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Jahresprogramm 2012

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bis 15. Januar 2012
Let the Rythm Hit 'Em
Eine Ausstellung initiiert und realisiert von Matthias Mayer in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, gefördert von der Kulturverwaltung des Landes Berlin. Mit freundlicher Unterstützung des Institut Français Berlin, des Office for Contemporary Art Norway OCA, von Thomann, Cine-plus, boesner, PAM/events Veranstaltungstechnik und dem Theaterhaus Mitte
Wie sehr sind bildende KünstlerInnen beeinflusst von aktueller Musik oder wie verbunden sind Musiker mit visueller Gestaltung? Im Jahr 1990 erschien das Album „Let the Rhythm Hit 'Em“ des Hip-Hop-Duos Eric B & Rakim mit gleichnamigem Titelsong. Die Ausstellung setzt den Songtitel von Eric B & Rakim (Übersetzung: „Lass sie den Rhythmus spüren“) sprichwörtlich in Bezug zur bildenden Kunst – auf das Leben der Künstler und ihre Arbeiten.
Initiator Matthias Mayer hat die Ausstellung zusammengestellt mit Werken von WegbegleiterInnen und wichtigen ProtagonistInnen, deren Arbeiten im Grenzbereich zwischen Musik und bildender Kunst changieren.
Bei der Perfomance scheinen sich Musik und visuelle Gestaltung am unmittelbarsten miteinander zu verbinden bzw. auszutauschen. Funktioniert Musik ohne Live-Performance? Wie funktioniert Performance ohne Musik? Wie sind Bild und Ton miteinander in Beziehung gesetzt? Neben dem „Partyloader-Performancestage“ im Kunstraum Kreuzberg wird das Performance-programm in einer Kooperation mit WestGermany/Büro für postpostmoderne Kommunikation fortgesetzt.

KünstlerInnen: Oni Ayhun/Mar Ritt, David Blandy, Matthew Burbidge/Sonja Ostermann, Diego Castro, Sophie Clements, Die Tödliche Doris, Jérôme Chazeix, Jan Christensen/Anders Fjøsne/Marcel Dickhage, Frederik Foert, Ingo Gerken/Matthias Meyer, Hellmut Hattler, Max Hattler, Eno Henze, annette hollywood, Hervé Humbert/Michael Dillon/Manuel Poletti, Patrick Jambon, Jakob Jensen, Uwe Jonas, Khan, Franziska Lantz, Julia Lazarus, Arto Lindsay, Matthias Mayer, Noriko Okaku, Kirsten Palz/Jens Christian Madsen/Jeroen Jacobs, Daniel Permanetter, Katrin Plavcak/Johanna Kirsch/Rudi Fischerlehner, Reto Pulfer, Egill Sæbjörnsson, Scanner, Marc Schamuthe, Theodor Storm, Veronika Schumacher, Michael Witte, Ina Wudtke

Begleitprogramm:
Sonntag, 15.01.2012, Finissage Kunstraum Kreuzberg/Bethanien ab 19.00 Uhr: Perfomances, DJ: Patrick Jambon „hot air“, Franziska Lantz „This drum beats“, Reto Pulfer „Geschichten mit der elektrischen Gitarre“, Sporty Jack „The Planet Funk“


28. Januar bis 19. Februar 2012
Eröffnung: Freitag, den 27. Januar 2012, ab 19 Uhr
CTM 12 – Spectral. Festival for Adventurous Music and Related Arts
Programm im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien: Ghosts Off The Shelf – Ausstellung kuratiert von Thibault de Ruyter & The Crystal World Open Laboratory von Martin Howse, Jonathan Kemp und Ryan Jordan
Ausstellungsprojekte von „DISK – Initiative Bild & Ton“ gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Zum wiederholten Mal gastiert Berlins experimentierfreudiges Musik- und Kunstfestival CTM mit seinem Ausstellungsprogramm im Kunstraum Kreuzberg / Bethanien. Mit seiner Ausgabe 2012 widmet sich das Festival mit dem Thema SPECTRAL der gegenwärtigen Konjunktur des Geisterhaften, Mysteriösen und Dunklen in experimenteller Musik, Avant-Pop und Kunst.
Aus diesem Anlaß präsentiert das Festival im Kunstraum Kreuzberg / Bethanien die Ausstellung Ghosts Off The Shelf des Kurators und Kunstkritikers Thibaut de Ruyter sowie das Projekt Crystal World Open Laboratory von Martin Howse, Jonathan Kemp und Ryan Jordan.
Im Projektraum des Kunstraum Kreuzberg / Bethanien sind Installationen und Arbeiten von AUDiNT, Chris Salter, Anke Eckardt, Felix Kubin, Ursula Bogner und Laura López Paniagua zu erleben.
Als Satelliten zum Programm im Kunstraum zeigt der Berliner Künstler Nik Nowak vom 27. Januar bis 5. Februar sein Objekt Panzer im Lokdock neben dem Berghain sowie „Das Geschehen“, eine Gemeinschaftsarbeit mit Moritz Stumm im Berghain.
Neben dem Programm in Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien präsentiert das CTM.12-Festival vom 30. Januar bis 5. Februar ein umfangreiches Musikprogramm an den Spielorten HAU, Berghain, Passionskirche, Gretchen, Kater Holzig, Horst Krzbrg, .HBC. und, in Zusammenarbeit mit der transmediale, im Haus der Kulturen der Welt. Ein in Zusammenarbeit mit dem Philosophen, Psychohistoriker und Autor Andreas L. Hofbauer entwickeltes Diskursprogramm wird den Fragen des Themas zwischen Kunst, Theorie und Musik nachgehen.
Die Ausstellung Ghosts Off The Shelf des Kunstkritikers und Kurators Thibaut de Ruyter im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien beschäftigt sich mit dem Verschwinden analoger Videoformate und der gegenwärtigen Renaissance der ihnen eigenen Ästhetik. Wir alle besitzen ein paar altmodische Bänder, können aber oft nicht mehr sehen (und wissen), was sich darauf befindet. Die Teilnehmer der Ausstellung sind bildende Künstler, die in den vergangenen Dekaden Videoarbeiten produziert haben. Sie wurden von Thibaut de Ruyter gebeten, ihm einen „Geist“ zu übergeben, ein Werk, welches nur noch in ihrem Gedächtnis existiert, durch die Präsentation in der Ausstellung jedoch eine neue Daseinsform finden wird. Es geht hierbei sowohl um eine spezifische Ästhetik als auch um das Verschwinden persönlicher Erinnerungen und Daten, die durch technischen Fortschritt bald nicht mehr existieren werden. Ghosts Off The Shelf stellt Fragen nach dem Umgang mit den exponentiell anwachsenden Kapazitäten technischer Archive und ihren „Geistermedien“. Teilnehmende Künstler sind u.a. Yokna Patofa, Joep van Liefland, Valérie Favre. http://ghosts.ctm-festival.de (aktiv zur Ausstellungseröffnung)
The Crystal World Open Laboratory von Martin Howse, Jonathan Kemp und Ryan Jordan, in dem die Künstler mit Teilnehmern in einem Workshop zusammenarbeiten, wendet sich gegen den dystopischen Ausblick totaler Transparenz und Determination durch die vollständige digitale Ausleuchtung, Erfassung, Speicherung und Steuerung biologischer und physikalischer Prozesse. Ziel dieses künstlerischen Forschungsprojektes im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, dessen Arbeitsprozesse von den Ausstellungsbesuchern jederzeit mitverfolgt werden können, ist es, die geschlossene Umwelt digitaler Kalkulationen durch gewaltsame De-Kristallisation zu durchbrechen, um mittels experimenteller Re-Kristallisationen psychophysische Verfälschungen und Ungewissheiten in die kristallin-digitalen Zyklen zu ätzen. In einem ersten Schritt sollen die Basismaterialien digitaler Geräte (Gold, Silber, Palladium, Silizium etc.) durch physikalisch-chemische Verfahren zurückgewonnen werden. Dabei werden die oft gefährlichen Prozesse der Wiedergewinnung seltener Rohstoffe aus den Müllkreisläufen nachvollzogen, wie sie Enteignete in allen Teilen der Welt aus Gründen des Überlebens praktizieren müssen. In einem zweiten Schritt werden aus den gewonnenen Rohstoffen neue elektrochemische Versuchsanordnungen konstruiert, in denen chaotische Materialprozesse zum Tragen kommen. Am Ende des Workshopzeitraumes werden die Ergebnisse in einer Mischung aus Präsentation und Performance vorgeführt. Danach verbleiben das Setting, die Materialien und die erstellten Artefakte in der Ausstellung.
Im Rahmen des Projektes The Crystal World Open Laboratory zeigt Ralf Baecker zudem seine Installation „Irrational Computing“. Die Installation ist eine künstlerische Prüfung von Material, Ästhetik und Potential digitaler Prozesse. Die Installation basiert auf Halbleiterkristallen, den Rohstoffen der Informationstechnologie, und bildet durch gezielte Materialmanipulationen eine digitale Signalverarbeitungsmaschine, die an der Trennlinie zwischen Ordnung und Chaos operiert. „Irrational Computing“ verstärkt das Mystische und Magische dieser Materialien, die der Kern unserer uns umgebenden Technologien sind. http://crystal.xxn.org.uk www.no-surprises.de


3. März bis 15. April 2012
Eröffnung: Freitag, den 2. März 2012, ab 19 Uhr
In anderen Worten. Der Schwarzmarkt der Übersetzungen – mit zeitgenössischen Kulturen handeln
Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von Paz Guevara und Elena Agudio
IN DEN WORTEN DES ANDEREN. Der Schwarzmarkt der Übersetzungen – mit zeitgenössischen Kulturen handeln lautet der Titel einer Kunstausstellung, die die Vorgänge des Übersetzens - Lesen, Verstehen, Interpretieren und Neuschreiben - als eine kulturelle Strategie versteht, um Brücken zu anderen Kulturen zu schlagen. Die Ausstellung stellt das Geschäft mit dem Fremden und dem Andersartigen aus. Eingeladen sind Künstler, die die Sprache des Anderen erforschen und dabei zwischen den Kulturen arbeiten, in sie eindringen und schließlich inkorporieren und in die eigene Sprache einschmuggeln.
Jenseits der aktuellen passiven Co-Existenz des Multikulturalismus ist es notwendig, einen spürbaren Austausch zwischen den Kulturen zu organisieren, um zum Stadium des Übersetzens zu gelangen. In einer Art Schwarzmarkt wird die Ausstellung die Handlungen der kulturellen Transaktionen, des Transfers und des Übersetzens dieser Kulturökonomie des Dazwischen zeitlich begrenzt enthüllen. Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob eine Übersetzung die Unterschiede der Sprachen, Identitäten und Kulturen wieder zusammenführen kann. Vorgeschlagen wird eine Form der „kulturellen Übersetzung, die ein Konzept für künftige Kooperation und Verhandlung zwischen zeitgenössischen Kulturen sein könnte.
Die Künstler loten vier Sphären, die in den vier Abteilungen der Ausstellung thematisiert werden, der Handlungsfelder zeitgenössischer Übersetzung aus: eine kritische Analyse globaler Operationen des Englischen oder der regional dominanten Sprache einer Nutzergemeinschaft, eine Produktion neuer Sprache und Übersetzungen, die die Imaginationskraft und Identität des Anderen aufdecken und drittens die Errettung und Wiederherstellung vergessener Sprachen und Kulturen, indem sie ihnen das Recht auf Gegenwart geben und die Nachforschung auf Modalitäten den verschiedenen Prozessen von Umarbeitung und Decodierung und die Überführung als interkulturellen Experimenten.

KünstlerInnen: Adel Abidin, Marwa Arsanios, Kader Attia, Julien Audebert, Elena Bellantoni, Emilio Chapela Pérez, Cherimus, Julian D´Angiolillo, Detanico and Lain, Braco Dimitrijevic, Mounir Fatmi, Ofir Feldman, Graciela Guerrero, Christoph Keller, Moridka Kitenge Banza, Daniel Knorr, Takehito Koganezawa, Oliver Laric, Karl Larsson, Adrian Lohmüller, Miguel Monroy, Moridja Kitenge Banza, Timo Nasseri, Miguel Monroy, Nana Oforiatta Ayim, Timea Oravecz, Soledad Pinto, Rosàngela Rennò, Gabriel Rossell Santillàn/Nin Nowak, Sona Safaei-Dooreh, Mariateresa Sartori, Demian Schopf, Lorenzo Scotto di Luzio, Paolo W. Tamburella, Michael Theodosiadis, Yoel Diaz Vazquez, Humberto Vélez, Luca Vitone, James Webb, Dilek Winchester


28. April bis 17. Juni 2012
Eröffnung: Freitag, den 27. April 2012, ab 19 Uhr
reKOLLEKT. A Retrospective of Perspectives from Selected Eclected – 9 Jahre PARTY ARTY : Kunst im Leben – Leben in Kunst
Anlässlich des 9ten Jubiläums der Reihe PARTY ARTY stellt der Kunstraum Kreuzberg /Bethanien eine breite Auswahl derjenigen KünstlerInnen aus, die in den neun Jahren die Klubnächte mit ihren Arbeiten veredelt haben.
Seit neun Jahren vereint die Klubreihe PARTY ARTY bildende Künste, Musik und Bühnenliteratur in rauschenden Festen. Bei der Kuration interessiert dabei nie, ob die KünstlerInnen aus dem Urban Art Kontext stammen oder einen akademischen Hintergrund haben, die DJs und Bands HipHop oder Elektro spielen und die Wort-Artisten Poetry oder Short Stories vortragen: „Kunst kommt zuallererst von Haltung!“, postuliert der PARTY ARTY Diktator Yaneq dogmatisch. „Kunst ist
keine Demokratie. Kunst ist eine Diktatur und ich bin hier Diktator!“ So lädt er ein, wer ihm gefällt.
„Kunst im Leben – Leben in Kunst“ - so der Untertitel der Schau – beseelt die Räume des Kunstraum Kreuzberg / Bethaniens aber nicht allein mit bildender Kunst; die Musiker und DJs der Party Arty Army (so der Name des Kollektivs all derer, die jemals etwas zur PA beigetragen haben) werden während der Ausstellungsdauer immer wieder Konzerte geben, Sessions spielen, es werden neben einer großen Spoken Word-Veranstaltung zur Langen Buchnacht, mehrere Lesungen und
Performances aufgeführt, Filmabende installiert und weiterer Inhalt injiziert.
Dem Anspruch folgend in Kunst zu leben und Leben in die Kunst zu bringen, werden zwei der Ausstellungsräume des Kunstraum Kreuzberg / Bethaniens zu einem Doppelgänger von Yaneqs Wohnung umgebaut, um so seiner Sammlung eine eigene Bühne zu geben. Diese Sammlung, viel eher ein Konglomerat unterschiedlicher künstlerischer Arbeiten, dem Diktator im Laufe der Jahre von den KünstlerInnen vermacht, ist das Substrat aus neun Jahren kuratorischer Praxis – und damit
wichtiger Bezugspunkt.
Yaneq und die Videokünstlerin Anina Brisolla werden für die Ausstellungsdauer von sieben Wochen in dieser Wohnung wohnen und arbeiten. So bringen sie das tatsächliche Leben in die Ausstellung, die sich erst aus der Vereinigung von Kunst und Leben ergeben hat.
Ein weiterer Raum ist für das Party Arty Stipendiaty reserviert: Ein 24 Stunden-Stipendium für internationale KünstlerInnen, das neben der Residenz in der Ausstellung, die Möglichkeit schafft, eben diesen Raum zu gestalten. JedeR kann sich bewerben. Die Stipendiaten übergeben sich in
einem öffentlichen Ritual täglich um 17 Uhr den Schlüssel zum Raum. Angefangen in Friedrichshains kleinem, feinem Klub Lovelite hat PARTY ARTY eine Reise über
den Keller des Festsaal Kreuzbergs, den Club 103, diverse Offlocations bis hin zur Ritter Butzke gemacht und ist zu einer festen Größe im Berliner Nachtleben geworden. Arbeiten von knapp 100 zeitgenössischen KünstlerInnen wurden gezeigt, ebenso viele DJs und Bands spielten auf und knapp 50 Poeten griffen sich das Mikrofon. Die taz attestierte gar „Kultstatus“ und die Berliner Zeitung schrieb der Reihe „Pionierarbeit“ in Sachen Klub und Kunst zu.
PARTY ARTY wird 9 Jahre alt. Was soll man das Zehnjährige feiern, wenn man Zahlenmystiker ist? Die 10 ist nur eine 1 und eine 0, binär und somit rein faktische Information. Die 9 hingegen ist magisch, perfekt und rund und kommt immer bei sich selber an: 9 mal 9 ist 81, Quersumme 9. 9 plus 9 ist 18, 3 mal 9 ist 27 und so weiter. – deswegen wird die große Retrospektive im Kunstraum Kreuzberg / Bethanien auch bereits dieses Jahr organisiert. Es werden aktuelle Arbeiten vieler
derjenigen KünstlerInnen gezeigt, die Teil der PARTY ARTY Saga geworden sind und eine umfangreiche Videodokumentation der PARTY ARTY Aktionen und Inhalte präsentiert.

KünstlerInnen: 44 Flavours, Jim Avignon,Christian Awe, Becker Schmitz, Marc Bijl, Shan Blume, Madeleine Boschan, Anina Brisolla, Laura Bruce, Johannes Buss, Chérie, Il-Jin „Atem“ Choi, DAG, Brad Downey, Emess, East Eric, Lukas Feireiss, Heiner Franzen, Martin Frese, Gogoplata, Maike Gräf, Amelie Grözinger, Philip Grözinger, Niels Grugel, Eliot M. Henning, Marc Jung, Just, Christiane Klatt, Klub 7, Kim Köster, Jereon Kramer, Dirk Krecker, Christoph Krönke, Dirk Lange, Maja Linke, Chris Logan, Daniel Man, Nathan Menglesis, Nomad, Manfred Peckl, Poet & Arunski, Ziska Riemann, Stefan Rink, Benja Sachau, Marcus Sendlinger, Stohead, Superblast, Anton Unai, Various & Gould, Heiko Zahlmann


30. Juni bis bis 19. August 2012
Eröffnung: Freitag, den 29. Juni 2012, ab 19 Uhr
Reise nach Jerusalem. 10 Künstlerische Positionen zu Religion, Tradition und Tabu.
Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von Stéphane Bauer
Den Ausgangspunkt der Ausstellung „Reise nach Jerusalem“ bildet die Beschäftigung der 10 eingeladenen KünstlerInnen mit der Rolle von Religion und Tradition für ihre Kunstproduktion. Allen hier in Berlin lebenden KünstlerInnen ist eine jeweils sehr persönliche Auseinandersetzung mit Religiosität gemeinsam. Die Ausstellung vereint KünstlerInnen, die sich mit den drei wichtigsten monotheistischen Religionen beschäftigen bzw. von diesen geprägt worden sind: Islam, Judentum und Christentum. Es entsteht ein interreligiöser Dialog, der sowohl von der Konflikthaftigkeit als auch vom Zusammenleben der Religionen zeugt.
Die rund 80 gezeigten Arbeiten (Fotografien, Malerei, Video und Installationen) setzen sich mit der Ästhetik von Religion auseinander. Hierbei werden bewusst kunsthistorische Bezüge hergestellt, um diese jedoch als individuelle Erfahrung zu reflektieren. Religion erscheint vielfach als Bürde, die jeder mit sich trägt. Zugleich wird in den Arbeiten eine Faszination sichtbar, die von den Gesten und Bewegungen ritueller Handlungen ausgeht.
Der Titel der Ausstellung rekurriert auf die Stadt Jerusalem als Verbindungsglied der drei großen monotheistischen Religionen: In Ostjerusalem liegen einige der heiligsten Stätten von Judentum, Christentum und Islam, darunter die Klagemauer (die Westmauer des Tempels), der Tempelberg mit dem Felsendom und der al-Aqsa-Moschee, und die Grabeskirche.
Tatsächlich wird auch im Dezember 2012 die Ausstellung in Anwesenheit der KünstlerInnen im Jerusalem Artists’ House eröffnet werden.
Damit und in ihrer Zusammenstellung muss die Ausstellung selbstverständlich vor der Folie des Nahostkonflikts betrachtet werden – auch wenn sich keine der gezeigten Arbeiten direkt auf den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern bezieht.

KünstlerInnen: Trudy Dahan (*1985, IL), Nezaket Ekici (*1970, D/TR), Pavel Feinstein (*1960, RUS), Zohar Fraiman (*1987, IL), Rabi Georges (*1981, D/SYR), Stevie Hanley (*1983, USA), Ervil Jovkovic (*1975, D/HR), Yury Kharchenko (*1986, RUS), Iwajla Klinke (*1976, D), Benyamin Reich (*1976, IL)


22. bis 24. August 2012
reSource for transmedial culture
reSource ist eine Initiative des transmediale – Festival für digitale Kunst und Kultur Berlin, in deren Rahmen in Zusammenarbeit mit CTM/DISK GbR und dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien nach neuen Partnern für das Jahr 2012 gesucht wird.
reSource for transmedial culture ist ein neues Konzept für verschiedene über das Jahr hinweg stattfindende Projekte in Berlin, die in direktem Bezug zum transmediale Festival stehen. Es stellt eine Initiative dar, deren fortlaufende Aktivitäten und Events eine maßgebliche Programmpräsenz an den jährlichen Festivals annehmen soll. Ziel von reSource ist es, als vermittelndes Glied zwischen Kulturproduktion im Rahmen von Kunstfestivals und gemeinschaftlichen Netzwerken im Bereich von Kunst, Technologie, Hacktivism und Politik zu agieren, indem es unter seiner Schirmherrschaft die Zusammenarbeit und das Teilen von Ressourcen und Wissen innerhalb der lokalen und internationalen Community aus Kunst und digitaler Kultur sowie dem transmediale Festival Berlin erleichtern soll.


01. September bis 28. Oktober 2012
Eröffnung: Freitag, den 31. August 2012, ab 19 Uhr
Hungry City. Landwirtschaft in der zeitgenössischen Kunst
Ein Ausstellungsprojekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von Anne Kersten in Zusammenarbeit mit Stéphane Bauer gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds
Kaum ein Thema schafft derzeit eine stärkere Verbindung zwischen Gesellschaft und Kunst als Essen und Ernährung. Neue urbane Gärten präsentieren sich in Ausstellungen und auf philosophischen Symposien, Künstler werden zu Gärtnern bzw. Bauern und Köche zu Künstlern. Kaum ein Thema eint dabei so viele scheinbar gegenläufige Umgangsformen und Tendenzen. Traditionelle Konzepte und Methoden wie der bäuerliche Kleinbetrieb und der Anbau alter Obstsorten als auch utopische Projekte, wie innerstädtische Großfarmen werden parallel diskutiert. Slow Food, eine Vereinigung von Menschen, die sich für qualitätvolles, traditionell hergestelltes Essen einsetzt, vermehrt seine Anhängerschaft seit Jahren stetig während sich manch ein Bewohner einer US-amerikanischen Großstadt in sogenannten Fooddeserts nur den Discounter herbei sehnt. Diese differenten sozialen Entwicklungen finden seit geraumer Zeit auch Niederschlag in der Kunst
Die internationale Gruppenausstellung Hungry City folgt der Debatte in verschiedene Richtungen und versammelt dafür künstlerische Arbeiten, die auf ganz unterschiedliche Aspekte von Nahrungsmittelproduktion und -versorgung eingehen. Aktuelle Werke werden ergänzt durch Arbeiten renommierter Künstler/innen der 1970er und 1980er Jahre, die darlegen, dass das Thema in der Kunst bereits in vergangenen Jahrzehnten virulent war. Aktuell verdeutlichen neue Kunstgattungen wie die Rural Art und Projekte urbaner Landwirtschaft die Brisanz der Thematik und verweisen auf Veränderungen in stereotypen Zuschreibungen von städtischem und ländlichem Raum. Nach kulturtheoretischen Ausstellungen über das Essen und groß angelegten Projekten zu nachhaltigem Leben, bietet die Ausstellung Hungry City erstmalig einen Überblick in Deutschland zu landwirtschaftlichen Aspekten in der Kunst von 1960 bis heute.
Ein Schwerpunkt des Projektes ist dem Verhältnis von Stadt und Land und seinen Wechselwirkungen gewidmet. Bewegungen zwischen den Polen spielen in vielerlei Hinsicht eine Rolle. Das betrifft den Austausch zwischen Lebensmittelproduzenten und -konsumenten ebenso wie die Veränderungen der Konsistenz oder des Aggregatzustand beim Zubereiten von Speisen. Aber auch die Wege, die gemacht werden um Lebensmittel zu transportieren – von Kontinent zu Kontinent, vom Land in die Stadt oder von der Küche zum Hungrigen.
Das Begleitprogramm zur Ausstellung Hungry City im Kunstraum Kreuzberg möchte die Verbindung zwischen Stadt und Land stärken, Orte von Nahrungsmittelproduktion hier und dort besuchen. Von einem städtischen Kulturort aus soll mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen der Blick und Weg ins nahe und ferne Umland gefunden werden. Integraler Bestandteil des Begleitprogramms werden Vorträge, Spaziergänge, Exkursionen, Gespräche und Angebote der kulinarischen und kulturellen Bildung.

KünstlerInnen: Agnes Denes (USA), Letitia El Halli Obeid (ARG), Amy Franceschini (USA), Fernando Garcia Dory (E), Kultivator (SE), Kristina Leko (CROA), myvillages (NL, D, UK), Heinrich Riebesehl (D), Antje Schiffers & Thomas Sprenger (D), Bonnie Sherk (USA), Asa Sonjasdotter (SE/D), Insa Winkler (D), u.a.


10. November 2012 bis 13. Januar 2013
Eröffnung: Freitag, den 9. November 2012, ab 19 Uhr
Zeichen, Gebärde und Kunst
Ein Ausstellungsprojekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von An Paenhuysen und Wolfgang Müller in Zusammenarbeit mit Stéphane Bauer gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds
Die Ausstellung Zeichen, Gebärde und Kunst präsentiert erstmalig Kunstformen, die sich einfachen Einkategorisierung entziehen, und sich im Spannungsfeld zwischen gehörloser Minderheits- und hörender Mehrheitskultur bewegen. In der Ausstellung sind sowohl Arbeiten (Gehörloser/Hörender) Künstler vertreten, die sich mit Klang, Musik, und ihren künstlerischen Potenzialen beschäftigen, als auch Arbeiten (Hörender/Gehörloser) Künstler, die sich mit den Gebärdensprachen und den ihr inhärenten künstlerischen Potentialen beschäftigen. Die Ausstellung ist eine interdisziplinäre Ausstellung auf neuem Terrain: mittels Gebärden, Gesten und Interaktionen betreten unbekannte Kunstformen die Bühne. Sie loten die Grenzen zwischen Tanz, Performance, Pantomine, Literatur und Malerei interaktiv aus.
Zeichen Gebärde, und Kunst wird die wohl weltweit erste Ausstellung sein, die das aus den Gebärdensprachen entspringende künstlerische Potenzial zeigt.
Unser Projekt beabsichtigt, die Qualität der Gebärdenpoesie und der Gebärdenkünste erstmals einer größeren Öffentlichkeit wahrnehmbar zu machen. Die Kuratoren sind sich darüber bewusst, dass sie Teil der hörenden Mehrheit sind. Die Aushandlung „hörende Perspektive“ und „nichthörende Perspektive“ ist deshalb wichtiges Element ihrer Überlegungen. Nicht das „Nicht-Hören“, die „Gehörlosigkeit“ soll das Thema sein, sondern vielmehr die kulturellen Möglichkeiten, welche die Gebärdensprachkultur eben auch Hörenden vermitteln kann. Unser Interesse richtet sich auf die Arbeit von international renommierten Gebärdenpoesie-Künstlern wie Gunter Trube, Clayton Valli und Dorothy Miles. Sie spielen in der Gehörlosen- und der Gebärdensprachkultur eine besonders wichtige Rolle. Wir stellen mit dem Ausstellungsprojekt die Frage, welche Schnittmengen, Verbindungen und Interaktionen es in den strikt getrennten Welten von Gehörlosen/Hörenden gibt. Die wachsende Zahl junge Gebärden-Künstler_Innen, die zum Beispiel die Gebärdenpoesie insbesondere im Hip Hop Musik neu gestaltet haben, beweist, dass auch in der aktuellen Popmusik sich Hörende/Gehörlose Welten seit über zwanzig Jahren miteinander im Austausch stehen.
In Deutschland spielte der Gebärdensprachperformer Gunter Trube (1960-2008) eine herausragende Rolle als Aktivist und Künstler im Kampf um die Anerkennung der Gebärdensprachkultur. Mit Gunter Trube hat der Co-Kurator dieses Projektes, Wolfgang Müller seit 1980 eng zusammengearbeitet, zb. in der Berliner Volksbühne und in der Filmproduktion für Channel 4, London.
KünstlerInnen: Bowery ASL PoetrySlam, Joseph Grigely, Dorothy Miles, Wolfgang Müller, Roman Signer, Barbara Stauss, The Flying Words Project, Die Tödliche Doris, Gunter Trube, Clayton Valli, Yoel Diaz Vazques, Ming Wong

Jahresübergreifende Projekte und Kooperationsprojekte:


Offensive Kulturelle Bildung
Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien wird auch in 2012 seine beiden Schulpatenschaften mit der Fichtelgebirge Grundschule und der Kurt-Löwenstein-Hauptschule (neu: Röntgen-Schule) weiterführen und projektbegleitend im Kunstraum und in den Schulen selbst Aktivitäten der kulturellen Bildung entwickeln, durchführen und präsentieren. Insbesondere soll weiterhin der den Ausstellungsräumen des Kunstraumes vorgelagerte Raum im Bethanien – der sog. „Raum der Patenschaften“ – für Ausstellungen und Projekte der Partnerschule und für Aktivitäten der Kulturellen Bildung genutzt werden.

Kunstquartier Bethanien:
Samstag, 2. Juni 2012, 14 Uhr bis...
Offenes Bethanien
Am Samstag, den 02. Juni ab 14 Uhr bis tief in die Nacht möchte das neue Kunstquartier Bethanien – der Zusammenschluss aller kulturellen und künstlerischen Einrichtungen und Institutionen des Hauptgebäudes des Bethanien – ein „Fest“ veranstalten und damit das Haus öffnen und die Vielfalt der Angebote sichtbar machen.


Kunstquartier Bethanien – Studio 1:
10. November bis 9. Dezember 2012
Eröffnung: Freitag, 9. November, ab 19 Uhr
Arabesque: ein Streifzug durch die zeitgenössische Design-Szene und visuelle Kultur im arabischen Kulturraum und Iran
Ein Ausstellungsprojekt von Uqbar e.V. gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien


Januar bis Dezember 2012
Raum 136 & 139 – 1.OG. Kunstquartier Bethanien:
Tokyo Wondersite at Bethanien
Ausstellungen, Präsentationen und Residency-Programm der Tokyo-Wondersite-Institution im Rahmen des Kulturaustausch-Jahres zwischen Berlin und Tokyo.
Koordination: Kanta Ikemura


Januar bis Dezember 2012
Raum 134 – 1.OG. Kunstquartier Bethanien:
Momentum
Ausstellungen, Präsentationen und Filmprogramme der internationalen Organisation Momentum.
Koordination: Rachel Rits-Volloch
Momentum, initiiert im Jahre 2010 in Sydney, ist eine globale Plattform für zeitbasierte Kunst: Video / Film, Performance, Neue Medien und Klang. Die Plattform verbindet eine sorgfältig ausgewählte Gruppe von Künstlern, Kunstgalerien und Kunstexperten und will ein weltweites Netzwerk von Praktikern, Entscheidungsträgern und Theoretikern schaffen, die sich über globale Standorte hinweg verbinden und mit den Anliegen zeitbasierter Kunstpraxis – live performances ebenso wie medienbasiert – befassen.
Momentum manifestiert sich in regelmäßigen Veranstaltungen, die Kulturschaffende im Rahmen von Ausstellungen zusammenbringen, wo die Grenzen zwischen kommerzieller, nichtkommerzieller und akademischer Sphäre bewusst verwischt werden um so die etablierten Modelle institutioneller Praxis neu zu denken. Zwischen den Veranstaltungen bietet Momentum seinen Mitgliedern eine Community und vermittelt Künstlerresidenzen und Ausstellungen.
Momentum eröffnet seine neu geschaffenen Ausstellungsräume in Berlin mit einer Präsentation von Video-Arbeiten, die von den Teilnehmern unserer Gründungsveranstaltung in Sidney großzügig zur Verfügung gestellt wurden. Wir präsentieren sechs führende internationalen Galerien, sechs Performances, fünf international kuratierte Programme und stellen einen Projektraum für sechs lokale Künstler zur Schaffung neuer Arbeiten zur Verfügung. Parallel zu insgesamt 32 Künstlern haben wir 32 weltweit führende Kunst-Experten zu einer Reihe von speziell entwickelten Vorträgen und Podiumsdiskussionen eingeladen, die gemeinsam mit den Videoarbeiten von Momentum-Künstlern aus Australien und Europa zu sehen sind. Sydney / Berlin / Worldwide ist die Eröffnungsausstellung von Momentum / Berlin.
Galerien die an den weltweiten Momentum-Veranstaltungen teilnehmen sind eingeladen, zeit-basierte Arbeiten zu zeigen, die der allgemeinen Ausrichtung von Momentum auf Film / Video, Performance, Neue Medien, und Klang folgen. Dem Momentum-Netzwerk gehören zur Zeit die folgenden Galerien an: Anna Schwartz (Sydney, Melbourne), DNA (Berlin), Roslyn Oxley9 (Sydney), Starkwhite (Auckland), TaiK (Berlin, Helsinki), 4A Zentrum für Zeitgenössische Asiatische Kunst (Sydney).

Stand: 18.01.2012