit Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. und Kunstraum
Kreuzberg/Bethanien, Berlin; E-M Arts, Neapel; ICCA/CIAC, Bukarest; Meno
Parkas, Kaunas. Finanziert mit Unterstüzung der Europäischen Kommission,
Programm Kultur, und Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Partner in
Berlin: Italienisches Kultursinstitut Berlin.
Nicht zuletzt durch die Erweiterungen der EU in den letzten Jahren bewegen
sich mehr und mehr EU-Bürger quer über den Kontinent zum Teil
als MigrantInnen, zum Teil als TouristInnen oder beides. Ziel des Projektes
ist es, herauszuarbeiten wie die verschiedenen Wanderbewegungen zusammenhängen
und sich wechselseitig bedingen. Das Projekt umfasst Workshops, Seminare,
Vorträge und Kunstausstellungen in Italien, Litauen, Rumänien
und Deutschland. Die Berliner Ausstellung, die parallel in der NGBK (Oranienstr.
25, 10999 Berlin) und im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien stattfindet und das
zweijährige Projekt abschließt, bietet anhand von künstlerischen
Arbeiten einen vielschichtigen Einblick in die Thematiken.
KünstlerInnen: Ursula Biemann (CH), Sandra Hetzl (DE), Emmanuel Licha
(CDN/F), Ives Maes (B), Eleonore de Montesquiou (F/EST), Timothy Moore (AUS/NL)
& Isa Andreu (E/NL), Joanne Richardson (RO/US) & David Rych (A),
Frederico Baronello (IT), Bettina Hutschek (D), Ergenio Tibaldi (IT), Oraib
Toukan (Jord/US) u.a.
23. Oktober bis 28. November 2010
Eröffnung: Freitag, den 22. Oktober, ab 19 Uhr
POSITIONEN – GEDOK Berlin 1960-2010
Eine Ausstellung der GEDOK Berlin mit Mitteln der Senatskanzlei Kulturelle
Angelegenheiten, kuratiert von Birgit Möckel
1960 jährt sich die Neugründung der GEDOK Berlin zum 50. Mal.
Die Geschichte der Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnen
und Kunstförderer e.V. reicht zurück bis 1926, als dieser europaweit
einzige interdisziplinäre Künstlerinnenverband von der jüdischen
Mäzenin Ida Dehmel ins Leben gerufen wurde. Ausgewählte Positionen
aus den Bereichen Bildende und Angewandte Kunst, Musik, Literatur und Tanz
zeigen sparten- und generationenübergreifend 50 Jahre Kunst von Frauen
in Berlin.
11. Dezember 2010 bis 13. Februar 2011
Eröffnung: Freitag, den 10. Dezember, ab 19 Uhr
iD – indonesian Contemporary Art
Ein Projekt von Nya Luong und J.C. Lanca gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds
ID - Indonesian Contemporary Art ist eine Ausstellung mit 11 internationalen
Positionen. Der Leitfaden ist das vielfältig denkbare Buchstabenpaar
ID, mit seinen verschiedenen Interpretationsebenen. Thematische Schwerpunkte
hierbei sind: nationale, individuelle und kollektive Identitäten sowie
deren Entgrenzungen. Im Spannungsfeld dieser Topoi stehen viele Diskurse,
die den Wandel und die Funktionsweise unserer Welt zum Ausdruck bringen.
ID steht als Kürzel für Identität und Indonesien. In deutscher
Aussprache ist es nicht unterscheidbar vom Einfall, der Idee. Jedem Kunstwerk
liegt eine Idee zu Grunde, jedes spiegelt die Identität(en) des Künstlers
/ der Künstlerin wider.
Künstler_innen: Sally Moira Busse, Setu Legi, Yudi Noor, Sara Nuytemans
& Arya Pandjalu, Rebecca Raue, Nadin Reschke, Prilla Tania, Rizki Resa
Utama, Jorinde Voigt, Forum Lenteng [Künstler_innenkollektiv], Ruang
MES 56 [Künstlerkollektiv].
Vorschau 2011:
Februar - April 2011
Mothering, Domestic and Private. Dimensionen der sozialen Reproduktion
im Neoliberalismus.
Ein Ausstellungsprojekt von Felicita Reuschling gefördert durch den
Hauptstadtkulturfonds.
Mutterschaft und das Bild von Fürsorglichkeit ist im Neoliberalismus
zu einem Knotenpunkt vieler politischer Diskussionen geworden, die in Verbindung
mit den gegenwärtigen Umbrüchen in der Organisation von Biopolitik
und sozialer Reproduktion stehen. Die Ausstellung versteht sich als Teil
eines feministischen Diskussionsprozesses, der sowohl die Dilemmata der
berufstätigen Mutter ins Auge fasst als auch die Verbreitung von lohnförmiger
Care work als moderne weibliche Arbeitsmigration thematisiert.
Jahresübergreifende Projekte:
Projektraum 1:
Parallel finden auch 2010 weitere Ausstellungen und Projekte in Kooperation
mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien im sog. Projektraum 1 statt wie z.B.
„Backjumps, Volume4“, „Mart-Stam-Förderpreis“
u.a...
Offensive Kulturelle Bildung
Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien wird auch in 2010 seine beiden Schulpatenschaften
mit der Fichtelgebirge Grundschule und der Kurt-Löwenstein-Hauptschule
weiterführen und projektbegleitend im Kunstraum und in den Schulen
selbst Aktivitäten der kulturellen Bildung entwickeln, durchführen
und präsentieren. Beide Patenschaften werden parallel durch ein Sonderprojekt
der PWC-Stiftung und der Offensive Kulturelle Bildung/Kulturprojekte in
Berlin begleitet und befördert.
Insbesondere soll weiterhin der den Ausstellungsräumen des Kunstraumes
vorgelagerter Raum im Bethanien – der sog. „Raum der Patenschaften“
– für Ausstellungen und Projekte der Partnerschule und für
Aktivitäten der Kulturellen Bildung genutzt werden.
Das Programm des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien wird unterstütz durch
Eidotech
Stand: 04.02.2010