Profil:
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien zeigt Gruppen- und Themenausstellungen
zu sozialen und kulturellen Gegenwartsprozessen in Auseinandersetzung mit
den zeitgenössischen Künsten. Zentrale Aspekte sind hierbei die
Kontextualisierung der Projekte und die Berücksichtigung von Diversität,
Internationalität und lokalen Bezügen.
Seinen Sitz hat der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien im 1847 erbauten ehemaligen
Diakonissen-Krankenhaus am Mariannenplatz. Mit 450 qm Ausstellungsfläche
und über 200 lfdm Hängefläche erfüllen die Räume
die Anforderungen für mittelgroße Schauen. Im Jahr werden ca.
sechs Ausstellungsprojekte z.T. gemeinsam mit kooperierenden Institutionen,
Kuratoren oder Künstlergruppen realisiert. Die Ausstellungen werden
von Führungen, Filmen, Diskussionen und Künstlergesprächen
begleitet.
Integraler Bestandteil der Vermittlungsarbeit des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
sind Projekte der kulturellen Bildung. Dazu zählen insbesondere Partnerschaften
mit Schulen. Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien ist eine Einrichtung des
Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg.
Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien verfügt über eine eigene Kunstsammlung von 450 Werken, die Arbeiten von Hans Baluschek, Erich Büttner und diversen KünstlerInnen, die in Kreuzberg gelebt haben wie Hanefi Yeter, Akbar Behkalam, Luise Grimm oder Christa Eichler.
Seit 2002 ist Stéphane Bauer Leiter des Kunstraumes Kreuzberg/Bethanien und zuständig für Programm und Organisation.
Das Bethanien
Das Bethanien, das 1847 auf Veranlassung von Friedrich-Wilhelm IV nach Plänen von Theodor von Stein als Diakonissen-Krankenhaus, damals noch vor den Toren der Stadt, gebaut wurde, fungierte bis 1970 als Krankenhaus. Mit der Stilllegung des Krankenhauses 1970 begann ein vehementer “Kampf um Bethanien”: Der geplante großflächige Abriss und eine Neubebauung mit sozialem Wohnungsbau wurde durch Besetzung, Bürgerinitiativen und Denkmalschützer verhindert. Seitdem arbeiten im Hauptgebäude vorwiegend kulturelle und künstlerische Institutionen: Neben dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, die Druckwerkstatt des Kulturwerks des BBK Berlin, die Künstlerhaus Bethanien GmbH (bis Juni 2010, seitdem in der Kottbusser Str. 10) und die Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg.
Seit 1. Mai 2009 hat die GSE
(Gesellschaft für StadtEntwicklung gemeinnützige GmbH, Treuhänder
Berlins) die Bewirtschaftung des Bethanien übernommen und beteiligt
die Mieter des Bethanien in Mieterbeiräten an der konzeptionellen Weiterentwicklung
des Gebäudes als avanciertes Zentrum der künstlerischen Produktion
und Präsentation. Ankernutzer sind und bleiben weiterhin die Druckwerkstatt
des bbk , die Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg und der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.
Seit Sommer 2010 trägt das Bethanien den Namen Kunstquartier
Bethanien.
Weitere kulturelle und künstlerische Nutzungen sind im Zuge frei werdender
Flächen nachgezogen. Ab dem 28. Mai 2010 ist das gastronomische Angebot
im Bethanien wiedereröffnet worden: Das Café-Restaurant
"Die drei Schwestern" wird von Michael Böhl (ehemals
Admiralspalast) und Wolfgang Sinhart (Mitbegründer des White Trash
Fast Food) betrieben werden. Seit dem 1. September 2010 sind 17 KünstlerInnen
in Ateliers
aus der Atelierförderprogramm des Landes Berlin hinzugezogen. Ab
März 2011 sind schließlich mehrere Projekte und Institutionen
aus dem Bereich Tanz und Theater in das Bethanien gekommen und beleben damit
eine alte Tradition wieder neu unter dem Namen Plattform
Darstellende Künste Bethanien.
Der Projektraum und Studio1 im Bethanien
Die ehemalige Bibliothek im Bethanien (Erdgeschoß, Hauptgebäude,
ca. 220qm, 6 miteinander verbundene Räume) wird seit der Schließung
der Namik Kemal Bibliothek Ende 2002 in unregelmäßigen Abständen
für Ausstellungen genutzt. Seit dem 1. Mai 2009 wird dieser Raum unter
dem Namen "Projektraum" für öffentliche
Ausstellungen und Veranstaltungen vermietet. Das Studio1
(660qm im 1. und 2. OG, als ehemalige Kapelle bekannt) kann ebenfalls angemietet
werden.
Die Entscheidung über die Vermietung trifft der Mieterrat des Bethanien
Hauptgebäudes in Zusammenarbeit mit der GSE. Vorrangig sollen folgende
Formen von Projekten und Ausstellungen stattfinden: kuratierte bzw. konzeptionell
ausgerichtete Gruppenausstellungen; kuratierte thematische Projekte und
Ausstellungen; Ausstellungen von Kunsthochschulen; Ergebnisse von Projekten
der kulturellen Bildung. Es soll vermieden werden, dass kommerzielle, verkaufsorientierte,
werbeorientierte oder beliebige Projekte ausgestellt und gezeigt werden.
Der Eintritt zu den Ausstellungen sollte frei sein. Ihren Projektvorschlag
können Sie uns gerne per Mail zuschicken, wir leiten diesen dann weiter
an die übrigen Mitglieder des Mieterrates und an die GSE: projektraum[at]kunstraumkreuzberg.de
Stéphane Bauer, Leiter des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Stéphane Bauer ist in Neuilly-sur-Seine/Frankreich geboren. Aufgewachsen
ist er in Nizza/Frankreich, Bloomington/USA und in Bonn/Deutschland. Er
hat Soziologie, Politologie, Volkswirtschaftslehre und Psychologie an der
Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn und an der Freien Universität
Berlin studiert.
Stéphane Bauer hat seine ersten Erfahrungen im Kulturbereich im AStA
(Allgemeiner StudentInnenausschuß) und in der Initiative für
ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum Bonn e.V. gesammelt. Er
war anschließend Mitarbeiter des Bundesverbandes Studentischer Kulturarbeit
in Bonn, war als freier Mitarbeiter an der Hochschule der Künste Berlin
am Institut für Kunstvermittlung tätig und seit Juli 1990 Geschäftsführer
des Kunstamts Kreuzberg. Seit 2002 ist Stéphane Bauer Leiter des
Kunstraumes Kreuzberg/Bethanien.
Seit 1997 kuratiert Stéphane Bauer Ausstellungen im Kunstamt Kreuzberg,
in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. und im Kunstraum
Kreuzberg/Bethanien. Von 2002 bis 2008 leitete er ebenfalls einmal jährlich
das zweiwöchige internationale Kulturmittlerseminar des Goethe Instituts
in Berlin. Seit 2006 ist Stéphane Bauer Dozent beim Bildungswerk
des bbk Berlin und unterrichtet Ausstellungsorganisation. Seit dem Wintersemester
2008/09 hat Stéphane Bauer einen Lehrauftrag für kuratorische
Praxis am Institut für Kunst im Kontext der UdK Berlin.
Seine Projekte führten ihn für Vorträge und Workshops nach
Accra/Ghana, Belgrad/Serbien, Brüssel/Belgien, Chicago/USA, Istanbul/Türkei,
Jerusalem/Israel, Kairo/Ägypten, Madrid/Spanien, Paris/Frankreich,
Prag/Tschechien, Ramallah/Palästinensische Gebiete, Sao Paulo/Brasilien,
Tokio/Japan , Warschau/Polen und in diverse deutsche Städte. Seit März
2008 ist er Mitglied des Rates für die Künste Berlin.
Ein kuratorisches Statement und einen Lebenslauf von Stéphane Bauer
finden Sie auf der Webseite des Goethe Institutes unter "KuratorInnen
aus Deutschland": www.goethe.de