Jahresprogramm 2012
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bis 15. Januar 2012
Let the Rythm Hit 'Em
Eine Ausstellung initiiert und realisiert von Matthias Mayer in Zusammenarbeit
mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, gefördert von der Kulturverwaltung
des Landes Berlin. Mit freundlicher Unterstützung des Institut Français
Berlin, des Office for Contemporary Art Norway OCA, von Thomann, Cine-plus,
boesner, PAM/events Veranstaltungstechnik und dem Theaterhaus Mitte
Wie sehr sind bildende KünstlerInnen beeinflusst von aktueller Musik
oder wie verbunden sind Musiker mit visueller Gestaltung? Im Jahr 1990 erschien
das Album „Let the Rhythm Hit 'Em“ des Hip-Hop-Duos Eric B &
Rakim mit gleichnamigem Titelsong. Die Ausstellung setzt den Songtitel von
Eric B & Rakim (Übersetzung: „Lass sie den Rhythmus spüren“)
sprichwörtlich in Bezug zur bildenden Kunst – auf das Leben der
Künstler und ihre Arbeiten.
Initiator Matthias Mayer hat die Ausstellung zusammengestellt mit Werken
von WegbegleiterInnen und wichtigen ProtagonistInnen, deren Arbeiten im
Grenzbereich zwischen Musik und bildender Kunst changieren.
Bei der Perfomance scheinen sich Musik und visuelle Gestaltung am unmittelbarsten
miteinander zu verbinden bzw. auszutauschen. Funktioniert Musik ohne Live-Performance?
Wie funktioniert Performance ohne Musik? Wie sind Bild und Ton miteinander
in Beziehung gesetzt? Neben dem „Partyloader-Performancestage“
im Kunstraum Kreuzberg wird das Performance-programm in einer Kooperation
mit WestGermany/Büro für postpostmoderne Kommunikation fortgesetzt.
KünstlerInnen: Oni Ayhun/Mar Ritt, David Blandy, Matthew
Burbidge/Sonja Ostermann, Diego Castro, Sophie Clements, Die Tödliche
Doris, Jérôme Chazeix, Jan Christensen/Anders Fjøsne/Marcel
Dickhage, Frederik Foert, Ingo Gerken/Matthias Meyer, Hellmut Hattler, Max
Hattler, Eno Henze, annette hollywood, Hervé Humbert/Michael Dillon/Manuel
Poletti, Patrick Jambon, Jakob Jensen, Uwe Jonas, Khan, Franziska Lantz,
Julia Lazarus, Arto Lindsay, Matthias Mayer, Noriko Okaku, Kirsten Palz/Jens
Christian Madsen/Jeroen Jacobs, Daniel Permanetter, Katrin Plavcak/Johanna
Kirsch/Rudi Fischerlehner, Reto Pulfer, Egill Sæbjörnsson, Scanner,
Marc Schamuthe, Theodor Storm, Veronika Schumacher, Michael Witte, Ina Wudtke
Begleitprogramm:
Sonntag, 15.01.2012, Finissage Kunstraum Kreuzberg/Bethanien ab 19.00 Uhr:
Perfomances, DJ: Patrick Jambon „hot air“, Franziska Lantz „This
drum beats“, Reto Pulfer „Geschichten mit der elektrischen Gitarre“,
Sporty Jack „The Planet Funk“
28. Januar bis 19. Februar 2012
Eröffnung: Freitag, den 27. Januar 2012, ab 19 Uhr
CTM 12 – Spectral. Festival for Adventurous Music and Related
Arts
Programm im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien: Ghosts Off The Shelf –
Ausstellung kuratiert von Thibault de Ruyter & The Crystal World Open
Laboratory von Martin Howse, Jonathan Kemp und Ryan Jordan
Ausstellungsprojekte von „DISK – Initiative Bild & Ton“
gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Zum wiederholten Mal gastiert Berlins experimentierfreudiges Musik- und
Kunstfestival CTM mit seinem Ausstellungsprogramm im Kunstraum Kreuzberg
/ Bethanien. Mit seiner Ausgabe 2012 widmet sich das Festival mit dem Thema
SPECTRAL der gegenwärtigen Konjunktur des Geisterhaften, Mysteriösen
und Dunklen in experimenteller Musik, Avant-Pop und Kunst.
Aus diesem Anlaß präsentiert das Festival im Kunstraum Kreuzberg
/ Bethanien die Ausstellung Ghosts Off The Shelf des Kurators und Kunstkritikers
Thibaut de Ruyter sowie das Projekt Crystal World Open Laboratory von Martin
Howse, Jonathan Kemp und Ryan Jordan.
Im Projektraum des Kunstraum Kreuzberg / Bethanien sind Installationen und
Arbeiten von AUDiNT, Chris Salter, Anke Eckardt, Felix Kubin, Ursula Bogner
und Laura López Paniagua zu erleben.
Als Satelliten zum Programm im Kunstraum zeigt der Berliner Künstler
Nik Nowak vom 27. Januar bis 5. Februar sein Objekt Panzer im Lokdock neben
dem Berghain sowie „Das Geschehen“, eine Gemeinschaftsarbeit
mit Moritz Stumm im Berghain.
Neben dem Programm in Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
präsentiert das CTM.12-Festival vom 30. Januar bis 5. Februar ein umfangreiches
Musikprogramm an den Spielorten HAU, Berghain, Passionskirche, Gretchen,
Kater Holzig, Horst Krzbrg, .HBC. und, in Zusammenarbeit mit der transmediale,
im Haus der Kulturen der Welt. Ein in Zusammenarbeit mit dem Philosophen,
Psychohistoriker und Autor Andreas L. Hofbauer entwickeltes Diskursprogramm
wird den Fragen des Themas zwischen Kunst, Theorie und Musik nachgehen.
Die Ausstellung Ghosts Off The Shelf des Kunstkritikers und Kurators Thibaut
de Ruyter im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien beschäftigt sich mit dem
Verschwinden analoger Videoformate und der gegenwärtigen Renaissance
der ihnen eigenen Ästhetik. Wir alle besitzen ein paar altmodische
Bänder, können aber oft nicht mehr sehen (und wissen), was sich
darauf befindet. Die Teilnehmer der Ausstellung sind bildende Künstler,
die in den vergangenen Dekaden Videoarbeiten produziert haben. Sie wurden
von Thibaut de Ruyter gebeten, ihm einen „Geist“ zu übergeben,
ein Werk, welches nur noch in ihrem Gedächtnis existiert, durch die
Präsentation in der Ausstellung jedoch eine neue Daseinsform finden
wird. Es geht hierbei sowohl um eine spezifische Ästhetik als auch
um das Verschwinden persönlicher Erinnerungen und Daten, die durch
technischen Fortschritt bald nicht mehr existieren werden. Ghosts Off The
Shelf stellt Fragen nach dem Umgang mit den exponentiell anwachsenden Kapazitäten
technischer Archive und ihren „Geistermedien“. Teilnehmende
Künstler sind u.a. Yokna Patofa, Joep van Liefland, Valérie
Favre. http://ghosts.ctm-festival.de (aktiv zur Ausstellungseröffnung)
The Crystal World Open Laboratory von Martin Howse, Jonathan Kemp und Ryan
Jordan, in dem die Künstler mit Teilnehmern in einem Workshop zusammenarbeiten,
wendet sich gegen den dystopischen Ausblick totaler Transparenz und Determination
durch die vollständige digitale Ausleuchtung, Erfassung, Speicherung
und Steuerung biologischer und physikalischer Prozesse. Ziel dieses künstlerischen
Forschungsprojektes im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, dessen Arbeitsprozesse
von den Ausstellungsbesuchern jederzeit mitverfolgt werden können,
ist es, die geschlossene Umwelt digitaler Kalkulationen durch gewaltsame
De-Kristallisation zu durchbrechen, um mittels experimenteller Re-Kristallisationen
psychophysische Verfälschungen und Ungewissheiten in die kristallin-digitalen
Zyklen zu ätzen. In einem ersten Schritt sollen die Basismaterialien
digitaler Geräte (Gold, Silber, Palladium, Silizium etc.) durch physikalisch-chemische
Verfahren zurückgewonnen werden. Dabei werden die oft gefährlichen
Prozesse der Wiedergewinnung seltener Rohstoffe aus den Müllkreisläufen
nachvollzogen, wie sie Enteignete in allen Teilen der Welt aus Gründen
des Überlebens praktizieren müssen. In einem zweiten Schritt werden
aus den gewonnenen Rohstoffen neue elektrochemische Versuchsanordnungen
konstruiert, in denen chaotische Materialprozesse zum Tragen kommen. Am
Ende des Workshopzeitraumes werden die Ergebnisse in einer Mischung aus
Präsentation und Performance vorgeführt. Danach verbleiben das
Setting, die Materialien und die erstellten Artefakte in der Ausstellung.
Im Rahmen des Projektes The Crystal World Open Laboratory zeigt Ralf Baecker
zudem seine Installation „Irrational Computing“. Die Installation
ist eine künstlerische Prüfung von Material, Ästhetik und
Potential digitaler Prozesse. Die Installation basiert auf Halbleiterkristallen,
den Rohstoffen der Informationstechnologie, und bildet durch gezielte Materialmanipulationen
eine digitale Signalverarbeitungsmaschine, die an der Trennlinie zwischen
Ordnung und Chaos operiert. „Irrational Computing“ verstärkt
das Mystische und Magische dieser Materialien, die der Kern unserer uns
umgebenden Technologien sind. http://crystal.xxn.org.uk www.no-surprises.de
3. März bis 15. April 2012
Eröffnung: Freitag, den 2. März 2012, ab 19 Uhr
In anderen Worten. Der Schwarzmarkt der Übersetzungen –
mit zeitgenössischen Kulturen handeln
Eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. in
Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von Paz Guevara
und Elena Agudio
IN DEN WORTEN DES ANDEREN. Der Schwarzmarkt der Übersetzungen –
mit zeitgenössischen Kulturen handeln lautet der Titel einer Kunstausstellung,
die die Vorgänge des Übersetzens - Lesen, Verstehen, Interpretieren
und Neuschreiben - als eine kulturelle Strategie versteht, um Brücken
zu anderen Kulturen zu schlagen. Die Ausstellung stellt das Geschäft
mit dem Fremden und dem Andersartigen aus. Eingeladen sind Künstler,
die die Sprache des Anderen erforschen und dabei zwischen den Kulturen arbeiten,
in sie eindringen und schließlich inkorporieren und in die eigene
Sprache einschmuggeln.
Jenseits der aktuellen passiven Co-Existenz des Multikulturalismus ist es
notwendig, einen spürbaren Austausch zwischen den Kulturen zu organisieren,
um zum Stadium des Übersetzens zu gelangen. In einer Art Schwarzmarkt
wird die Ausstellung die Handlungen der kulturellen Transaktionen, des Transfers
und des Übersetzens dieser Kulturökonomie des Dazwischen zeitlich
begrenzt enthüllen. Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob eine Übersetzung
die Unterschiede der Sprachen, Identitäten und Kulturen wieder zusammenführen
kann. Vorgeschlagen wird eine Form der „kulturellen Übersetzung,
die ein Konzept für künftige Kooperation und Verhandlung zwischen
zeitgenössischen Kulturen sein könnte.
Die Künstler loten vier Sphären, die in den vier Abteilungen der
Ausstellung thematisiert werden, der Handlungsfelder zeitgenössischer
Übersetzung aus: eine kritische Analyse globaler Operationen des Englischen
oder der regional dominanten Sprache einer Nutzergemeinschaft, eine Produktion
neuer Sprache und Übersetzungen, die die Imaginationskraft und Identität
des Anderen aufdecken und drittens die Errettung und Wiederherstellung vergessener
Sprachen und Kulturen, indem sie ihnen das Recht auf Gegenwart geben und
die Nachforschung auf Modalitäten den verschiedenen Prozessen von Umarbeitung
und Decodierung und die Überführung als interkulturellen Experimenten.
KünstlerInnen: Adel Abidin, Marwa Arsanios, Kader
Attia, Julien Audebert, Elena Bellantoni, Emilio Chapela Pérez, Cherimus,
Julian D´Angiolillo, Detanico and Lain, Braco Dimitrijevic, Mounir
Fatmi, Ofir Feldman, Graciela Guerrero, Christoph Keller, Moridka Kitenge
Banza, Daniel Knorr, Takehito Koganezawa, Oliver Laric, Karl Larsson, Adrian
Lohmüller, Miguel Monroy, Moridja Kitenge Banza, Timo Nasseri, Miguel
Monroy, Nana Oforiatta Ayim, Timea Oravecz, Soledad Pinto, Rosàngela
Rennò, Gabriel Rossell Santillàn/Nin Nowak, Sona Safaei-Dooreh,
Mariateresa Sartori, Demian Schopf, Lorenzo Scotto di Luzio, Paolo W. Tamburella,
Michael Theodosiadis, Yoel Diaz Vazquez, Humberto Vélez, Luca Vitone,
James Webb, Dilek Winchester
28. April bis 17. Juni 2012
Eröffnung: Freitag, den 27. April 2012, ab 19 Uhr
reKOLLEKT. A Retrospective of Perspectives from
Selected Eclected – 9 Jahre PARTY ARTY : Kunst im Leben – Leben
in Kunst
Anlässlich des 9ten Jubiläums der Reihe PARTY ARTY stellt der
Kunstraum Kreuzberg /Bethanien eine breite Auswahl derjenigen KünstlerInnen
aus, die in den neun Jahren die Klubnächte mit ihren Arbeiten veredelt
haben.
Seit neun Jahren vereint die Klubreihe PARTY ARTY bildende Künste,
Musik und Bühnenliteratur in rauschenden Festen. Bei der Kuration interessiert
dabei nie, ob die KünstlerInnen aus dem Urban Art Kontext stammen oder
einen akademischen Hintergrund haben, die DJs und Bands HipHop oder Elektro
spielen und die Wort-Artisten Poetry oder Short Stories vortragen: „Kunst
kommt zuallererst von Haltung!“, postuliert der PARTY ARTY Diktator
Yaneq dogmatisch. „Kunst ist
keine Demokratie. Kunst ist eine Diktatur und ich bin hier Diktator!“
So lädt er ein, wer ihm gefällt.
„Kunst im Leben – Leben in Kunst“ - so der Untertitel
der Schau – beseelt die Räume des Kunstraum Kreuzberg / Bethaniens
aber nicht allein mit bildender Kunst; die Musiker und DJs der Party Arty
Army (so der Name des Kollektivs all derer, die jemals etwas zur PA beigetragen
haben) werden während der Ausstellungsdauer immer wieder Konzerte geben,
Sessions spielen, es werden neben einer großen Spoken Word-Veranstaltung
zur Langen Buchnacht, mehrere Lesungen und
Performances aufgeführt, Filmabende installiert und weiterer Inhalt
injiziert.
Dem Anspruch folgend in Kunst zu leben und Leben in die Kunst zu bringen,
werden zwei der Ausstellungsräume des Kunstraum Kreuzberg / Bethaniens
zu einem Doppelgänger von Yaneqs Wohnung umgebaut, um so seiner Sammlung
eine eigene Bühne zu geben. Diese Sammlung, viel eher ein Konglomerat
unterschiedlicher künstlerischer Arbeiten, dem Diktator im Laufe der
Jahre von den KünstlerInnen vermacht, ist das Substrat aus neun Jahren
kuratorischer Praxis – und damit
wichtiger Bezugspunkt.
Yaneq und die Videokünstlerin Anina Brisolla werden für die Ausstellungsdauer
von sieben Wochen in dieser Wohnung wohnen und arbeiten. So bringen sie
das tatsächliche Leben in die Ausstellung, die sich erst aus der Vereinigung
von Kunst und Leben ergeben hat.
Ein weiterer Raum ist für das Party Arty Stipendiaty reserviert: Ein
24 Stunden-Stipendium für internationale KünstlerInnen, das neben
der Residenz in der Ausstellung, die Möglichkeit schafft, eben diesen
Raum zu gestalten. JedeR kann sich bewerben. Die Stipendiaten übergeben
sich in
einem öffentlichen Ritual täglich um 17 Uhr den Schlüssel
zum Raum. Angefangen in Friedrichshains kleinem, feinem Klub Lovelite hat
PARTY ARTY eine Reise über
den Keller des Festsaal Kreuzbergs, den Club 103, diverse Offlocations bis
hin zur Ritter Butzke gemacht und ist zu einer festen Größe im
Berliner Nachtleben geworden. Arbeiten von knapp 100 zeitgenössischen
KünstlerInnen wurden gezeigt, ebenso viele DJs und Bands spielten auf
und knapp 50 Poeten griffen sich das Mikrofon. Die taz attestierte gar „Kultstatus“
und die Berliner Zeitung schrieb der Reihe „Pionierarbeit“ in
Sachen Klub und Kunst zu.
PARTY ARTY wird 9 Jahre alt. Was soll man das Zehnjährige feiern, wenn
man Zahlenmystiker ist? Die 10 ist nur eine 1 und eine 0, binär und
somit rein faktische Information. Die 9 hingegen ist magisch, perfekt und
rund und kommt immer bei sich selber an: 9 mal 9 ist 81, Quersumme 9. 9
plus 9 ist 18, 3 mal 9 ist 27 und so weiter. – deswegen wird die große
Retrospektive im Kunstraum Kreuzberg / Bethanien auch bereits dieses Jahr
organisiert. Es werden aktuelle Arbeiten vieler
derjenigen KünstlerInnen gezeigt, die Teil der PARTY ARTY Saga geworden
sind und eine umfangreiche Videodokumentation der PARTY ARTY Aktionen und
Inhalte präsentiert.
KünstlerInnen: 44 Flavours, Jim Avignon,Christian
Awe, Becker Schmitz, Marc Bijl, Shan Blume, Madeleine Boschan, Anina Brisolla,
Laura Bruce, Johannes Buss, Chérie, Il-Jin „Atem“ Choi,
DAG, Brad Downey, Emess, East Eric, Lukas Feireiss, Heiner Franzen, Martin
Frese, Gogoplata, Maike Gräf, Amelie Grözinger, Philip Grözinger,
Niels Grugel, Eliot M. Henning, Marc Jung, Just, Christiane Klatt, Klub
7, Kim Köster, Jereon Kramer, Dirk Krecker, Christoph Krönke,
Dirk Lange, Maja Linke, Chris Logan, Daniel Man, Nathan Menglesis, Nomad,
Manfred Peckl, Poet & Arunski, Ziska Riemann, Stefan Rink, Benja Sachau,
Marcus Sendlinger, Stohead, Superblast, Anton Unai, Various & Gould,
Heiko Zahlmann
30. Juni bis bis 19. August 2012
Eröffnung: Freitag, den 29. Juni 2012, ab 19 Uhr
Reise nach Jerusalem. 10 Künstlerische Positionen zu Religion,
Tradition und Tabu.
Ein Projekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von Stéphane
Bauer
Den Ausgangspunkt der Ausstellung „Reise nach Jerusalem“ bildet
die Beschäftigung der 10 eingeladenen KünstlerInnen mit der Rolle
von Religion und Tradition für ihre Kunstproduktion. Allen hier in
Berlin lebenden KünstlerInnen ist eine jeweils sehr persönliche
Auseinandersetzung mit Religiosität gemeinsam. Die Ausstellung vereint
KünstlerInnen, die sich mit den drei wichtigsten monotheistischen Religionen
beschäftigen bzw. von diesen geprägt worden sind: Islam, Judentum
und Christentum. Es entsteht ein interreligiöser Dialog, der sowohl
von der Konflikthaftigkeit als auch vom Zusammenleben der Religionen zeugt.
Die rund 80 gezeigten Arbeiten (Fotografien, Malerei, Video und Installationen)
setzen sich mit der Ästhetik von Religion auseinander. Hierbei werden
bewusst kunsthistorische Bezüge hergestellt, um diese jedoch als individuelle
Erfahrung zu reflektieren. Religion erscheint vielfach als Bürde, die
jeder mit sich trägt. Zugleich wird in den Arbeiten eine Faszination
sichtbar, die von den Gesten und Bewegungen ritueller Handlungen ausgeht.
Der Titel der Ausstellung rekurriert auf die Stadt Jerusalem als Verbindungsglied
der drei großen monotheistischen Religionen: In Ostjerusalem liegen
einige der heiligsten Stätten von Judentum, Christentum und Islam,
darunter die Klagemauer (die Westmauer des Tempels), der Tempelberg mit
dem Felsendom und der al-Aqsa-Moschee, und die Grabeskirche.
Tatsächlich wird auch im Dezember 2012 die Ausstellung in Anwesenheit
der KünstlerInnen im Jerusalem Artists’ House eröffnet werden.
Damit und in ihrer Zusammenstellung muss die Ausstellung selbstverständlich
vor der Folie des Nahostkonflikts betrachtet werden – auch wenn sich
keine der gezeigten Arbeiten direkt auf den Konflikt zwischen Israelis und
Palästinensern bezieht.
KünstlerInnen: Trudy Dahan (*1985, IL), Nezaket Ekici
(*1970, D/TR), Pavel Feinstein (*1960, RUS), Zohar Fraiman (*1987, IL),
Rabi Georges (*1981, D/SYR), Stevie Hanley (*1983, USA), Ervil Jovkovic
(*1975, D/HR), Yury Kharchenko (*1986, RUS), Iwajla Klinke (*1976, D), Benyamin
Reich (*1976, IL)
22. bis 24. August 2012
reSource for transmedial culture
reSource ist eine Initiative des transmediale – Festival für
digitale Kunst und Kultur Berlin, in deren Rahmen in Zusammenarbeit mit
CTM/DISK GbR und dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien nach neuen Partnern für
das Jahr 2012 gesucht wird.
reSource for transmedial culture ist ein neues Konzept für verschiedene
über das Jahr hinweg stattfindende Projekte in Berlin, die in direktem
Bezug zum transmediale Festival stehen. Es stellt eine Initiative dar, deren
fortlaufende Aktivitäten und Events eine maßgebliche Programmpräsenz
an den jährlichen Festivals annehmen soll. Ziel von reSource ist es,
als vermittelndes Glied zwischen Kulturproduktion im Rahmen von Kunstfestivals
und gemeinschaftlichen Netzwerken im Bereich von Kunst, Technologie, Hacktivism
und Politik zu agieren, indem es unter seiner Schirmherrschaft die Zusammenarbeit
und das Teilen von Ressourcen und Wissen innerhalb der lokalen und internationalen
Community aus Kunst und digitaler Kultur sowie dem transmediale Festival
Berlin erleichtern soll.
01. September bis 28. Oktober 2012
Eröffnung: Freitag, den 31. August 2012, ab 19 Uhr
Hungry City. Landwirtschaft in der zeitgenössischen Kunst
Ein Ausstellungsprojekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von
Anne Kersten in Zusammenarbeit mit Stéphane Bauer gefördert
durch den Hauptstadtkulturfonds
Kaum ein Thema schafft derzeit eine stärkere Verbindung zwischen Gesellschaft
und Kunst als Essen und Ernährung. Neue urbane Gärten präsentieren
sich in Ausstellungen und auf philosophischen Symposien, Künstler werden
zu Gärtnern bzw. Bauern und Köche zu Künstlern. Kaum ein
Thema eint dabei so viele scheinbar gegenläufige Umgangsformen und
Tendenzen. Traditionelle Konzepte und Methoden wie der bäuerliche Kleinbetrieb
und der Anbau alter Obstsorten als auch utopische Projekte, wie innerstädtische
Großfarmen werden parallel diskutiert. Slow Food, eine Vereinigung
von Menschen, die sich für qualitätvolles, traditionell hergestelltes
Essen einsetzt, vermehrt seine Anhängerschaft seit Jahren stetig während
sich manch ein Bewohner einer US-amerikanischen Großstadt in sogenannten
Fooddeserts nur den Discounter herbei sehnt. Diese differenten sozialen
Entwicklungen finden seit geraumer Zeit auch Niederschlag in der Kunst
Die internationale Gruppenausstellung Hungry City folgt der Debatte in verschiedene
Richtungen und versammelt dafür künstlerische Arbeiten, die auf
ganz unterschiedliche Aspekte von Nahrungsmittelproduktion und -versorgung
eingehen. Aktuelle Werke werden ergänzt durch Arbeiten renommierter
Künstler/innen der 1970er und 1980er Jahre, die darlegen, dass das
Thema in der Kunst bereits in vergangenen Jahrzehnten virulent war. Aktuell
verdeutlichen neue Kunstgattungen wie die Rural Art und Projekte urbaner
Landwirtschaft die Brisanz der Thematik und verweisen auf Veränderungen
in stereotypen Zuschreibungen von städtischem und ländlichem Raum.
Nach kulturtheoretischen Ausstellungen über das Essen und groß
angelegten Projekten zu nachhaltigem Leben, bietet die Ausstellung Hungry
City erstmalig einen Überblick in Deutschland zu landwirtschaftlichen
Aspekten in der Kunst von 1960 bis heute.
Ein Schwerpunkt des Projektes ist dem Verhältnis von Stadt und Land
und seinen Wechselwirkungen gewidmet. Bewegungen zwischen den Polen spielen
in vielerlei Hinsicht eine Rolle. Das betrifft den Austausch zwischen Lebensmittelproduzenten
und -konsumenten ebenso wie die Veränderungen der Konsistenz oder des
Aggregatzustand beim Zubereiten von Speisen. Aber auch die Wege, die gemacht
werden um Lebensmittel zu transportieren – von Kontinent zu Kontinent,
vom Land in die Stadt oder von der Küche zum Hungrigen.
Das Begleitprogramm zur Ausstellung Hungry City im Kunstraum Kreuzberg möchte
die Verbindung zwischen Stadt und Land stärken, Orte von Nahrungsmittelproduktion
hier und dort besuchen. Von einem städtischen Kulturort aus soll mit
ganz unterschiedlichen Veranstaltungen der Blick und Weg ins nahe und ferne
Umland gefunden werden. Integraler Bestandteil des Begleitprogramms werden
Vorträge, Spaziergänge, Exkursionen, Gespräche und Angebote
der kulinarischen und kulturellen Bildung.
KünstlerInnen: Agnes Denes (USA), Letitia El Halli
Obeid (ARG), Amy Franceschini (USA), Fernando Garcia Dory (E), Kultivator
(SE), Kristina Leko (CROA), myvillages (NL, D, UK), Heinrich Riebesehl (D),
Antje Schiffers & Thomas Sprenger (D), Bonnie Sherk (USA), Asa Sonjasdotter
(SE/D), Insa Winkler (D), u.a.
10. November 2012 bis 13. Januar 2013
Eröffnung: Freitag, den 9. November 2012, ab 19 Uhr
Zeichen, Gebärde und Kunst
Ein Ausstellungsprojekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von
An Paenhuysen und Wolfgang Müller in Zusammenarbeit mit Stéphane
Bauer gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds
Die Ausstellung Zeichen, Gebärde und Kunst präsentiert erstmalig
Kunstformen, die sich einfachen Einkategorisierung entziehen, und sich im
Spannungsfeld zwischen gehörloser Minderheits- und hörender Mehrheitskultur
bewegen. In der Ausstellung sind sowohl Arbeiten (Gehörloser/Hörender)
Künstler vertreten, die sich mit Klang, Musik, und ihren künstlerischen
Potenzialen beschäftigen, als auch Arbeiten (Hörender/Gehörloser)
Künstler, die sich mit den Gebärdensprachen und den ihr inhärenten
künstlerischen Potentialen beschäftigen. Die Ausstellung ist eine
interdisziplinäre Ausstellung auf neuem Terrain: mittels Gebärden,
Gesten und Interaktionen betreten unbekannte Kunstformen die Bühne.
Sie loten die Grenzen zwischen Tanz, Performance, Pantomine, Literatur und
Malerei interaktiv aus.
Zeichen Gebärde, und Kunst wird die wohl weltweit erste Ausstellung
sein, die das aus den Gebärdensprachen entspringende künstlerische
Potenzial zeigt.
Unser Projekt beabsichtigt, die Qualität der Gebärdenpoesie und
der Gebärdenkünste erstmals einer größeren Öffentlichkeit
wahrnehmbar zu machen. Die Kuratoren sind sich darüber bewusst, dass
sie Teil der hörenden Mehrheit sind. Die Aushandlung „hörende
Perspektive“ und „nichthörende Perspektive“ ist deshalb
wichtiges Element ihrer Überlegungen. Nicht das „Nicht-Hören“,
die „Gehörlosigkeit“ soll das Thema sein, sondern vielmehr
die kulturellen Möglichkeiten, welche die Gebärdensprachkultur
eben auch Hörenden vermitteln kann. Unser Interesse richtet sich auf
die Arbeit von international renommierten Gebärdenpoesie-Künstlern
wie Gunter Trube, Clayton Valli und Dorothy Miles. Sie spielen in der Gehörlosen-
und der Gebärdensprachkultur eine besonders wichtige Rolle. Wir stellen
mit dem Ausstellungsprojekt die Frage, welche Schnittmengen, Verbindungen
und Interaktionen es in den strikt getrennten Welten von Gehörlosen/Hörenden
gibt. Die wachsende Zahl junge Gebärden-Künstler_Innen, die zum
Beispiel die Gebärdenpoesie insbesondere im Hip Hop Musik neu gestaltet
haben, beweist, dass auch in der aktuellen Popmusik sich Hörende/Gehörlose
Welten seit über zwanzig Jahren miteinander im Austausch stehen.
In Deutschland spielte der Gebärdensprachperformer Gunter Trube (1960-2008)
eine herausragende Rolle als Aktivist und Künstler im Kampf um die
Anerkennung der Gebärdensprachkultur. Mit Gunter Trube hat der Co-Kurator
dieses Projektes, Wolfgang Müller seit 1980 eng zusammengearbeitet,
zb. in der Berliner Volksbühne und in der Filmproduktion für Channel
4, London.
KünstlerInnen: Bowery ASL PoetrySlam, Joseph Grigely,
Dorothy Miles, Wolfgang Müller, Roman Signer, Barbara Stauss, The Flying
Words Project, Die Tödliche Doris, Gunter Trube, Clayton Valli, Yoel
Diaz Vazques, Ming Wong
Jahresübergreifende Projekte und Kooperationsprojekte:
Offensive Kulturelle Bildung
Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien wird auch in 2012 seine beiden Schulpatenschaften
mit der Fichtelgebirge Grundschule und der Kurt-Löwenstein-Hauptschule
(neu: Röntgen-Schule) weiterführen und projektbegleitend im Kunstraum
und in den Schulen selbst Aktivitäten der kulturellen Bildung entwickeln,
durchführen und präsentieren. Insbesondere soll weiterhin der
den Ausstellungsräumen des Kunstraumes vorgelagerte Raum im Bethanien
– der sog. „Raum der Patenschaften“ – für Ausstellungen
und Projekte der Partnerschule und für Aktivitäten der Kulturellen
Bildung genutzt werden.
Kunstquartier Bethanien:
Samstag, 2. Juni 2012, 14 Uhr bis...
Offenes Bethanien
Am Samstag, den 02. Juni ab 14 Uhr bis tief in die Nacht möchte das
neue Kunstquartier Bethanien – der Zusammenschluss aller kulturellen
und künstlerischen Einrichtungen und Institutionen des Hauptgebäudes
des Bethanien – ein „Fest“ veranstalten und damit das
Haus öffnen und die Vielfalt der Angebote sichtbar machen.
Kunstquartier Bethanien – Studio 1:
10. November bis 9. Dezember 2012
Eröffnung: Freitag, 9. November, ab 19 Uhr
Arabesque: ein Streifzug durch die zeitgenössische Design-Szene
und visuelle Kultur im arabischen Kulturraum und Iran
Ein Ausstellungsprojekt von Uqbar e.V. gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Mit freundlicher Unterstützung des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Januar bis Dezember 2012
Raum 136 & 139 – 1.OG. Kunstquartier Bethanien:
Tokyo Wondersite at Bethanien
Ausstellungen, Präsentationen und Residency-Programm der Tokyo-Wondersite-Institution
im Rahmen des Kulturaustausch-Jahres zwischen Berlin und Tokyo.
Koordination: Kanta Ikemura
Januar bis Dezember 2012
Raum 134 – 1.OG. Kunstquartier Bethanien:
Momentum
Ausstellungen, Präsentationen und Filmprogramme der internationalen
Organisation Momentum.
Koordination: Rachel Rits-Volloch
Momentum, initiiert im Jahre 2010 in Sydney, ist eine globale Plattform
für zeitbasierte Kunst: Video / Film, Performance, Neue Medien und
Klang. Die Plattform verbindet eine sorgfältig ausgewählte Gruppe
von Künstlern, Kunstgalerien und Kunstexperten und will ein weltweites
Netzwerk von Praktikern, Entscheidungsträgern und Theoretikern schaffen,
die sich über globale Standorte hinweg verbinden und mit den Anliegen
zeitbasierter Kunstpraxis – live performances ebenso wie medienbasiert
– befassen.
Momentum manifestiert sich in regelmäßigen Veranstaltungen, die
Kulturschaffende im Rahmen von Ausstellungen zusammenbringen, wo die Grenzen
zwischen kommerzieller, nichtkommerzieller und akademischer Sphäre
bewusst verwischt werden um so die etablierten Modelle institutioneller
Praxis neu zu denken. Zwischen den Veranstaltungen bietet Momentum seinen
Mitgliedern eine Community und vermittelt Künstlerresidenzen und Ausstellungen.
Momentum eröffnet seine neu geschaffenen Ausstellungsräume in
Berlin mit einer Präsentation von Video-Arbeiten, die von den Teilnehmern
unserer Gründungsveranstaltung in Sidney großzügig zur Verfügung
gestellt wurden. Wir präsentieren sechs führende internationalen
Galerien, sechs Performances, fünf international kuratierte Programme
und stellen einen Projektraum für sechs lokale Künstler zur Schaffung
neuer Arbeiten zur Verfügung. Parallel zu insgesamt 32 Künstlern
haben wir 32 weltweit führende Kunst-Experten zu einer Reihe von speziell
entwickelten Vorträgen und Podiumsdiskussionen eingeladen, die gemeinsam
mit den Videoarbeiten von Momentum-Künstlern aus Australien und Europa
zu sehen sind. Sydney / Berlin / Worldwide ist die Eröffnungsausstellung
von Momentum / Berlin.
Galerien die an den weltweiten Momentum-Veranstaltungen teilnehmen sind
eingeladen, zeit-basierte Arbeiten zu zeigen, die der allgemeinen Ausrichtung
von Momentum auf Film / Video, Performance, Neue Medien, und Klang folgen.
Dem Momentum-Netzwerk gehören zur Zeit die folgenden Galerien an: Anna
Schwartz (Sydney, Melbourne), DNA (Berlin), Roslyn Oxley9 (Sydney), Starkwhite
(Auckland), TaiK (Berlin, Helsinki), 4A Zentrum für Zeitgenössische
Asiatische Kunst (Sydney).
Stand: 18.01.2012